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Dramatisches Lawinenwochenende in den Alpen: sechs Tote in Frankreich, diverse Unfälle in Österreich

Die Lawinensituation in den Alpen ist derzeit besonders gefährlich. Nach Tagen mit starkem Schneefall und stürmischem Wind sind in mehreren Alpenländern schwere Lawinen gemeldet worden. In Frankreich kamen allein an diesem Wochenende mindestens sechs Menschen durch Lawinen ums Leben. Auch in Österreich wurden mehrere Wintersportler verletzt. In der Schweiz und Italien sind ebenfalls Lawinen abgegangen, und es gilt auch eine erhöhte Warnstufe. In großen Teilen der Alpen herrscht derzeit Lawinengefahr der Stufe 4 von 5, was enorm hoch ist.

Im Überblick:

  • In den Alpen ist die Lawinengefahr derzeit sehr hoch: In mehreren Regionen gilt Stufe 4 von 5.
  • In Frankreich kamen an diesem Wochenende mindestens sechs Menschen durch Lawinen ums Leben; auch in Österreich gab es Tote und wurden Wintersportler verletzt.
  • Durch viel Neuschnee, starken Wind und eine schwache Unterschicht ist die Schneedecke extrem instabil; Off-Piste wird in allen Alpenländern dringend abgeraten.

Tödliches Wochenende in den französischen Alpen

In den französischen Alpen spielte sich das dramatischste Szenario ab. In Skigebieten wie Courchevel, La Plagne, Val-d’Isère und Vallorcine kamen insgesamt sechs Off-Piste-Skifahrer ums Leben, nachdem sie von Lawinen mitgerissen wurden. In mehreren Fällen dauerte es lange, bis die Opfer unter meterdickem Schnee gefunden wurden. Die französischen Behörden sprechen von einer sehr instabilen Schneedecke durch die Kombination von viel Neuschnee, starkem Wind und einer schwachen Unterschicht. Off-Piste-Skifahren wurde ausdrücklich abgeraten, aber dennoch begaben sich viele Wintersportler in das unpräparierte Gelände.

Diverse Lawinen in Österreich

Auch in Österreich blieb das Wochenende nicht ohne schwere Zwischenfälle. In Tirol und Vorarlberg gingen mehrere Lawinen ab, wobei es mindestens ein Todesopfer und mehrere Verletzte gab. Unter anderem in Zürs, St. Anton, Tux, Weerberg und dem Kleinwalsertal mussten Rettungsdienste mit Hubschraubern, Hunden und Sondeteams in großem Umfang ausrücken. In mehreren Regionen wurde ebenfalls Lawinengefahr der Stufe 4 ausgerufen. Experten betonen, dass gerade bei dieser Stufe viele Unfälle passieren, weil Lawinen sowohl spontan als auch durch Wintersportler verursacht werden können.

Tückische Umstände in der Schweiz

In der Schweiz ist die Situation weniger tödlich verlaufen, aber sicherlich nicht weniger besorgniserregend. In großen Teilen des Wallis, Graubünden und des Berner Oberlandes herrscht eine erhebliche bis große Lawinengefahr. Dort sind verschiedene Lawinen gemeldet worden, sowohl spontan als auch von Menschen verursacht. Wintersportler wurden dabei teils verschüttet, aber vorerst gibt es keine offiziellen Meldungen über Todesopfer. Die Schweizer Behörden warnen ausdrücklich davor, dass die Schneestruktur tückisch ist und dass gefährliche Stellen schwer zu erkennen sind, selbst für erfahrene Freerider.

Gesperrte Straßen in Italien

Auch in Italien hat die Lawinengefahr deutlich zugenommen. In Regionen wie Valle d’Aosta, Südtirol und Trentino ist die Schneedecke durch den jüngsten Schneefall und Windtransport instabil. An mehreren Orten wurden vorsorglich Straßen gesperrt und kontrollierte Lawinen zur Explosion gebracht, um Risiken zu begrenzen. Wie in der Schweiz sind hier zwar Vorfälle gemeldet worden, aber keine bestätigten Todesopfer.

Vorläufig noch sehr gefährlich

Laut Lawinenexperten in allen Alpenländern ist die Situation vorläufig noch nicht stabil. Die Kombination aus viel Neuschnee, starkem Wind und einer schwachen Unterschicht sorgt dafür, dass die Gefahr auch in den kommenden Tagen hoch bleibt, vor allem oberhalb der Baumgrenze und an Schattenhängen. Seid also vernünftig, wie attraktiv die weißen Pulverhänge auch sein mögen: Bleibt auf den geöffneten Pisten, befolgt die lokalen Warnungen und vermeidet das freie Gelände vorläufig noch.

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