Nach mehr als einem Jahrhundert verschwindet eine der traditionellsten Sportarten im Skiurlaub vom olympischen Programm. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat beschlossen, dass die Nordische Kombination kein Teil mehr der Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen sein wird. Die Entscheidung sorgt für viel Kritik aus der internationalen Welt des Skiurlaubs.
Im Überblick:
- Die Nordische Kombination verschwindet von den Olympischen Winterspielen 2030.
- Die Sportart stand seit den ersten Winterspielen 1924 ununterbrochen auf dem Programm.
- Laut IOC schneidet die Disziplin bei der Beliebtheit und der internationalen Verbreitung zu schlecht ab.
- Ski- und Sportverbände sprechen von einem schweren Schlag für den Skiurlaub.
- Eine Rückkehr für die Winterspiele 2034 wird nicht vollständig ausgeschlossen.
Olympische Tradition von über hundert Jahren endet
Mit dem Beschluss des IOC verschwindet eine der ältesten olympischen Sportarten im Skiurlaub vom Programm. Die Nordische Kombination, bei der Skispringen und Langlauf kombiniert werden, war seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 ununterbrochen Teil der Spiele. Für die Winterspiele 2030 in den französischen Alpen ist damit nun Schluss. Damit verschwindet eine Disziplin, die vor allem in Ländern wie Österreich, Deutschland, Norwegen, Finnland und Japan eine reiche Geschichte hat.
Warum streicht IOC die Sportart?
Laut IOC schnitt die Nordische Kombination während der Winterspiele von Mailand-Cortina 2026 im Bereich Beliebtheit am schlechtesten ab. Bei elf der vierzehn untersuchten Indikatoren landete die Disziplin auf dem letzten Platz. Zudem weist das IOC auf die begrenzte internationale Verbreitung des Sports hin. Während der letzten vier Olympischen Winterspiele wurden die Medaillen unter nur fünf Ländern aufgeteilt.
Zudem spielte eine Rolle, dass sich der Frauenbereich relativ spät entwickelt hat. Weltcup-Wettbewerbe für Frauen gibt es erst seit 2020 und die erste WM für Frauen wurde 2021 organisiert. IOC-Vorsitzende Kirsty Coventry ließ jedoch wissen, dass eine Rückkehr für die Winterspiele 2034 in Salt Lake City nicht völlig ausgeschlossen ist.
Große Enttäuschung in der Skiwelt
Die Entscheidung führt zu viel Unverständnis bei nationalen Skiverbänden und ehemaligen Spitzensportlern.
- Der Deutsche Skiverband (DSV) nennt den Beschluss „schwer nachvollziehbar“. Laut Sportdirektor Andreas Schlütter ist die Nordische Kombination einer der Kernbestandteile des nordischen Skisports und hat über Jahrzehnte zur Entwicklung der Landschaft im Skiurlaub beigetragen.
- Auch der Österreichische Skiverband reagierte heftig. Sportdirektor und ehemaliger Olympiasieger Mario Stecher spricht von einem „schweren Schlag“ für den österreichischen Skiurlaub und nennt die Entscheidung eine „Hiobsbotschaft“. Seiner Meinung nach wurde die Entwicklung, die der Sport in den letzten Jahren durchgemacht hat, unzureichend berücksichtigt.
- In Frankreich sprechen ehemalige Olympiasieger sogar von einem „schwarzen Tag“ für den Sport. Sie befürchten, dass das Verschwinden des olympischen Status große Folgen für die Talententwicklung, das Sponsoring und die Medienaufmerksamkeit haben wird.
Folgen für die Zukunft
Obwohl die Nordische Kombination vom olympischen Programm verschwindet, bleiben der Weltcup und die Weltmeisterschaften vorerst bestehen. Dennoch befürchten viele Beteiligte, dass der Verlust des olympischen Status langfristig Einfluss auf die Finanzierung, die Jugendarbeit und die nationalen Spitzensportprogramme haben wird.
Für viele junge Sportler ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen schließlich das ultimative Ziel. Ohne diese Perspektive besteht die Chance, dass Talente sich für andere Disziplinen innerhalb des nordischen Skisports entscheiden.






