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Immer mehr Lawinentote – warum passieren gerade jetzt so viele Unfälle?

Die aktuelle Periode zeigt ein besorgniserregendes Bild. Laut der Alpinpolizei sind in diesem Winter bereits 13 tödliche Lawinenopfer zu beklagen. Diese Zahl ist deutlich höher als in den vergangenen Jahren, in denen um diese Zeit oft nur wenige Opfer registriert wurden. Allein im Winter 2018/2019 lag die Zahl auf einem vergleichbaren Niveau. Am vergangenen Wochenende gab es erneut mehrere Opfer bei verschiedenen Lawinenunglücken, unter anderem in Salzburg und der Steiermark. Das wirft die Frage auf, warum das Lawinenrisiko gerade jetzt so hoch ist.

Im Überblick:

  • In diesem Winter sind in Österreich bereits 13 Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen, mehr als in vergleichbaren Wintern.
  • Viele Unfälle passieren bei Lawinengefahrstufe 3, einer unterschätzten, aber kritischen Stufe.
  • Schwache Altschneeschichten, Neuschnee und Wind sorgen für eine instabile Schneedecke.
  • Die Gefahr ist schwer zu erkennen, selbst für erfahrene Bergsportler.

Lawinengefahr schwer einzuschätzen

Laut der Alpinpolizei ist das größte Problem im Moment, dass die Lawinengefahr schwer einzuschätzen ist. Die meisten Unfälle passieren nicht bei der höchsten Warnstufe, sondern gerade bei Lawinengefahr Stufe 3 (erheblich). Das ist eine Situation, in der spontane Lawinen nicht überall vorkommen, aber eine Schneebrettlawine relativ leicht von einem Wintersportler ausgelöst werden kann. Gerade weil das Wetter oft gut ist und sich die Bedingungen zunächst gut anfühlen, unterschätzen viele Menschen das Risiko.

Warum ist Stufe 3 so tückisch?

Bei Stufe 3 sind die gefährlichen Stellen oft lokal und schwer erkennbar. Ein einzelner Skifahrer oder Tourengeher kann eine ausreichende Belastung darstellen, um ein Schneebrett auszulösen, insbesondere an steilen Hängen.

Schwache Schneeschichten spielen Hauptrolle

Experten weisen darauf hin, dass die Schneedecke in vielen Teilen der Alpen aus einer ungünstigen Kombination von alten, schwachen Schichten und Neuschnee besteht. Während früherer kalter und trockener Perioden haben sich tief in der Schneedecke lose Kristalle gebildet, die schlecht haften. Wenn darauf neuer Schnee fällt – vor allem, wenn er durch Wind verfrachtet wird – entsteht ein instabiler Aufbau. Sonne und etwas höhere Temperaturen erhöhen die Spannung in der Schneedecke noch weiter.

Auch erfahrene Wintersportler betroffen

Auffällig ist, dass sich unter den Opfern viele erfahrene Tourengeher und sogar Profis befinden. Laut der Alpinpolizei lag das Problem nicht am Fehlen der Ausrüstung: Die meisten Beteiligten verfügten über Lawinenpiepser, Schaufel und Sonde. Das unterstreicht, dass Wissen und Material essenziell sind, aber keine Garantie bieten, wenn der Schneeaufbau extrem tückisch ist.

Geht immer zusammen!

Die Alpinpolizei betont, wie wichtig es ist, nicht allein unterwegs zu sein. Wer innerhalb von 15 bis 20 Minuten nach einem Lawinenabgang ausgegraben wird, hat deutlich bessere Überlebenschancen. Bei mehreren Unfällen erwies sich schnelles Handeln von Gruppenmitgliedern als ausschlaggebend. Darüber hinaus wird empfohlen, regelmäßig Schulungen zu besuchen, beispielsweise über Bergsportvereine, und Tourenpläne an die aktuellen Bedingungen anzupassen.

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