Der Vorhang fällt endgültig für den alpinen Skisport am Grand Ballon in den französischen Vogesen. Die Skilifte werden im kommenden Winter nicht mehr öffnen und auch in den darauffolgenden Jahren keine Skifahrer mehr befördern. Das Gebiet konnte in den letzten sechs Wintern durchschnittlich weniger als neun Tage pro Saison öffnen. Im vergangenen Winter liefen die Lifte sogar nur anderthalb Tage. Ein Mangel an Schnee, anhaltende Verluste und notwendige Investitionen machen eine weitere Bewirtschaftung laut dem Betreiber nicht mehr vertretbar.
Kurz gefasst
- Grand Ballon stellt den alpinen Skisport endgültig ein.
- Die Lifte liefen im Winter 2025/2026 nur anderthalb Tage.
- Das Gebiet will sich künftig auf Ganzjahrestourismus konzentrieren.
Durchschnittlich weniger als neun Skitage
Die Entscheidung wurde am 2. September vom Zweckverband Syndicat mixte Markstein Grand Ballon getroffen, der für den Betrieb verantwortlich ist. Grand Ballon verfügte über neun Pisten, drei Schlepplifte und einen kleinen Seillift für Anfänger. Das Skigebiet liegt zwischen etwa 1020 und 1340 Metern Höhe und ist vollständig von Naturschnee abhängig. Es sind keine Schneekanonen vorhanden. Dadurch konnte das Gebiet in den letzten Jahren immer seltener öffnen.
In den letzten sechs Wintern kam der Grand Ballon im Durchschnitt nicht über neun Öffnungstage pro Saison hinaus. Während des Winters 2024/2025 blieb das Gebiet den gesamten Winter über geschlossen. Eine Saison später konnten Skiurlauber dort nur anderthalb Tage verbringen.
Kosten höher als Einnahmen
Auch finanziell war die Situation nicht länger tragbar. Die Ski-Aktivitäten brachten im Durchschnitt etwa 12.500 € pro Saison ein. Dem standen jährliche Verluste gegenüber, die zwischen etwa 2.000 € und mehr als 20.000 € lagen.
Zudem waren kurzfristig Arbeiten im Wert von rund 30.000 € erforderlich. Hinzu kämen noch Investitionen, um die Lifte an geänderte Vorschriften anzupassen. Die Anlagen erfordern zudem das ganze Jahr über Wartung, auch wenn sie im Winter kaum genutzt werden.
Enttäuschung bei lokalen Skifahrern
Die Schließung kommt nicht unerwartet, sorgt aber lokal für Enttäuschung. Grand Ballon war ein kleines und relativ preiswertes Skigebiet, in dem viele Einwohner aus der Umgebung ihre ersten Abfahrten machten. Aus dem lokalen Skisport kommt auch Kritik an der Entscheidung. Laut Trainer Jean Ardizio von Ski Alpin Sud Alsace geht mit der Schließung ein leicht erreichbarer und erschwinglicher Ort für den Skiurlaub verloren. Er findet zudem, dass lokale Beteiligte unzureichend in die Entscheidungsfindung einbezogen wurden.
Tourismus am Grand Ballon bleibt bestehen
Das Ende des alpinen Skisports bedeutet nicht, dass der Grand Ballon vollständig verlassen wird. Der Betreiber will das Gebiet in ein Ziel umwandeln, das weniger von Schnee abhängig ist. Wie das neue Angebot genau aussehen wird, ist noch nicht bekannt.
Wandern, Naturerlebnisse und andere Outdoor-Aktivitäten können Teil eines touristischen Angebots für alle Jahreszeiten werden. Hierfür müssen in den kommenden Jahren noch konkrete Pläne erstellt und Investitionen gefunden werden.
Skiurlauber aus der Umgebung können nach Le Markstein ausweichen, das etwa acht Kilometer entfernt liegt. Dieses Gebiet untersteht derselben Betreiberorganisation und wird vorerst weiterhin alpinen Skisport anbieten.
Zweite Schließung in den Vogesen
Der Grand Ballon ist nicht das einzige Skigebiet in den Vogesen, das aufgibt. Bereits Anfang des Sommers gab auch Lac Blanc bekannt, ab der Wintersaison 2026/2027 keinen alpinen Skisport mehr anzubieten. Dieses Gebiet verfügt über sieben Lifte und etwa 14 Kilometer Pisten. Für Lac Blanc wird eine eventuelle Rückkehr des alpinen Skisports in der Zukunft noch nicht vollständig ausgeschlossen.
Zusammen betreffen die Entscheidungen elf Lifte in zwei Skigebieten. Auch andere kleine Skigebiete in den Vogesen sind in den letzten Jahren von der Bildfläche verschwunden. Vor allem die niedrige Lage, wechselhafter natürlicher Schneefall und hohe Fixkosten setzen diese Art von Gebieten immer weiter unter Druck.
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