Schwere Kritik am italienischen Skiverband nach Tod eines jungen Skifahrers

Ein Jahr nach dem tödlichen Trainingsunfall des italienischen Skifahrers Matteo Franzoso äußern seine Eltern schwere Kritik am italienischen Skiverband FISI. Laut Marcello und Olga Franzoso gibt es kaum Fortschritte bei der Untersuchung der Unfallumstände. Zudem habe der Skiverband unzureichend Kontakt zur Familie gesucht. Die Eltern fordern mehr Klarheit sowie strengere Sicherheitsmaßnahmen während des Trainings.

Kurz zusammengefasst

  • Matteo Franzoso verstarb 2025 nach einem Trainingsunfall in Chile.
  • Seine Eltern finden, dass die Umstände unzureichend untersucht wurden.
  • Sie rufen den Skiverband und andere Skifahrer dazu auf, mehr Aufmerksamkeit für das Thema Sicherheit einzufordern.

Tödlicher Sturz während des Trainings

Matteo Franzoso stürzte im September 2025 bei einem Abfahrtstraining im chilenischen Skigebiet La Parva schwer. Nach einem Sprung kam er von der Piste ab, durchbrach zwei Sicherheitsnetze und prallte anschließend gegen einen Holzzaun.

Der Italiener erlitt dabei schwere Kopfverletzungen. Er verstarb einen Tag vor seinem 26. Geburtstag. Franzoso stand während seiner Karriere siebzehnmal am Start eines Weltcuprennens.

Eltern vermissen Klarheit

Ein Jahr nach dem Unglück finden seine Eltern, dass es immer noch an Klarheit darüber fehlt, was genau passiert ist und wer für die Sicherheit auf der Trainingsstrecke verantwortlich war.

In einem Interview mit der italienischen Zeitung La Repubblica sagen Marcello und Olga Franzoso, dass die Situation ihrer Meinung nach völlig festgefahren ist. Vor allem der mangelnde Kontakt aus der Skiwelt und vom italienischen Skiverband schmerzt die Familie sehr.

„Die Stille aus der Skiwelt macht uns ein zweites Mal kaputt“, erklären die Eltern im Interview.

Mehr Aufmerksamkeit für Sicherheit

Die Eltern wollen nicht nur Antworten zum Unfall ihres Sohnes, sondern fordern auch strengere Sicherheitsmaßnahmen beim Training. Ihrer Meinung nach wird in Chile immer noch trainiert, ohne dass ausreichende Lehren aus dem Unfall gezogen wurden.

Dabei weisen sie auch auf den Tod der italienischen Skifahrerin Matilde Lorenzi hin, die im Oktober 2024 nach einem Trainingsunfall ums Leben kam. Die Familie Franzoso findet, dass beide Unglücke Anlass sein müssen, die Sicherheit rund um Trainingspisten gründlich zu überprüfen.

Auch Kritik an Teamkollegen

Marcello und Olga Franzoso sprechen zudem die ehemaligen Teamkollegen ihres Sohnes an. Sie fragen sich, warum sich die Skifahrer nicht gemeinsam stärker für bessere Sicherheitsmaßnahmen aussprechen.

Laut den Eltern haben Spitzensportler eine wichtige Stimme innerhalb des Skisports. Gerade weil ein Teamkollege während eines Trainings ums Leben kam, sollten sie mehr Aufmerksamkeit für die Risiken und den Schutz entlang der Trainingsstrecken fordern.

Reaktion des italienischen Skiverbands

Der italienische Skiverband FISI ließ rund um den ersten Todestag von Franzoso verlauten, dass man sich eng mit seiner Familie verbunden fühle. Laut dem Verband teilen Athleten, Trainer und Betreuer nach wie vor die Trauer über seinen Tod.

Diese Erklärung räumt die Kritik der Eltern nicht aus dem Weg. Sie fordern vor allem eine inhaltliche Rekonstruktion des Unfalls und Klarheit über mögliche Verantwortlichkeiten. Zudem hoffen sie, dass konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um vergleichbare Unfälle in der Zukunft zu verhindern.

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