Vom Spätsommer zu ein paar Schneeflocken in großen Höhen: Kaltfront im Anmarsch

Nach einigen sehr warmen Septembertagen steht das Wetter in den Alpen kurz vor einem Umschwung. Ab Mittwoch, dem 9. September, ziehen kältere Luft, Regen und kräftiger Wind über das Berggebiet. Nach aktueller Vorhersage fällt der erste Schnee in den französischen und Schweizer Alpen, woraufhin auch die österreichischen Gletscher und die Zugspitze weiß werden können. Auf den höchsten Gipfeln werden örtlich etwa 10 cm Schnee erwartet.

Kurz zusammengefasst

  • Ab Mittwoch zieht eine Kaltfront über die Alpen.
  • Zuerst fällt Schnee in Frankreich und der Schweiz, später auch in Österreich und auf der Zugspitze.
  • Auf den österreichischen Gletschern werden örtlich maximal 10 cm Schnee erwartet.

Kaltfront erreicht die Alpen

Der Dienstag, 8. September, verläuft laut GeoSphere Austria in den österreichischen Bergen noch besonders warm. Auf 2000 Metern liegen die Temperaturen am Nachmittag zwischen 13 und 19 Grad. Selbst auf 3000 Metern werden noch etwa 8 Grad erreicht. Am Mittwoch ändert sich das schnell. Von Westen her nähert sich eine Kaltfront, und Bewölkung, Schauer sowie die Gewittergefahr nehmen zu. Die ersten Niederschläge erreichen am Vormittag den Arlberg sowie die Lechtaler und Ötztaler Alpen. Später breiten sich die Regen- und Gewitterschauer weiter nach Osten aus.

Vor der Kaltfront kann es auf 2000 Metern noch etwa 14 Grad warm werden. Während des Durchgangs sinkt die Temperatur laut GeoSphere Austria um circa 7 Grad. Auf exponierten Berggipfeln sind Windböen bis zu etwa 50 km/h möglich. Bei Gewittern kann der Wind vorübergehend noch heftiger auffrischen.

Zuerst Schnee in Frankreich und der Schweiz

Der erste Schnee wird laut den Vorhersagen der Schnee-Apps am Mittwoch in den französischen und Schweizer Skigebieten erwartet. Zunächst handelt es sich um einige Zentimeter in den höchsten Lagen der Berge.

Später am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag kann es auch auf den österreichischen Gletschern und der Zugspitze schneien. Dort zeigen die Prognosen örtlich etwa 10 cm Neuschnee. Auch am Donnerstag und Freitag können in großen Höhen noch ein paar Zentimeter hinzukommen.

Große Unsicherheit bei der Schneefallgrenze

Über die exakte Höhe der Schneefallgrenze gehen die Vorhersagen noch auseinander. Die Schneekarten von Bergfex zeigen die meiste Akkumulation oberhalb von etwa 3000 Metern. GeoSphere Austria erwartet, dass die Schneefallgrenze an der Nordseite der österreichischen Alpen in der Nacht örtlich bis knapp unter 2000 Meter sinken kann.

Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net rechnet ebenfalls mit Schnee ab etwa 1500 bis 2000 Metern. Ob es in dieser Höhe tatsächlich weiß wird, hängt von der Intensität des Niederschlags und der Geschwindigkeit ab, mit der die kältere Luft einströmt.

Die größte Chance auf eine sichtbare Schneedecke besteht vorerst auf den Gletschern und den höchsten Berggipfeln. Weiter unten in den Bergen ist der Boden nach der Wärmeperiode noch relativ warm, sodass der Schnee dort wahrscheinlich schnell wieder schmilzt.

Temperatursturz auch in Deutschland

Auch in Deutschland macht die Wärme Platz für deutlich kühleres Wetter. Laut Dominik Jung sinken die Höchsttemperaturen ab Mittwoch auf etwa 17 bis 24 Grad. In den Nächten kann es lokal auf circa 6 Grad abkühlen, und örtlich ist sogar Bodenfrost möglich.

Der Wetterumschwung bedeutet nicht automatisch, dass der Sommer endgültig vorbei ist. Später im September können erneut milde und sonnige Tage auftreten. Die extreme Hitze mit Temperaturen über 30 Grad scheint laut Jung jedoch vorerst der Vergangenheit anzugehören.

Kein Winterbeginn

Obwohl Bilder von weißen Bergspitzen auf den Gletschern zweifellos für Vorfreude auf den Winter sorgen, kann von einem echten Wintereinbruch noch keine Rede sein. Die erwarteten Mengen sind begrenzt, und aufgrund des milden Untergrunds kann ein Großteil des Schnees schnell wieder verschwinden. Für die Gletscher ist der Schneefall dennoch willkommen. Die vorübergehende weiße Schicht bremst das Abschmelzen des Eises und verleiht den Bergen in diesem September zum ersten Mal wieder ein winterliches Aussehen.

Nächste Woche erneut Schnee möglich

Auch für nächste Woche taucht Schnee auf den Wetterkarten auf. Laut Wetter.net berechnet das europäische Wettermodell für Mittwoch, den 16. September, erneut Schnee in den Alpen. Erstaunlicherweise kann es kurz zuvor noch einmal kräftig warm werden – mit Temperaturen in Deutschland von bis zu etwa 27 Grad. Für Samstag, den 19. September, zeigt eine Modellberechnung anschließend einen erneuten Einbruch polarer Kaltluft. Der Wetterexperte spricht daher von echtem „Achterbahnwetter“. Da diese Prognose noch gut eine Woche in die Zukunft blickt, sind Schneefallgrenze und Neuschneemengen noch unsicher und das Szenario kann sich in den kommenden Tagen noch verändern.

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