Neue Skilifte, moderne Bergrestaurants und ein massiver Ausbau der Beschneiungsanlagen: Das US-Skigebiet Killington hat Großes vor. Das größte Skigebiet im Osten der USA will in den kommenden Jahren hunderte Millionen Dollar in Erneuerungen investieren. Insgesamt geht es um rund 280 Mio. $, wovon über 80 Mio. $ bereits für die ersten drei Jahre unter den neuen Eigentümern zugesagt wurden. Vor allem die Schneeproduktion erhält ein ordentliches Upgrade. Das soll dem Skigebiet helfen, auch in immer wechselhafteren Wintern genügend Schnee auf die Pisten zu bringen.
Kurz zusammengefasst
- Killington im US-Bundesstaat Vermont hat Investitionspläne in Höhe von insgesamt rund 280 Mio. $ bekannt gegeben.
- Es entstehen neue Skilifte, moderne Bergrestaurants und Verbesserungen an der bestehenden Infrastruktur.
- Eine neue Pumpstation soll die Gesamtkapazität der Beschneiungsanlage um 30 % steigern.
280 Mio. $ für die Zukunft von Killington
Das Killington Resort liegt im US-Bundesstaat Vermont und ist eines der bekanntesten Skigebiete an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Das Skigebiet ist bekannt für seine lange Wintersportsaison und die umfangreichen Möglichkeiten zur künstlichen Beschneiung. Seit 2024 gehört Killington zusammen mit dem nahe gelegenen Pico Mountain einer Gruppe lokaler Investoren. Sie haben große Pläne für beide Skigebiete.
Bei einem Treffen am 15. Oktober präsentierte Geschäftsführer Mike Solimano die neuesten Investitionspläne. In den ersten drei Jahren unter den neuen Eigentümern wurden bereits über 80 Mio. $ für Verbesserungen bereitgestellt. In den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren sollen weitere rund 200 Mio. $ hinzukommen. Das Geld fließt unter anderem in neue Skilifte, die Modernisierung bestehender Anlagen, neue Gebäude und den Ausbau der Schneeproduktion.
Schneeproduktion erhält massives Upgrade
Eines der auffälligsten Projekte ist der Austausch der Hauptpumpstation bei Snowshed. Diese Anlage spielt eine zentrale Rolle bei der Produktion von Kunstschnee im Skigebiet. Die neue Pumpstation soll fast doppelt so viel Wasser verarbeiten können wie die derzeitige. Damit steigt die Gesamtwasserkapazität des Beschneiungssystems von Killington voraussichtlich um 30 %. Für dieses Projekt sind rund 10 Mio. $ reserviert.
Das bedeutet übrigens nicht automatisch, dass 30 % mehr Kunstschnee produziert werden kann. Dazu müssen auch die Wetterbedingungen passen. Aber mit einer größeren Pumpkapazität kann das Skigebiet den Schneekanonen mehr Wasser zur Verfügung stellen, sobald es kalt genug ist. Genau das wird immer wichtiger: Wenn die Zeitfenster für die Schneeproduktion kürzer oder weniger vorhersehbar werden, wollen Skigebiete so viel Schnee wie möglich produzieren, sobald die Temperaturen es zulassen.
Bereits über 1000 neue Schneekanonen
Killington hat in den letzten Jahren bereits kräftig in die künstliche Beschneiung investiert. Unter den neuen Eigentümern wurden mehr als 1000 energieeffiziente Schneekanonen angeschafft. Das Ergebnis ist laut Geschäftsführung deutlich spürbar. Während früher etwa 100 Schneekanonen gleichzeitig laufen konnten, sind es mittlerweile rund 300. Gleichzeitig wurde der Dieselverbrauch laut Geschäftsführer Mike Solimano um 80 % gesenkt.
Auch in diesem Herbst hat die Schneeproduktion früh begonnen. Am Samstag, den 17. Oktober, wurden 165 Schneekanonen auf fünf Pisten eingeschaltet. Das war etwa zwei Wochen früher als im Vorjahr. Ein wichtiges Ziel bleibt es, die Skisaison so früh wie möglich zu starten und bis weit in das Frühjahr hinein Skifahren zu ermöglichen.
Mehrere neue Skilifte geplant
Nicht nur die Beschneiungsanlagen werden angegangen. Auch das Liftangebot wird in den kommenden Jahren mehrfach verbessert. So will Killington den Snowshed Double, den Snowshed Express Quad und den Ramshead Express Quad ersetzen. Für diese Projekte wurden noch keine endgültigen Eröffnungsdaten bekannt gegeben.
Zusätzlich wird in die Wartung bestehender Lifte investiert. Allein im vergangenen Sommer wurden rund 1,3 Mio. $ für Verbesserungen an sieben Liften in Killington und Pico Mountain ausgegeben. Für die nächsten zehn Jahre sind weitere 10 Mio. $ für Großwartungen und technische Erneuerungen reserviert.
Ein konkretes Projekt für 2027 ist der Austausch des Steuerungssystems der K-1 Gondola. Daher wird diese Gondel während eines Großteils des Sommers 2027 außer Betrieb sein. Ziel ist es, die langfristige Zuverlässigkeit des Lifts zu verbessern.
Neue Sesselbahn am Pico Mountain
Auch im benachbarten Pico Mountain wird investiert. Hier wird der Outpost Double, ein älterer Zweier-Sessellift, ersetzt. Der neue Outpost Quad wird ein Vierer-Sessellift von Doppelmayr. Die Investition beläuft sich auf rund 3,8 Mio. $ und die Eröffnung ist für den Winter 2027/2028 geplant.
Obwohl der neue Lift doppelt so viele Sitzplätze pro Sessel hat, bleibt die Gesamtförderkapazität laut Skigebiet gleich. Durch größere Abstände zwischen den Sesseln will man verhindern, dass es oben am Berg zu voll wird. Für Anfänger gibt es zudem Verbesserungen im Übungsgelände, darunter ein zusätzlicher überdachter Zauberteppich.
Neue Bergrestaurants und Einrichtungen
Killington will auch in modernere Gebäude investieren. So sind neue Einrichtungen bei Snowshed und Bear Mountain geplant. Eines der konkreteren Projekte ist die neue Needle’s Eye Lodge. Diese soll etwa viermal so groß werden wie das derzeitige Gebäude des Jerk Jamaican Mountain Grill. Die Bauvorbereitungen beginnen voraussichtlich im April 2027. Aufgrund von Verzögerungen bei der Genehmigung wurde die Eröffnung inzwischen auf den Winter 2028/2029 verschoben. Das neue Gebäude erhält unter anderem mehr Sitzplätze, sanitäre Anlagen und eine größere Bar.
Großes Feriendorf verzögert sich
Neben den Investitionen in das Skigebiet selbst gibt es Pläne für ein komplett neues Feriendorf am Fuße von Killington. Der kanadische Projektentwickler Great Gulf will hier Wohnungen, Geschäfte, Restaurants und andere Einrichtungen realisieren. Es handelt sich um ein separates Immobilienprojekt mit einem Wert von mehreren Milliarden Dollar.
Die Entwicklung verzögert sich jedoch. Unter anderem sind Arbeiten an der Zufahrtsstraße eine wichtige Voraussetzung für den Bau. Diese Straßenarbeiten sollen nach aktueller Planung 2027 beginnen und etwa zwei Jahre dauern. Einige neue Lifte und Gebäude bei Snowshed hängen mit diesem Projekt zusammen. Daher ist noch nicht klar, wann alle angekündigten Erneuerungen tatsächlich realisiert werden.
Killington will seine lange Skisaison beibehalten
Killington ist nicht irgendein amerikanisches Skigebiet. Mit mehr als 200 Abfahrten auf sechs Berggipfeln gehört es zu den größten Wintersportzielen im Osten Nordamerikas. Das Gebiet trägt zudem den Spitznamen The Beast of the East. Vor allem die lange Skisaison ist ein wichtiger Teil dieser Reputation. Dank der umfangreichen Beschneiungsanlagen kann Killington oft schon früh im Herbst öffnen und auf einigen Pisten bis weit in das Frühjahr hinein weitermachen.
Die angekündigten Investitionen sollen diese Position weiter stärken. In den kommenden Jahren werden vor allem der Ausbau der Schneeproduktion und die neuen Skilifte entscheidend sein. Nicht alle Projekte haben bereits einen endgültigen Zeitplan, aber die Ambitionen sind klar: Killington will sich mit Verbesserungen in Höhe von Hunderten Millionen Dollar auf die Winter der Zukunft vorbereiten.






