Beschwerde wegen absinkendem Wasserspeicher in Courchevel eingereicht

Rund um den umstrittenen Wasserspeicher oberhalb von Courchevel gibt es erneut Aufregung. Eine französische Anti-Korruptions-Vereinigung hat offiziell Beschwerde wegen möglicher Gefahren rund um das riesige Becken eingereicht, das für die Schneeproduktion angelegt wurde. Laut Studien weist das Reservoir bereits seit Jahren Absenkungen auf.

Im Überblick:

  • Wasserspeicher oberhalb von Courchevel sinkt bereits seit einigen Jahren ab.
  • Beschwerde wegen möglicher Gefahr für Anwohner eingereicht.
  • Das Reservoir wurde für die Ski-WM 2023 und die Olympischen Spiele 2030 gebaut.
  • Wassermenge wurde vorsorglich bereits drastisch reduziert.
  • Experten weisen auf schmelzenden Untergrund mit Permafrost hin.

Großer Wasserspeicher für Kunstschnee

Das sogenannte Becken von La Loze wurde 2020 auf etwa 2.270 Metern Höhe angelegt. Das Reservoir kann maximal 170.000 Kubikmeter Wasser speichern und wurde gebaut, um die Schneekanonen des Skigebiets Courchevel-La Tania mit Wasser zu versorgen. Vor allem die bekannte Eclipse-Piste sollte damit für Großereignisse wie die Ski-WM 2023 und möglicherweise auch die Olympischen Winterspiele 2030 schneesicher bleiben.

Absenkungen seit Inbetriebnahme

Laut französischen Medien wurden bereits kurz nach der Inbetriebnahme die ersten Absenkungen festgestellt. Eine umfassende Untersuchung des Ingenieurbüros Artelia kam Ende 2025 zu dem Schluss, dass der Untergrund instabil wird, da sich unter dem Reservoir ein Blockgletscher mit Permafrost befindet. Durch Wärmeeffekte des Wasserspeichers selbst würde das Eis im Untergrund beschleunigt schmelzen. Dadurch würden die Fundamente langsam absinken. Vorsorglich wurde das Reservoir Ende letzten Jahres bereits fast vollständig leergepumpt: von 170.000 auf etwa 25.000 Kubikmeter Wasser. Zu Beginn der Woche waren die News-Plattformen wieder voll davon. In den internationalen Medien wurde über ein großes Risiko berichtet.

Beschwerde wegen Gefahr für Bewohner

Die Vereinigung AC !! Anti-Corruption hat nun eine offizielle Beschwerde wegen „Gefährdung von Menschenleben“ und möglicher Umweltschäden eingereicht. Laut der Vereinigung hätte ein eventueller Dammbruch fatale Folgen für das tiefer gelegene Dorf La Tania haben können. In französischen Medien ist die Rede von Szenarien, bei denen Schlamm, Steine, Eis und Wasser in Richtung des Dorfes fließen könnten. Zudem wird untersucht, ob frühere Umweltstudien möglicherweise unvollständig waren oder Risiken unterschätzt haben.

Courchevel will Reservoir anpassen

Der Betreiber S3V und die Gemeinde Courchevel räumen ein, dass das Becken weiter untersucht wird. Laut französischen Medien will man das Reservoir anpassen und die Speicherkapazität auf etwa 130.000 Kubikmeter senken. Zudem folgen neue geotechnische Untersuchungen.

Diskussion über Bauen auf Permafrost nimmt zu

Das Dossier sorgt erneut für Diskussionen über das Bauen in hochalpinen Gebieten, in denen der Permafrost langsam auftaut. Durch steigende Temperaturen sind Fundamente, Lifte, Pisten und Infrastruktur in größeren Höhen immer häufiger mit instabilen Untergründen konfrontiert.

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