In weiten Teilen Tirols bleibt die Lawinengefahr auch heute sehr hoch. Vor allem im Westen der Region herrscht oberhalb der Baumgrenze weiterhin Lawinengefahr der Stufe 4 von 5, was einer großen Lawinengefahr entspricht. Das meldet der Lawinenwarndienst Tirol. Laut Experten können Lawinen dort bereits bei geringer Belastung ausgelöst werden und zudem große Ausmaße annehmen.
Im Überblick:
- In weiten Teilen Tirols herrscht weiterhin Lawinengefahr Stufe 4 von 5
- Besonders der Westen Tirols ist sehr risikoreich
- Neuschnee liegt auf einer schwachen Unterlage → Lawinen sind leicht auszulösen
- Gefährliche Stellen sind schwer erkennbar
- Am vergangenen Wochenende gab es ein tödliches Opfer
- Empfehlung: Bleib auf der Piste, vermeide Off-Piste und Skitouren
Worauf solltest du achten?
Die gefährlichsten Zonen liegen vor allem an der Grenze zu Vorarlberg und dem Allgäu. Gebiete wie die Verwallgruppe, die östliche Silvretta, große Teile der Lechtaler Alpen und Teile der Allgäuer Alpen werden explizit als Risikogebiete genannt. Auch in anderen Teilen Tirols bleibt die Gefahr erheblich, einschließlich Samnaun, Sellrain, Karwendel, den Tuxer Alpen und den nordwestlichen Zillertaler Alpen.

Schwache Schneebasis macht die Situation tückisch
Der Kern des Problems liegt im Aufbau der Schneedecke. Neuschnee und durch Wind aufgehäufter Schnee liegen auf einer schwachen, alten Unterlage. Diese Schichten sind schlecht miteinander verbunden, wodurch die Schneedecke sehr instabil ist. Dadurch können Schneebretter nicht nur leicht abgehen, sondern auch tief einreißen, was das Risiko großer Lawinen erhöht. Laut den Lawinenexperten sind die gefährlichen Stellen zudem mit Neuschnee bedeckt und daher kaum sichtbar.
Tödlicher Unfall
Dass die Situation alles andere als theoretisch ist, zeigte sich am vergangenen Wochenende erneut. Im Gebiet Weerberg kam ein 58-jähriger Tourengeher ums Leben, nachdem er von einem Schneebrett mitgerissen und verschüttet wurde. Darüber hinaus wurden mehrere Wintersportler in Tirol bei anderen Lawinenunfällen verletzt. Rettungsdienste sprechen von einem außergewöhnlich arbeitsreichen und besorgniserregenden Wochenende.
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Was bedeutet Lawinengefahr Stufe 4?
Lawinengefahr Stufe 4 ist die zweithöchste Warnstufe auf der europäischen Lawinenskala (1 bis 5). Dies bedeutet, dass die Schneedecke sehr instabil ist. Bei dieser Stufe können Lawinen:
- Bereits bei geringer Belastung abgehen (beispielsweise durch einen Skifahrer oder Snowboarder)
- Groß bis sehr groß werden und weit auslaufen
- Auch ohne menschlichen Einfluss entstehen (spontane Lawinen)
Für Wintersportler bedeutet dies, dass Off-Piste-Skifahren, Freeriden und Skitourengehen dringend abgeraten wird. Selbst erfahrene Bergsportler gehen bei Stufe 4 ein erhebliches Risiko ein, da gefährliche Stellen oft schwer oder gar nicht sichtbar sind. Die meisten schweren Lawinenunfälle passieren gerade bei dieser Gefahrenstufe. Empfehlung: Bleib auf den kontrollierten Pisten und befolge immer die Anweisungen der lokalen Behörden und der Bergrettung.
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