Während es in den Tälern grün und regnerisch ist, sieht es hoch in den Alpen wieder nach Winter aus. Auf mehreren Webcams sind heute Morgen dicke Schneeflocken zu sehen und verschiedene Bergstationen haben sich erneut weiß gefärbt. Auf den höchsten Gipfeln fielen in den letzten Tagen lokal sogar 30 bis 40 Zentimeter Schnee.
Im Überblick:
- An mehreren Stellen in den Alpen schneit es am Freitagmorgen immer noch.
- Die Schneefallgrenze sank lokal unter 2.000 Meter.
- In der Schweiz und in Österreich fielen auf den höchsten Gipfeln bereits 30 bis 40 cm.
- Kühtai färbt sich sogar weiß: eine dünne Schneeschicht im Dorf.
- Ab Samstag steigt die Temperatur schnell an und der Schnee beginnt wieder zu schmelzen.
Kaltfront zieht über die Alpen
Der Schnee wird durch eine aktive Kaltfront verursacht, die in der Nacht zum Freitag über die Alpen zog. Hinter der Front strömte vorübergehend deutlich kältere Luft ein, wodurch die Schneefallgrenze stark sank. An der Nordseite der Alpen lag diese lokal sogar unter 2.000 Metern. In Teilen der Schweiz, Frankreichs, Österreichs und Südtirols sieht es in der Höhe wieder winterlich aus.
Lokal 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee
Auf den höchsten Gipfeln handelt es sich um mehr als nur eine dünne weiße Schicht. Laut den Neuschneekarten von White Risk fielen in den letzten 72 Stunden lokal 30 bis 40 Zentimeter Schnee in den höchsten Lagen der Schweiz. Auch die Modelle von Kachelmannwetter zeigen für die höchsten Gipfel im Norden Österreichs vergleichbare Mengen. Vor allem oberhalb von 2.500 Metern fiel fast der gesamte Niederschlag als Schnee, sodass viele Berggipfel wieder winterlich aussehen.
Winterliche Webcams am 5. Juni
Wer sich am Freitagmorgen die Webcams ansieht, sieht Bilder, die eher zum März als zum Juni passen. An verschiedenen hochgelegenen Orten in den Alpen fallen dicke Schneeflocken vom Himmel und die Landschaft färbt sich winterlich weiß. Nicht nur auf den Gletschern und höchsten Gipfeln, sondern lokal auch unter 2.000 Metern.
So liegt unter anderem eine dünne Schneeschicht in Kühtai auf 2.020 Metern Höhe, Val Thorens auf 2.300 Metern Höhe färbt sich weiß, dicke Flocken sind an der Bergstation der Fleidingbahn in Westendorf auf 1.869 Metern Höhe zu sehen und auch auf der Idalp bei Ischgl liegt Schnee auf 2.320 Metern Höhe.



Val Thorens









Auffällig nach dem vorangegangenen Schneefall in dieser Woche
Es ist nicht das erste Mal in dieser Woche, dass sich die Alpen weiß färben. Auch am 3. Juni fiel bereits Schnee in verschiedenen hochgelegenen Gebieten. Dadurch türmt sich der Neuschnee auf einigen Gipfeln mittlerweile weiter auf. Sieh dir hier die Webcams vom 3. Juni an ›››
Obwohl Schnee im Juni im Hochgebirge nicht außergewöhnlich ist, fällt vor allem auf, wie tief die Schneefallgrenze vorübergehend sinkt. Dass auf Webcams unter 2.000 Metern Schneeflocken zu sehen sind, erlebt man Anfang Juni nicht alle Tage.
Ab Samstag schon wieder milder
Lange wird das winterliche Bild nicht anhalten. Ab Samstag steigen die Temperaturen in den Alpen wieder an. Die Nullgradgrenze steigt in den Ostalpen auf etwa 3.000 bis 3.400 Meter und in den Westalpen sogar auf 3.200 bis 3.600 Meter. Am Sonntag wird es noch milder. Dann klettert die Nullgradgrenze lokal in Richtung 4.000 Meter. Das bedeutet, dass der Neuschnee in tieferen Lagen schnell wegschmelzen wird.
Vorsicht im Hochgebirge
Für Wanderer und Bergsportler können die Bedingungen vorübergehend tückisch sein. Neuschnee kann Wanderwege bedecken, Markierungen verbergen und Felsen rutschig machen. Wer in den nächsten Tagen oberhalb von 2.000 Metern unterwegs ist, sollte vorab das lokale Bergwetter, die Webcams und eventuelle Warnungen prüfen.
