Semesterferien starten ungestüm: Schnee bis in die Dörfer

Die Alpen erleben eine der extremsten Schneeperioden dieses Winters. In den Westalpen ist in wenigen Tagen absurd viel Schnee gefallen, und auch heute türmt er sich weiter auf. Straßen werden vorübergehend gesperrt, Lifte laufen nur eingeschränkt und die Lawinengefahr liegt lokal auf der höchsten Stufe. Und genau jetzt, wo die Semesterferien beginnen, steht der nächste Wetterumschwung schon vor der Tür. Erst folgt eine kurze Atempause, danach kehrt der Winter bis in die Dörfer zurück. Was bedeutet das für deine Reise und deine Wintersportwoche? Hier liest du es pro Land.

Im Überblick:

  • Frankreich und die Westschweiz kämpfen mit extremen Schneefällen und Lawinengefahr bis Stufe 5/5.
  • Am Samstag sinkt die Schneegrenze deutlich, mit Schnee am Bettenwechseltag.
  • Nach dem Wochenende bleibt es unruhig, mit erneut großen Schnee-Chancen für die Westalpen.

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Frankreich: extreme Schneefälle und Lawinengefahr 5/5

Die Situation in den französischen Alpen ist schlichtweg außergewöhnlich. Im Hochgebirge wächst die Schneedecke in einigen Regionen innerhalb weniger Tage auf bis zu 2 Meter an. Heute kommen in Teilen von Savoyen, Haute-Savoie, Isère und Hautes-Alpes noch einmal 70 bis lokal 100 cm hinzu. Die Kombination aus enormen Schneemengen in kurzer Zeit, stürmischem Wind in der Höhe und schwankender Schneegrenze sorgt für eine kritische Lawinensituation. In Teilen von Savoyen gilt Lawinengefahr 5/5 (höchste Stufe) und Météo-France hat sogar Code Rot ausgerufen. Skigebiete wie La Plagne bleiben vorübergehend geschlossen.

Am Freitag folgt eine kurze Wetterbesserung mit mehr Sonne, aber am Samstag dreht es sich wieder. Kalte Luft strömt ein und neue Niederschläge können erneut für winterliche Bedingungen sorgen, auch in den Dörfern. Ab Montag scheint sich der nächste Weststau anzubahnen, mit potenziell weiteren 50 bis 70 cm Schnee.

Mehr Infos:

Schweiz: Westen schwer getroffen, Norden folgt

Auch die Schweiz bekommt ihren Teil der Schneemengen ab, vor allem im Westen. In Regionen wie dem Oberwallis, Chablais und rund um das Mont-Blanc-Massiv fallen heute noch einmal 50 bis lokal 70 cm Schnee. In den Schweizer Nordalpen sind es etwa 15–30 cm. Die Lawinensituation ist auch hier angespannt. Im Westen gilt vielerorts Stufe 4 von 5. Große Spontanlawinen sind möglich. Der Freitag bringt vorübergehend Ruhe und mehr Sonne, vor allem im Westen und Süden. Aber am Samstag folgt erneut Schnee bei sinkender Schneegrenze. Auch für die Schweiz gilt: Die Reisebedingungen rund um den Bettenwechseltag können winterlicher werden. Nach dem Wochenende deuten die Karten erneut auf kräftige Niederschläge im Westen hin, mit 30 bis 50 cm in den aktuellen Vorhersagen. Mehr Infos über die Schneemengen in den bekannten Skigebieten!

Italien: Viel Schnee in den Grenzgebieten, Dolomiten später an der Reihe

Der meiste Schnee in Italien fällt in den Regionen an der französischen und schweizerischen Grenze, wie im Aostatal und im Piemont. Hier stehen heute noch einmal 50 bis 70 cm in Aussicht. In den Dolomiten bleibt es vorerst bei einigen Zentimetern, aber am Samstag ändert sich das. Dann erreicht kältere Luft auch Norditalien und der Schnee kann wieder bis in die tieferen Täler fallen. Für alle, die dieses Wochenende Richtung Italien reisen: Am Samstagnachmittag kann die Situation schnell winterlicher werden.

Österreich: Schnee in Phasen, Samstag mehr Auswirkungen

Österreich bleibt weitgehend von den extremen Schneemengen der Westalpen verschont, bekommt aber durchaus Neuschnee ab. Heute variiert das zwischen 10 und 40 cm, mit den größten Mengen in der Arlberg-Region. Neugierig, wie viel Schnee wo fällt? Schau dir unsere Übersicht mit den Schneemengen in den bekannten Skigebieten an!

Am Freitag bleibt es entlang der Nordseite des Alpenhauptkamms noch etwas bewölkt mit leichtem Schneefall, während der Süden Österreichs ruhiger und sonniger ist. Am Samstag ändert sich das Bild. Durch das Einströmen kälterer Luft kann Schnee erneut bis in die Täler fallen, vor allem in den Nordalpen. Damit wird der Bettenwechseltag möglicherweise zu einem winterlichen Reisetag. Richtung Montag wird es spannend: Wenn die Strömung etwas nordwestlicher ausfällt, könnte auch die Nordseite endlich einen echten Schneedump abbekommen.

Deutsche Alpen: Bescheidene Mengen, aber Samstag winterlicher

In den deutschen Alpen fallen heute 10 bis 20 cm Schnee. Am Freitag bleibt es länger bewölkt mit möglichem leichtem Schneefall am Morgen. Am Samstag kann bei sinkender Schneegrenze auch hier erneut winterlicher Niederschlag fallen. Für Reisende Richtung Bayern ist es ratsam, die Wettersituation gut zu verfolgen. Nächste Woche gibt es sogar wieder eine Chance auf Schnee in Winterberg und Willingen. Momentan sind etwa 20 cm im Laufe der Woche geplant.

Skandinavien: Stabiles und eiskaltes Winterwunderland

Während die Alpen gegen die Elemente kämpfen, ist die Wettersituation in Norwegen, Schweden und Finnland ziemlich normal. Keine extreme Lawinengefahr oder Straßensperrungen, dafür aber eine grundsolide Winterbasis und glasklare Luft. In beliebten Gebieten wie Hemsedal und Trysil (Norwegen) sowie Åre (Schweden) liegt eine prächtige Schneedecke von hervorragender Qualität. In Finnisch-Lappland (Levi, Ruka) ist es momentan allerdings ordentlich kalt mit Temperaturen, die tagsüber deutlich unter -15 °C sinken. Pack deinen Koffer also schlau ein, wenn du in den Semesterferien Richtung Norden aufbrichst!

Lawinensituation: Äußerst kritisch im Westen

Die aktuelle Situation erfordert maximale Vorsicht:

  • In Teilen der französischen Alpen gilt Lawinengefahr 5/5.
  • In der Westschweiz meist Stufe 4/5.
  • Spontane Lawinen sind möglich, auch an weniger steilen Hängen.
  • Große Lawinen können tiefer gelegene Gebiete erreichen.
  • Checke immer die offizielle Website des Skigebiets + Quellen wie lawinen.report:

Ausblick: Unruhe hält an

Die kurze Pause am Freitag ist vorübergehend. Am Samstag folgt bereits eine neue winterliche Phase und ab Montag scheinen sich neue Störungen anzukündigen. Vor allem die Westalpen bleiben anfällig für neue Schneedumps. Der Start in die Semesterferien verläuft also alles andere als ruhig.

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