Erneut verschwindet ein Skigebiet aus den französischen Mittelgebirgen. Das Skigebiet Lac Blanc in den Vogesen stellt den alpinen Skibetrieb endgültig ein. Ab dem Winter 2026/2027 werden die Skilifte nicht mehr öffnen. Nach Angaben des Betreibers sind die Folgen des Klimawandels, der Rückgang des natürlichen Schnees und die zunehmend unberechenbaren Winter zu gravierend geworden, um das klassische Skigebietsmodell weiter aufrechterhalten zu können.
Im Überblick
- Lac Blanc stellt ab dem Winter 2026/2027 das Alpinskifahren endgültig ein. Die Skilifte werden nicht mehr betrieben.
- Das Skigebiet liegt auf etwa 900 bis 1.200 Metern Höhe.
- Weniger Schnee und weniger zuverlässige Winter machen das Skimodell zu anfällig.
- Zuvor stellten bereits Tanet und Le Gaschney in den Vogesen den Betrieb ein.
- Lac Blanc möchte als Ganzjahresziel weitermachen.
Aus für historisches Skigebiet in den Vogesen
Lac Blanc war jahrelang ein bekannter Ort für den Skiurlaub in den Vogesen, besonders für Skifahrer aus dem Elsass, Lothringen, Deutschland und Luxemburg. Das Gebiet entstand Anfang der siebziger Jahre und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Skigebiete auf der elsässischen Seite des Massivs.
Mit einer Lage zwischen etwa 900 und 1.200 Metern Höhe war das Gebiet schon immer anfällig für milde Winter. Dennoch konnte sich Lac Blanc lange Zeit behaupten, unter anderem dank Schneekanonen, einem Snowpark und einem modernen 6er-Sessellift, der 2005 gebaut wurde.
Kein Betreiber gefunden
Die aktuelle Konzession für den Betrieb läuft am 31. Oktober aus. Für die Zeit danach wurde nach einem neuen Partner gesucht, der das Skigebiet übernehmen oder weiterführen wollte, aber laut französischen Medien meldete sich kein einziger Kandidat.
Damit fiel die Grundlage für den Winterbetrieb weg. Die öffentliche Verwaltungsorganisation gibt an, dass sie die Kosten nicht allein tragen kann. Vor allem Investitionen in neue Ausrüstung, Wartung und Schneeproduktion würden die Zukunft des Gebiets zu stark belasten.
Zu wenig Schnee, zu viel Ungewissheit
Die Entscheidung wird ausdrücklich mit dem Klimawandel verknüpft. Der Betreiber verweist auf weniger Naturschnee, weniger Tage mit einer nutzbaren Schneedecke und eine immer größere Ungewissheit über die Winter.
In den Vogesen hat die Schneesicherheit in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Laut einem Hydrologie-Experten der Universität Straßburg ist die Schneemenge im Massiv in den letzten dreißig Jahren um etwa 50 % gesunken. Kunstschnee bietet dabei nicht immer eine Lösung, da auch dafür kalte Nächte und ausreichend Wasser benötigt werden.
Lac Blanc setzt auf vier Jahreszeiten
Lac Blanc verschwindet nicht ganz. Das Gebiet setzt schon länger auf Aktivitäten außerhalb des Winters. Seit 2007 gibt es zum Beispiel einen Bikepark, und laut dem Betreiber stammt mittlerweile etwa die Hälfte des Umsatzes der Lifte aus Aktivitäten außerhalb der Wintersaison. Das ist außergewöhnlich hoch; landesweit liegt dieser Anteil in Frankreich viel niedriger.
In der kommenden Zeit wird an einer neuen Strategie für das Gebiet gearbeitet. Dabei wird nach Aktivitäten gesucht, die weniger von Schnee abhängig sind, damit Lac Blanc für Besucher in mehreren Jahreszeiten attraktiv bleibt.
Neuer Schlag für den Skiurlaub in den Vogesen
Die Schließung passt in einen breiteren Trend. In den Vogesen schlossen zuvor auch Tanet und Le Gaschney für das Alpinskifahren. Vor allem kleinere und tiefer gelegene Skigebiete haben es durch milde Winter, hohe Kosten und die Konkurrenz durch größere Skigebiete in den Alpen immer schwerer.
Für die Region ist das Ende des Alpinskifahrens in Lac Blanc daher mehr als nur das Verschwinden einiger Lifte. Hotels, Verleihfirmen, Restaurants und Geschäfte verlieren einen wichtigen Teil ihres Winterpublikums. Gleichzeitig versucht das Gebiet nun, ein neues Modell zu finden, das besser zu den sich verändernden Wintern passt.
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