Vor weniger als zwei Wochen haben wir noch geschrieben, dass das Schweizer Skigebiet Splügen-Tambo um sein Überleben kämpft. Inzwischen gibt es gute Nachrichten aus Graubünden. Die Einwohner der Gemeinde Rheinwald haben einem finanziellen Rettungsplan in Höhe von 800.000 Schweizer Franken zugestimmt, wodurch das Skigebiet vorerst weitermachen kann.
Im Überblick:
- Die Einwohner von Rheinwald haben einem Hilfspaket von 800.000 Schweizer Franken zugestimmt.
- Das Skigebiet kämpfte nach mehreren schwierigen Wintern mit einem Defizit von über 1,2 Millionen Franken.
- Die Finanzspritze soll den kommenden Winter sichern.
- Auch Investor Jan Michal steckt erneut Geld in das Gebiet.
- Splügen-Tambo will in den kommenden Jahren kräftig in die Schneesicherheit investieren.
Von Unsicherheit zu Erleichterung
Am 10. Juni haben wir bereits über die ernsten finanziellen Probleme bei Splügen-Tambo berichtet. Mehrere schneearme Winter, sinkende Besucherzahlen und hohe Kosten hatten die Bergbahnen in Schieflage gebracht. Laut dem Betreiber war nicht genügend Geld vorhanden, um über den Sommer zu kommen, und sogar der Fortbestand des Skigebiets war bedroht. Die Lösung musste von den Einwohnern von Rheinwald kommen. Bei der Gemeindeabstimmung am 18. Juni lag ein Hilfspaket von 800.000 Schweizer Franken auf dem Tisch. Inzwischen ist klar, dass die Bevölkerung dafür grünes Licht gegeben hat.
Wohin fließt das Geld?
Von dem Gesamtbetrag werden 500.000 Franken für offene Stromrechnungen verwendet. Die Gemeinde verzichtet auf diese Forderungen und beseitigt damit ein wichtiges finanzielles Problem. Die restlichen 300.000 Franken werden als zinsloses Darlehen gewährt. Damit erhält der Betreiber von Splügen-Tambo genügend Spielraum, um sich auf die Wintersaison 2026/2027 vorzubereiten.
Auch der Investor glaubt weiterhin an die Zukunft
Neben der Unterstützung durch die Gemeinde setzt sich auch Investor Jan Michal weiterhin für das Gebiet ein. Der tschechische Unternehmer wandelt offene Forderungen in Höhe von 140.000 Franken in ein Darlehen um und stellt zusätzlich weitere 300.000 Franken zur Verfügung.
Michal hat in den letzten Jahren bereits Millionen in die Region investiert. So ließ er ein historisches Hotel komplett renovieren und arbeitet an ehrgeizigen Plänen, um den Tourismus rund um Splügen weiterzuentwickeln.
Schneesicherheit muss verbessert werden
Obwohl die unmittelbaren finanziellen Probleme vorerst gelöst sind, bleibt die Schneesicherheit ein wichtiger Schwerpunkt. Gerade das Fehlen einer modernen Beschneiungsanlage spielte in den vergangenen Wintern eine große Rolle bei den enttäuschenden Ergebnissen.
Daher wird an einer Investition von rund 3 Millionen Franken in neue Beschneiungsanlagen gearbeitet. Unter anderem erhält der Schlittelhang eine neue Beschneiungsanlage und bestehende Systeme werden erneuert. Die erste Phase soll bereits im kommenden Winter betriebsbereit sein.
Große Pläne für die Zukunft
Die Rettung von Splügen-Tambo ist auch für größere touristische Pläne im Tal wichtig. Jan Michal möchte an der Talstation ein Feriendorf mit etwa 500 Betten realisieren. Letztendlich könnte dieses Projekt sogar zu einer Investition von rund 150 Millionen Franken anwachsen. Für diese Zukunftspläne sind funktionierende Lifte unerlässlich. Dank des positiven Abstimmungsergebnisses scheint diese Basis nun vorerst gesichert.
Wichtiger Sieg, aber die Arbeit ist noch nicht getan
Für Splügen-Tambo bedeutet die bewilligte finanzielle Unterstützung einen wichtigen Sieg. Die unmittelbare Gefahr ist gebannt und die Vorbereitungen für den kommenden Winter können weitergehen.
Dennoch sind die zugrunde liegenden Herausforderungen nicht verschwunden. Die kommenden Jahre werden zeigen müssen, ob Investitionen in die Schneesicherheit und die touristische Entwicklung ausreichen, um das Skigebiet strukturell gesund zu machen.
Bau-Update auf Instagram!
Es wird fleißig an den neuen Beschneiungsanlagen gearbeitet!






