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Schweizer Skigebiet droht das Aus: Einwohner entscheiden

Das kleine Skigebiet Télé Evolène im Schweizer Wallis steht kurz vor dem Konkurs. Nach jahrelangen Verlusten und einem mutmaßlichen Veruntreuungsfall ist das Geld aufgebraucht. Am 27. September 2026 entscheiden die Einwohner von Evolène, ob die Gemeinde erneut finanzielle Unterstützung leisten darf. Stimmen sie dagegen, folgt laut Direktion der Konkurs.

Kurz zusammengefasst

  • Télé Evolène verfügt über vier Lifte und 41 km Pisten.
  • Die Bergbahngesellschaft verlor im vergangenen Jahr 300.000 CHF.
  • Ein ehemaliges Vorstandsmitglied soll zwischen 2019 und 2022 insgesamt 545.000 CHF veruntreut haben.
  • Das Unternehmen hat einen Zahlungsaufschub beantragt.
  • Am 27. September 2026 stimmen die Einwohner über verschiedene Rettungspakete ab.
  • Bei einer Ablehnung folgt laut dem Verwaltungsratspräsidenten der Konkurs.
  • Pläne für eine neue Gondelbahn und die Renovierung des Bergrestaurants werden in einer kostengünstigeren Variante ausgearbeitet.

Jahrelange Verluste bringen Skigebiet in Schwierigkeiten

Télé Evolène liegt im Val d’Hérens im Kanton Wallis. Das überschaubare Skigebiet zählt vier Lifte und etwa 41 Pistenkilometer. Dennoch gelingt es der Bergbahngesellschaft seit mehreren Jahren nicht, aus den roten Zahlen herauszukommen.

Allein im letzten Jahr betrug der Verlust rund 300.000 CHF. Die finanziellen Reserven sind mittlerweile erschöpft, und die Télé Evolène SA hat beim Gericht einen Zahlungsaufschub beantragt. Laut Verwaltungsratspräsident Patrick Fauchère bedeutet dieses Verfahren noch nicht automatisch das Ende. Er bezeichnet die Situation als Rückschlag und will gemeinsam mit dem aktuellen Vorstand weiter für den Fortbestand der Lifte kämpfen.

Mutmaßliche Veruntreuung von 545.000 CHF

Die finanziellen Probleme wurden durch einen Fall um ein ehemaliges Mitglied des Verwaltungsrats verschärft. Diese Person soll zwischen 2019 und 2022 insgesamt 545.000 CHF veruntreut haben. Die strafrechtlichen Ermittlungen dauern noch an. Es gibt also noch kein endgültiges Gerichtsurteil in dieser Angelegenheit. Laut der aktuellen Leitung konnte sich Télé Evolène finanziell nicht von dem verschwundenen Betrag erholen. Dies geschah trotz der jährlichen Unterstützung der Gemeinde, die mehr als 500.000 CHF beträgt.

Einwohner haben das letzte Wort

Die Zukunft des Skigebiets liegt nun in den Händen der Einwohner von Evolène. Am 27. September 2026 stimmen sie über verschiedene finanzielle Rettungspakete ab. Bei einer Zustimmung kann die Gemeinde das Skigebiet weiterhin unterstützen. Die Bergbahngesellschaft will damit die Rekapitalisierung fortsetzen und Zeit gewinnen, um einen Zukunftsplan umzusetzen. Télé Evolène hat das Aktienkapital bereits 2024 von 2,2 Millionen CHF auf 6,2 Millionen CHF erhöht. Das brachte zwar frisches Geld, erwies sich jedoch als unzureichend, um die strukturellen finanziellen Probleme endgültig zu lösen.

Bei Gegenstimme folgt der Konkurs

Die Folgen der Abstimmung sind weitreichend. Laut Fauchère wird bei einer Ablehnung der Rettungspläne der Konkurs eröffnet. Damit droht erneut ein kleineres Schweizer Skigebiet von der Bildfläche zu verschwinden. Neben den vier festangestellten Mitarbeitern arbeiten bei Télé Evolène mehr als zwanzig Personen in Teilzeit. Der Verwaltungsratspräsident betont, dass kleine Bergbahnen für eine Bergregion mehr bedeuten als nur Freizeitvergnügen. Die Lifte unterstützen seiner Meinung nach auch den Tourismus, die Beschäftigung, die Gastronomie und die lokalen Einrichtungen.

Alter Sessellift muss ersetzt werden

Selbst bei einer erfolgreichen Rettung sind große Investitionen erforderlich. Der veraltete 2er-Sessellift Lannaz-Chemeuille hat eine Konzession, die 2035 ausläuft. Der ursprüngliche Plan sah vor, den Lift durch eine moderne Gondelbahn zu ersetzen. Auch das Bergrestaurant bei Chemeuille muss dringend renoviert werden. Für diese Erneuerungen wurde ursprünglich eine Investition von rund 12 Millionen CHF veranschlagt. Dieser Betrag ist für das finanziell angeschlagene Unternehmen schwer aufzubringen.

Günstigere Variante in Arbeit

Der Vorstand arbeitet daher an einer zweiten, kostengünstigeren Ausführung des Erneuerungsplans. Eine erste Schätzung zeigt laut Fauchère, dass der benötigte Betrag möglicherweise halbiert werden kann. Auch in dieser Variante bleiben eine neue Gondelbahn und ein attraktiveres Gastronomieangebot wichtige Bestandteile. Damit hofft Télé Evolène, mehr Gäste anzulocken und letztendlich wieder profitabel zu werden. Details zum angepassten Lift, zur Kapazität und zum Zeitpunkt des Baubeginns wurden noch nicht bekannt gegeben.

September wird entscheidend

Bis zur Abstimmung bleibt die Zukunft von Télé Evolène ungewiss. Der Vorstand glaubt, dass Modernisierung und eine professionellere Betriebsführung das Skigebiet wieder lebensfähig machen können. Dafür ist jedoch erneut die Unterstützung der Gemeinde erforderlich. Am 27. September wird sich zeigen, ob die Einwohner bereit sind, nochmals in die Bergbahnen zu investieren. Bei einer Gegenstimme scheint das Ende des Skigebiets unvermeidlich.

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