Die Kombination aus Neuschnee, starkem Wind und einer äußerst schwachen Schneedecke sorgt momentan für eine kritische Situation in den Bergen. Vor allem in den höheren Lagen der Alpen ist die Lawinengefahr massiv angestiegen. Experten warnen vor einer „heimtückischen“ Phase, in der Unfälle vorprogrammiert sind.
Zusammengefasst:
- Aktuelle Gefahr: Es herrscht große Lawinengefahr (Stufe 4).
- Heimtückisch: Gefahrenstellen sind von außen kaum noch erkennbar, da sie von einer Schicht aus neustem, windstillem Neuschnee überdeckt wurden.
- Alarmzeichen: Es gibt zahlreiche Meldungen über Spontanlawinen, „Wumm-Geräusche“ und Rissbildungen, unter anderem in den Deferegger Alpen und den Kalkkögeln.
- Empfehlung: Behalten Sie eine äußerst defensive Haltung bei; vom Skifahren abseits der Pisten wird dringend abgeraten.
Die aktuelle Lage: Alarmstufe Rot
In den südlichen Ötztaler Alpen, im Südwesten Osttirols und im Süden der französischen Alpen gilt oberhalb der Baumgrenze momentan große Lawinengefahr (Stufe 4). Die Situation ist prekär, da frisch gefallener Schnee (lokal bis zu 40 cm) auf einer sehr instabilen Basisschicht abgelagert wurde. Obwohl die meisten Lawinen mittelgroß sind, können sie in niederschlagsreichen Regionen große Ausmaße annehmen.
Unverkennbare Alarmzeichen
Die Berge senden derzeit deutliche Signale, dass die Schneedecke unter enormer Spannung steht. Es sind zahlreiche Meldungen eingegangen über:
- Fernauslösung: Lawinen werden momentan sogar aus großer Entfernung durch den Druck eines einzelnen Wintersportlers ausgelöst.
- Spontanlawinen: Unter anderem in den Regionen der Deferegger Alpen, der Kalkkögel, der Tuxer Alpen und der Samnaungruppe wurden spontane Abgänge beobachtet.
- Wumm-Geräusche und Rissbildung: Das hörbare „Setzen“ des Schnees und sichtbare Risse (bis in die Lienzer Dolomiten) deuten auf Hohlräume und Schwachschichten tief in der Schneedecke hin.
Warum ist es jetzt so gefährlich?
Der Übeltäter ist der Aufbau der Schneeschicht. Die Basis besteht aus „Schwimmschnee“ (Zuckerschnee) und kantigen Kristallen. Darüber liegt eine Schicht Neuschnee, die vom Wind verfrachtet wurde. Die größte Gefahr: Diese frischen Triebschnee-Pakete wurden anschließend wieder von einer neuen Schicht Neuschnee ohne Wind überdeckt. Dadurch sind die Gefahrenstellen von außen praktisch nicht mehr zu erkennen. Selbst an sonnigen Südhängen oberhalb von 2400 bis 2600 Metern sind diese Schwachstellen mittlerweile vorhanden.
Empfehlungen für Wintersportler
Angesichts der aktuellen Bedingungen wird dringend empfohlen, sich äußerst defensiv zu verhalten.
- Bleiben Sie auf den Pisten: Vom Skifahren abseits der markierten und präparierten Routen wird in den Risikogebieten strengstens abgeraten.
- Vorsicht vor Eisplatten: Kürzlich sind glatte Eisflächen (Eisgallen) unter einer dünnen Schneeschicht verschwunden, was eine erhöhte Sturzgefahr darstellt.
- Lokale Updates prüfen: Die Situation kann von Tal zu Tal variieren. Im Nordwesten und Nordosten tritt eine langsame Stabilisierung ein, doch auch dort bleibt die Lage tückisch.
Behalten Sie die lokalen Lawinenlageberichte genauestens im Auge, bevor Sie auf den Berg gehen. Sicherheit geht vor!






