Nach fast sommerlichen Temperaturen wieder Chance auf Schnee: Schneegrenze sinkt

Nach ein paar auffallend warmen und sonnigen Tagen steht das Wetter in den Alpen erneut vor einem Umschwung. Heute und morgen kannst du vor allem in den französischen und Schweizer Alpen noch einmal die Sonne genießen, mit lokal sogar Temperaturen bis zu 25 Grad in den Tälern. Aber ab Samstag, dem 17. Oktober, strömt kältere Luft ein und die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt. Vor allem im Westen und Norden der Alpen kann wieder Neuschnee fallen. In Teilen der Schweiz sinkt die Schneegrenze Samstagabend Richtung 2000 Meter und in der Nacht auf Sonntag möglicherweise sogar auf etwa 1500 Meter. Bekommen die Gletscher erneut eine winterliche Auffrischung?

Kurz & knapp

  • Donnerstag und Freitag bleibt es in weiten Teilen der Alpen sonnig und außergewöhnlich mild, mit lokal 25 Grad in den französischen Tälern.
  • Ab Samstag folgt ein Wetterumschwung mit Regen und Schnee. In der Schweiz kann die Schneegrenze in der Nacht auf Sonntag lokal auf etwa 1500 Meter sinken.
  • Die größten Schneechancen liegen im Westen und Norden der Alpen, aber die Mengen scheinen vorerst begrenzt und die Vorhersagen sind noch unsicher.

Erst noch zwei Tage viel Sonne und hohe Temperaturen

Wer heute oder morgen in den Alpen ist, merkt noch wenig vom nahenden Wetterumschwung. Unter Hochdruckeinfluss bleibt es an vielen Orten trocken und sonnig. Vor allem in den französischen Alpen ist es für die zweite Oktoberhälfte auffallend warm.

In Savoyen, Haute-Savoie und Isère können die Temperaturen am Donnerstag und Freitag in den Tälern auf 23 bis 26 Grad steigen. Selbst auf 1500 Metern Höhe werden es örtlich noch 15 bis 20 Grad. Die Frostgrenze liegt heute um 4200 Meter und am Freitag um 4000 Meter. Auch in der Schweiz ist es besonders mild. In den Tälern steigt die Temperatur auf 16 bis 22 Grad und auf 2000 Metern Höhe werden es am Donnerstag etwa 13 Grad. Für die höher gelegenen Skigebiete und Gletscher bedeutet dies, dass die Temperaturen vorerst noch deutlich über dem Gefrierpunkt liegen.

Am Samstag schlägt das Wetter um

Ab Samstag, dem 17. Oktober, ändert sich das Wetterbild. Eine kältere Luftmasse aus Nordwesten erreicht die Alpen und sorgt für mehr Bewölkung, Niederschlag und deutlich niedrigere Temperaturen. Vor allem an der Nordwestseite der Alpen nimmt die Regenwahrscheinlichkeit zu. In den französischen Alpen ziehen die Wolken am Samstag von Westen her auf. Das Jura-Gebiet und die französischen Voralpen werden wahrscheinlich als Erste mit Schauern zu tun haben.

Weiter landeinwärts, zum Beispiel rund um den Mont Blanc, in der Haute-Tarentaise und Haute-Maurienne, kann sich die Sonne am Samstag noch einen Großteil des Tages zeigen. Unterdessen sinkt die Temperatur deutlich. Während es am Freitag in den französischen Tälern noch 25 Grad werden können, liegen die Maxima am Samstag um 14 bis 20 Grad. Sonntag wird es mit etwa 10 bis 15 Grad noch ein Stück frischer.

Schweiz: Schneegrenze eventuell auf 1500 Meter

Die interessanteste Schneevorhersage kommt derzeit aus der Schweiz. Laut MeteoSchweiz wird es am Samstag an der Nordseite der Alpen überwiegend bewölkt sein und im Laufe des Vormittags von Westen her zu regnen beginnen. Die Schneegrenze sinkt dabei allmählich. Gegen Samstagabend kann diese um 2000 Meter liegen und in der Nacht auf Sonntag möglicherweise auf etwa 1500 Meter sinken. Das ist für Mitte Oktober ziemlich niedrig, auch wenn es nicht automatisch bedeutet, dass alle Berggebiete auf dieser Höhe weiß werden. Dafür muss natürlich auch ausreichend Niederschlag fallen, wenn die kalte Luft da ist.

Zudem gibt es innerhalb der Schweiz große Unterschiede. In den inneralpinen Tälern kann es am Samstag noch lange Zeit trocken bleiben und es gibt anfangs sogar Platz für die Sonne. Auf 2000 Metern Höhe sinkt die Temperatur in den Schweizer Bergen am Samstag von etwa 6 Grad auf den Gefrierpunkt.

Französische Alpen: Schnee vor allem in größeren Höhen

Auch in den französischen Alpen steigt die Chance auf Neuschnee an diesem Wochenende, aber die Schneegrenze liegt hier nach aktuellen Vorhersagen an vielen Orten höher. Am Samstag sinkt die Frostgrenze von etwa 3300 auf 2900 Meter. Das bedeutet, dass eventueller Niederschlag zunächst vor allem auf den höchsten Berggipfeln als Schnee fällt.

Für Sonntag erwarten die regionalen Wetterdienste viel Bewölkung und einige Schauer, vor allem in den französischen Voralpen und Teilen der Haute-Maurienne. Die Schneegrenze wird dabei an vielen Orten um 2800 Meter erwartet. Météo Chamonix hält eine Schneegrenze um 2000 Meter bei Niederschlag aus Osten in Richtung Haute-Maurienne für möglich. Die genaue Lage der Kaltluft und der Niederschlagsgebiete ist dabei entscheidend.

Für Gletscher und hohe Berggebiete wie rund um Chamonix, Val d’Isère und Val Thorens ist also erneut eine winterliche Auffrischung möglich, aber große Schneemengen sind vorerst nicht angekündigt.

Auch Österreich bekommt Chance auf Schnee

Der Wetterumschwung beschränkt sich nicht auf Frankreich und die Schweiz. Auch die westlichen und nördlichen Teile Österreichs bekommen es am Samstag mit mehr Bewölkung und örtlichem Niederschlag zu tun. Vor allem in Vorarlberg und entlang der Nordseite Tirols kann die Schneegrenze sinken. Nach den jüngsten regionalen Vorhersagen wird in Teilen Vorarlbergs am Samstag eine Schneegrenze von etwa 2300 bis 2500 Metern erwartet.

Weiter östlich nimmt die Niederschlagswahrscheinlichkeit ab und es bleibt an verschiedenen Orten trocken. In den südlichen Alpen kann die Sonne sogar noch regelmäßig scheinen. Der österreichische Bergwetterdienst erwartet vorerst nur kleine Mengen Neuschnee. An vielen Orten geht es wahrscheinlich um höchstens einige Zentimeter, während manche Gebiete gar keinen Schnee abbekommen. Für die Gletscherskigebiete, darunter Sölden, Hintertux und der Stubaier Gletscher, heißt es also abwarten, wie viel Niederschlag tatsächlich die Berge erreicht.

Sonntag wechselhaft, aber nicht überall Schnee

Auch am Sonntag, dem 18. Oktober, steht das Wetter im Zeichen der kälteren Luft. In der Schweiz bleibt es wahrscheinlich wechselnd bis stark bewölkt mit örtlichem Niederschlag. Vor allem Richtung Jura wird Regen erwartet. In den Alpen kann die Situation durch Föhn und Niederschlag, der von Süden nach Norden über die Bergkette zieht, komplizierter werden. Dabei wird für Sonntag eine Schneegrenze von etwa 2300 Metern genannt.

In Frankreich bleibt es vor allem in den Voralpen wechselhaft, während die Bedingungen weiter südlich und östlich stark variieren können. Die genaue Verteilung des Schnees ist noch unsicher. Es ist daher zu früh, um schon konkrete Schneehöhen pro Skigebiet zu nennen.

Nach dem Wochenende wieder milder und sonniger

Die winterliche Unterbrechung scheint vorerst nicht lange zu dauern. Für Montag, den 19. Oktober, und Dienstag, den 20. Oktober, deuten die Vorhersagen bereits wieder auf eine Stabilisierung des Wetters hin. In den französischen Alpen werden erneut mehr Sonne und steigende Temperaturen erwartet. Auch für Österreich steigt die Chance auf ruhigeres Herbstwetter in der ersten Hälfte der neuen Woche.

Der Neuschnee, der an diesem Wochenende eventuell auf den höchsten Berggipfeln fällt, kann dadurch in tieferen Lagen wieder verschwinden. Für die Gletscher ist jede neue Schneeschicht natürlich willkommen, besonders jetzt, wo die Skisaison an immer mehr Orten startet. Aber ein echter Wintereinbruch scheint vorerst noch nicht in Sicht. Die kommenden Tage werden vor allem interessant sein, um zu verfolgen, wo genau die Schneegrenze liegt und welche Gebiete tatsächlich eine neue weiße Schicht bekommen.

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