Wird der Winter 2026/2027 erneut mild oder können wir endlich mit langanhaltender Kälte und viel Schnee rechnen? Wetterexperte Dominik Jung von Wetter.net hat sich die neuesten Langzeitberechnungen des amerikanischen CFS-Modells angesehen. Diese deuten laut ihm momentan auf einen milden, nassen und möglicherweise stürmischen Winter in Mitteleuropa hin. Für die Alpen könnte das vor allem in großen Höhen ordentlich Schnee bedeuten.
Kurz gefasst
- Wetterexperte Dominik Jung von Wetter.net analysiert die neuesten Berechnungen des CFS-Modells.
- Das Modell prognostiziert für Mitteleuropa einen milden und nassen Winter.
- Laut Jung könnte vor allem in den hochgelegenen Teilen der Alpen viel Schnee fallen.
Neue Winterprognose von Wetter.net
Viele Skiurlauber fragen sich jetzt schon, was der Winter 2026/2027 bringen wird. Wetterexperte Dominik Jung von Wetter.net hat daher die neueste Langzeitprognose des Climate Forecast System, kurz CFS, in einem seiner Videos analysiert. Dieses amerikanische Klimamodell blickt Monate voraus und berechnet mögliche Abweichungen bei Temperatur und Niederschlag. Jung betont, dass dies keine konkrete Wettervorhersage ist. Es handelt sich ausschließlich um einen klimatologischen Trend. Es ist also noch viel zu früh, um Urlaube oder Skitage auf diese Vorhersagen abzustimmen.
Erneut ein milder Winter?
Nach den aktuellen Berechnungen des CFS-Modells steuert fast ganz Europa auf einen milden Winter zu. Für Deutschland und große Teile Mitteleuropas wird eine durchschnittliche Temperaturabweichung von 1 bis 2 °C über dem Klimadurchschnitt von 1991–2020 berechnet.
Wetterexperte Dominik Jung nennt dies keine große Überraschung. In den letzten Jahren verliefen die meisten Winter im Durchschnitt zu mild. Das schließt kurze Perioden mit Frost und Schnee nicht aus. Auch während eines milden Winters kann es einige Tage oder sogar eine Woche lang voll winterlich sein. Letztlich zählt die Durchschnittstemperatur über Dezember, Januar und Februar.
Dezember in den Alpen möglicherweise auffallend mild
Besonders der Dezember fällt in der Analyse von Wetter.net auf. Das CFS-Modell berechnet für fast ganz Europa überdurchschnittliche Temperaturen. Im Alpenraum könnte der Dezember laut den aktuellen Karten im Durchschnitt sogar bis zu 3 °C milder verlaufen als normal. Das bedeutet nicht, dass Schnee im Dezember ausgeschlossen ist. Jung betont, dass es sich um einen Monatsdurchschnitt handelt. Ein paar kalte und schneereiche Perioden können immer noch vorkommen, auch wenn der Monat letztendlich als mild in die Statistik eingeht.
Nasser Winter mit ausgeprägter Westwetterlage
Neben den Temperaturen blickt Wetter.net auch auf den erwarteten Niederschlag. Das CFS-Modell berechnet einen nassen Winter für große Teile West- und Mitteleuropas. Vor allem Frankreich, Spanien, Portugal, die Britischen Inseln und Teile Deutschlands erhalten laut dieser Prognose mehr Niederschlag als üblich.
Dominik Jung sieht darin ein mögliches Signal für eine häufige Westwetterlage. Bei einem solchen Wettermuster ziehen regelmäßig Tiefdruckgebiete vom Atlantik Richtung Europa. Das sorgt für wechselhaftes Wetter mit viel Niederschlag und teils kräftigem Wind. Laut dem Wetterexperten könnte der Winter 2026/2027 dadurch möglicherweise ein stürmischer Winter werden. Wenn die Westwetterlage längere Zeit anhält, können auch schwere Stürme oder orkanartige Tiefdruckgebiete Europa erreichen. Das CFS-Modell kann solche einzelnen Stürme Monate im Voraus natürlich nicht vorhersagen.
Möglicherweise viel Schnee in den Hochalpen
Für Skiurlauber liefert die Prognose ein geteiltes Bild. Die Kombination aus milder Luft und viel Niederschlag kann laut Dominik Jung vor allem in tiefer gelegenen Gebieten ungünstig ausfallen. Dort fällt der Niederschlag möglicherweise regelmäßig als Regen.
In den hochgelegenen Teilen der Alpen kann dasselbe Wettermuster hingegen große Mengen Schnee bringen. Jung nennt Höhenlagen ab etwa 2000 Metern als mögliche Profiteure des nassen Winters. Dort kann der viele Niederschlag bei ausreichend niedrigen Temperaturen als Schnee fallen. Für die deutschen Mittelgebirge und Gebiete unter etwa 1500 Metern sieht die Prognose laut Wetter.net weniger günstig aus. Durch die überdurchschnittlichen Temperaturen kann die Schneegrenze regelmäßig zu hoch liegen.
Auch Januar und Februar mild und nass
Das milde und nasse Signal bleibt laut CFS-Modell nicht auf den Dezember beschränkt. Für Januar 2027 wird im Süden Mitteleuropas eine Temperaturabweichung von 1 bis 2 °C über dem Normalwert berechnet. Auch dieser Monat kann in großen Teilen Deutschlands und der Alpen nasser als üblich verlaufen.
Der Februar zeigt ein vergleichbares Bild. Das Modell berechnet erneut Temperaturen, die im Durchschnitt 1 bis 2 °C über dem Klimadurchschnitt liegen. Gleichzeitig bleibt das Niederschlagssignal stark ausgeprägt. Laut Dominik Jung könnte die Westwetterlage damit möglicherweise den gesamten Winter anhalten. Das würde regelmäßig milde Luft, Niederschlag und Sturmtiefs in Richtung Europa bringen.
Sehr starkes El Niño spielt eine Rolle
In seiner Winteranalyse widmet Dominik Jung auch dem Phänomen El Niño Aufmerksamkeit. Für den Winter 2026/2027 wird ein sehr starkes El Niño erwartet. Dieses Naturphänomen entsteht durch eine starke Erwärmung des Meerwassers in Teilen des Pazifiks. Die Auswirkungen davon sind laut dem Wetterexperten vor allem in Südamerika und anderen Gebieten rund um den Pazifik deutlich spürbar. In Europa ist der Zusammenhang mit dem Winterwetter viel weniger klar. Jung stellt jedoch fest, dass frühere El-Niño-Winter in Europa oft mild verliefen, obwohl es auch kalte Ausnahmen gab.
Zuerst noch ein warmer und trockener Herbst
Bevor der Winter beginnt, prognostiziert das CFS-Modell laut Wetter.net zunächst einen warmen und trockenen Herbst. September, Oktober und November werden im Durchschnitt 0,5 bis 1 °C wärmer berechnet als der Klimadurchschnitt. In einigen Regionen kann die Abweichung in einzelnen Monaten bis zu 2 °C betragen.
Für die Alpen ist vor allem das anhaltende Trockensignal auffällig. Das Modell berechnet im September, Oktober und November weniger Niederschlag als normal. Wenn das eintrifft, könnte der erste Naturschnee der Saison möglicherweise länger auf sich warten lassen.
Weiße Weihnachten oder erneut viel zu mild?
Ob die Alpen an Weihnachten weiß werden, kann Dominik Jung auf Basis dieser Langzeitkarten noch nicht sagen. Die Prognose zeigt für Dezember zwar eine deutliche milde Abweichung, gibt aber keine Auskunft über einzelne Tage. Selbst während eines milden Dezembers kann es um Weihnachten herum vorübergehend kalt werden und schneien. Umgekehrt bietet ein durchschnittlich kalter Monat keine Garantie für weiße Weihnachten. Für eine konkrete Weihnachtsprognose müssen wir daher warten, bis der Dezember näher rückt.
Noch jede Menge Unsicherheit
Wetterexperte Dominik Jung von Wetter.net betont mehrfach, dass die CFS-Berechnungen keine Garantie bieten. Die Karten zeigen lediglich, wie der Herbst und Winter im Durchschnitt verlaufen könnten. Die Prognose kann sich in den kommenden Monaten noch deutlich ändern.
Vorerst deutet das Modell auf einen milden, nassen und möglicherweise stürmischen Winter hin. Das könnte für tiefer gelegene Skigebiete schwierig werden, gleichzeitig aber viel Schnee in den Hochalpen bedeuten. Wir bleiben an den Entwicklungen dran.






