Schweizer Skigebiet stellt Skibetrieb endgültig ein

Das Schweizer Bergdorf Braunwald verabschiedet sich vom klassischen Skibetrieb. Ab dem Winter 2026/2027 bleiben die vier Ski- und Sessellifte Mattwald, Gumen, Seblengrat und Bächital endgültig geschlossen. Damit verschwindet erneut ein kleines Familienskigebiet aus den Alpen.

Im Überblick:

  • Braunwald stellt ab dem Winter 2026/2027 den klassischen Skibetrieb ein.
  • Vier Ski- und Sessellifte werden endgültig stillgelegt.
  • Die Gondelbahn nach Grotzenbüel und ein Förderband bleiben jedoch in Betrieb.
  • Das Gebiet kämpfte bereits seit Jahren mit finanziellen Verlusten.
  • In der Saison 2023/2024 belief sich der Verlust auf 2,3 Millionen Schweizer Franken.
  • Braunwald will sich künftig auf Winterwandern, Schlitteln, Schneeschuhwandern und Sommertourismus konzentrieren.

Ende des klassischen Skifahrens in Braunwald

Braunwald liegt im Kanton Glarus und ist als autofreies Bergdorf mit einem familienfreundlichen Wintersportangebot bekannt. Bisher profilierte sich das Gebiet mit 35 Pistenkilometern, Übungsliften für Kinder und Abfahrten für Fortgeschrittene. Damit ist nun Schluss. Die Sportbahnen Braunwald AG hat beschlossen, den klassischen Skibetrieb ab dem Winter 2026/2027 einzustellen. Die Lifte Mattwald, Gumen, Seblengrat und Bächital werden endgültig geschlossen.

Gondelbahn bleibt in Betrieb

Nicht alle Winteraktivitäten verschwinden. Die Gondelbahn nach Grotzenbüel bleibt ebenso wie ein Förderband in Betrieb. Damit möchte Braunwald weiterhin Besucher für Winterwanderungen, Schneeschuhtouren und Schlittelmöglichkeiten befördern. Auch der Sommertourismus soll an Bedeutung gewinnen. Die Destination will sich zu einem Ganzjahresziel entwickeln, anstatt weiterhin vom klassischen Skifahren abhängig zu sein.

Modell nicht länger rentabel

Laut der Sportbahnen Braunwald AG ist das aktuelle Geschäftsmodell nicht mehr rentabel. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit hohen Kosten und strukturellen Verlusten.

Das jährliche Defizit betrug in den letzten Jahren rund 1,5 Millionen Schweizer Franken. In der Saison 2023/2024 stieg der Verlust sogar auf 2,3 Millionen Franken an. Der schneearme Winter 2025/2026 erschwerte die Situation zusätzlich.

Auffallend ist, dass der Winterumsatz in der vergangenen Saison kaum noch über dem Sommerumsatz lag: 865.000 Franken gegenüber 847.000 Franken. Gleichzeitig blieben die Kosten für Pistenpräparation, Liftwartung und veraltete Anlagen hoch.

Klima und veränderte Nachfrage

Braunwald nennt sowohl wirtschaftliche als auch klimatologische Gründe für die Entscheidung. Schneesichere Winter werden in dieser Höhe immer seltener, während die Betriebskosten weiter steigen. Zudem verändert sich die Nachfrage der Besucher. Immer mehr Gäste suchen im Winter auch nach Wandermöglichkeiten, Ruhe, Natur, Schlitteln und anderen Aktivitäten ohne Skier. Braunwald möchte darauf mit einem neuen touristischen Konzept reagieren.

Zukunftsplän in Arbeit

Visit Glarnerland, die Sportbahnen Braunwald AG, die Gemeinde Glarus Süd und weitere Beteiligte starten in den kommenden Monaten einen Zukunftsprozess. In Workshops soll eine neue Vision für die Destination erarbeitet werden. Dabei werden Rollen, Verantwortlichkeiten, Investitionen und mögliche Unterstützungen aus regionalen Entwicklungsprogrammen geprüft. Die Ausarbeitung dieser Vision wird voraussichtlich etwa sechs Monate dauern.

Kein Einzelfall

Braunwald ist nicht das erste kleinere Skigebiet, das das Handtuch wirft. In den Alpen stehen vor allem niedrig und mittelhoch gelegene Familiengebiete durch steigende Kosten, weniger zuverlässigen Schnee und veränderte Gästewünsche unter Druck. Für treue Besucher ist die Nachricht schmerzhaft. Braunwald war für viele Schweizer Familien ein Ort, an dem Kinder das Skifahren lernten. Ab dem Winter 2026/2027 verschiebt sich der Fokus endgültig auf eine andere Art von Wintererlebnis.

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