sneeuwkan

Gigantisches Wasserreservoir oberhalb von Courchevel droht abzusacken

Oberhalb des französischen Skiurlaubsortes Courchevel ist Unruhe um ein riesiges Wasserreservoir für die Beschneiung entstanden. Das auf dem Loze-Gletscher errichtete Becken sackt offenbar langsam ab, da der Untergrund instabil wird. Französische Medien sprechen von einem möglichen Risiko für das tiefer gelegene Gebiet, woraufhin das Reservoir inzwischen weitgehend leergepumpt wurde.

Reservoir für Weltcup und Olympische Spiele gebaut

Das Wasserreservoir wurde 2020 auf rund 2270 Metern Höhe angelegt und kostete etwa 5,7 Millionen €. Das Becken hat eine Kapazität von über 170.000 m³ Wasser und wurde gebaut, um genügend technischen Schnee für die berühmte Éclipse-Piste in Courchevel produzieren zu können. Diese Piste spielte eine wichtige Rolle während der Alpinen Ski-WM 2023 und soll auch bei den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen genutzt werden.

Reservoir sackt jährlich weiter ab

Laut französischer Berichterstattung wurde bereits kurz nach der Inbetriebnahme deutlich, dass das Reservoir abzusacken begann. Zuerst schien es sich um eine normale Setzung der Konstruktion zu handeln, doch spätere Untersuchungen ergaben, dass die Situation ernster ist.

Das Ingenieurbüro Artelia kam zu dem Schluss, dass sich der Untergrund unter dem Reservoir schnell verändert, da der Gletscherkörper, auf dem das Becken errichtet wurde, auftaut. Dadurch würde die Dammkonstruktion langsam instabil werden. Das Reservoir soll inzwischen um etwa 15 Zentimeter pro Jahr absacken. Besonders die Seite des Damms oberhalb eines tiefer gelegenen Wohngebiets bereitet Sorgen. Unterhalb des Reservoirs befinden sich Dutzende Chalets und Hotelresidenzen.

Wasser weitgehend abgepumpt

Vorsorglich beschlossen die Behörden in der französischen Region Savoyen, das Becken weitgehend leerlaufen zu lassen. Zuerst wurde der Wasserspiegel auf etwa 146.000 m³ gesenkt, später weiter auf 132.000 m³ und schließlich blieb nur noch ein kleiner Teil übrig. Damit soll der Druck auf die Konstruktion vorübergehend verringert werden, während nach einer strukturellen Lösung gesucht wird.

Schmelzender Untergrund durch warmes Wasser?

Auffallend ist, dass einige Experten glauben, dass nicht nur die Klimaerwärmung für die Probleme verantwortlich ist. Den Berichten zufolge soll auch das Reservoir selbst eine Rolle spielen. Das Wasser erwärmt sich im Frühjahr und würde dadurch wie eine Art „Heizkörper“ wirken, wodurch das Eis im Untergrund schneller schmilzt.

Das macht die Situation besonders heikel, da Wasserreservoirs für Schneekanonen für viele Skigebiete in den Alpen immer wichtiger werden.

Technischer Schnee wird immer wichtiger

Aufgrund milderer Winter investieren immer mehr Skigebiete in größere Reservoirs und moderne Anlagen für technischen Schnee. Besonders für internationale Wettkämpfe und belebte Skiurlaubsgebiete ist Schneesicherheit essenziell geworden.

Der Vorfall in Courchevel zeigt Experten zufolge, dass neue Infrastruktur in hochalpinem Gelände immer sorgfältiger geplant werden muss, insbesondere wenn sie auf Gletschern oder Permafrostgebieten errichtet wird, die sich durch steigende Temperaturen verändern.

Lies mehr: Neue Studie enthüllt, wie viel Schneekanonen wirklich verbrauchen

Teile diesen Artikel:

Wonach suchen Sie?