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Experte warnt: Gletscher könnten diesen Sommer extrem stark schmelzen

Die österreichischen Gletscher könnten diesen Sommer erneut hart getroffen werden. Gletscherforscherin Andrea Fischer von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erwartet, dass die Schmelze in diesem Jahr möglicherweise viel stärker ausfällt als in durchschnittlichen Sommern der vergangenen Jahre. Die Ursache liegt in einer ungünstigen Kombination aus einem trockenen Winter, einem trockenen Frühjahr, hohen Temperaturen Ende Mai und möglicherweise einem warmen Sommer unter dem Einfluss von El Niño.

Im Überblick:

  • Österreichische Gletscher könnten diesen Sommer besonders viel Eis verlieren.
  • Der Winter und das Frühjahr waren an vielen Orten zu trocken.
  • Die Schneeschicht, die die Gletscher schützt, verschwindet nun schnell.
  • Neuschnee im Mai war laut der Expertin als Schutzschicht unzureichend.
  • Die Eismasse kann lokal bis zu dreimal stärker abnehmen als in durchschnittlichen Sommern.

Schützende Schneeschicht verschwindet schnell

Momentan liegt auf vielen Gletschern noch alter Winterschnee. Diese Schicht ist wichtig, da Schnee das darunterliegende Gletschereis vor Sonne und Wärme schützt. Sobald dieser Schnee verschwunden ist, liegt blankes Eis frei und die Schmelze geht viel schneller voran. Laut Gletscherforscherin Andrea Fischer ist genau das in den kommenden Wochen ein großes Risiko. Durch das trockene Frühjahr und die hohen Temperaturen Ende Mai kann die Schutzschicht schnell verschwinden. Dadurch beginnt die eigentliche Eisschmelze möglicherweise früh in der Saison.

Winter und Frühjahr waren zu trocken

Die Warnung passt zum Bild des vergangenen Winters in den Alpen. Dieser verlief in vielen Regionen mild und trocken, mit an vielen Stellen wenig natürlichem Schnee. Auch das Frühjahr brachte nicht genug Niederschlag, um dieses Defizit auszugleichen.

Während der Eisheiligen im Mai fiel in den höheren Lagen der Alpen zwar noch Neuschnee. Dennoch war dieser laut Fischer nicht ausreichend, um eine stabile Schutzschicht auf den Gletschern aufzubauen. Optisch sorgte der Schneefall zwar vorübergehend für winterliche Bilder, für die Gletscher war der Effekt jedoch begrenzt.

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Möglicherweise dreimal so viel Schmelze

Wenn der Sommer warm verläuft, kann der Eisverlust laut Fischer deutlich ansteigen. Im schlimmsten Fall könnte in diesem Jahr bis zu dreimal so viel Gletschereis verschwinden wie in durchschnittlichen Sommern der letzten Jahre. Besonders kleinere und tiefer gelegene Gletscher sind anfällig. In Salzburg sind unter anderem die Gletscherreste am Hochkönig, das Goldbergkees beim Rauriser Sonnblick und das Schlapperebenkees bei Sportgastein Beispiele für Gebiete, in denen die Veränderungen der letzten Jahre deutlich sichtbar sind.

Neue Gletscherseen und immer mehr blankes Eis

Die Entwicklung ist nicht neu, geht aber an manchen Stellen schnell voran. Im Sommer 2025 waren auf verschiedenen Salzburger Gletschern schon früh in der Saison große Flächen blanken Eises sichtbar. Zudem entstanden oder wuchsen neue Schmelzwasserseen, unter anderem beim Großen Goldbergkees und dem Schlapperebenkees.

Bei der Übergossenen Alm am Hochkönig ist von dem einst großen Plateaugletscher nur noch wenig übrig. Dort liegen heutzutage vor allem einzelne Eisfelder über das Massiv verteilt.

El Niño kann den Sommer extra warm machen

Ein zusätzlicher Faktor ist El Niño, ein Wetterphänomen im Pazifik, das weltweit Einfluss auf Wetterlagen haben kann. Laut Fischer kann dies zu einem besonders warmen Sommer in Europa beitragen. In Kombination mit der ohnehin schwachen Schneebasis auf den Gletschern wäre das eine schlechte Nachricht für die Alpen.

Gletscherschmelze hat große Folgen

Starke Gletscherschmelze ist nicht nur in der Landschaft sichtbar, sondern kann auch Folgen für Routen, Felswände und die hochalpine Sicherheit haben. Wo Eis verschwindet, werden lose Steine, Schutt und neue Seen frei. Bergsportler können dadurch mit veränderten Bedingungen, instabilen Passagen und Routen konfrontiert werden, die schneller gefährlich werden.

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