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Skisprung-WM künftig eventuell jedes Jahr – außer in olympischen Wintern

Der internationale Skiverband FIS prüft, ob die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Zukunft fast jedes Jahr ausgetragen werden sollen. Bisher finden die Weltmeisterschaften im Skispringen, in der Nordischen Kombination und im Skilanglauf alle zwei Jahre statt. Nur in olympischen Wintern würde nach der neuen Idee keine WM stattfinden. Die Pläne sind noch in einem frühen Stadium: Eine Entscheidung wird frühestens 2028 erwartet.

Kurz zusammengefasst

  • Der FIS-Rat erörtert die Möglichkeit, die Nordischen Weltmeisterschaften künftig jährlich abzuhalten, mit Ausnahme der olympischen Jahre.
  • Seit 41 Jahren finden diese Weltmeisterschaften im Zweijahresrhythmus statt.
  • Sollte das Modell eingeführt werden, wäre dies frühestens 2032 der Fall.
  • Oberstdorf erhielt den Zuschlag für die WM 2031 nach einer schwierigen Entscheidungsfindung; Planica ging bei der Vergabe leer aus.
  • Die nächsten Nordischen Ski-Weltmeisterschaften sind für Falun (2027) und Lahti (2029) geplant.

Noch kein endgültiger Plan

Es handelt sich vorerst um eine Idee, die innerhalb der FIS diskutiert wird, und nicht um einen beschlossenen Plan. Sandro Pertile, Renndirektor des Skisprung-Weltcups, bestätigte gegenüber dem polnischen Fachportal skijumping.pl, dass das Thema auf dem Tisch liegt. „Der FIS-Rat prüft die Möglichkeit, die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften jedes Jahr abzuhalten, mit Ausnahme der olympischen Jahre“, sagte der Italiener. Er betonte gleichzeitig, dass sich die Überlegungen noch in einem frühen Stadium befinden.

Laut dem polnischen Portal fällt eine Entscheidung wahrscheinlich erst 2028, und das frühestens. Für den Skiurlaub-Fan ändert sich also vorerst nichts am vertrauten Zweijahreszyklus.

Was das neue Modell bedeuten würde

Momentan wechseln sich die Nordischen Weltmeisterschaften und die Olympischen Winterspiele alle zwei Jahre ab, sodass es in jedem Winter einen großen Titelkampf gibt. Im vorgeschlagenen Modell gäbe es in jedem nicht-olympischen Winter eine WM mit Titeln im Skispringen, in der Nordischen Kombination und im Skilanglauf. Nur in einem olympischen Winter würde eine separate WM entfallen.

Der Vorteil für die FIS: Es gäbe keinen Winter mehr ohne ein eigenes großes Titelevent. Das könnte laut Quellen das Zuschauerinteresse steigern, da es keine „titellosen“ Winter mehr gäbe.

Keine neue Idee

So einschneidend es auch klingen mag, historisch gesehen ist eine jährliche WM nicht neu. Zwischen 1925 und 1939 wurden die nordischen Titel fast jährlich vergeben, mit Ausnahme der Jahre, in denen Olympische Winterspiele auf dem Programm standen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Zyklus hingegen gestreckt: Von 1950 bis 1982 fand die WM nur alle vier Jahre statt, jeweils in der Mitte des olympischen Zyklus. Seit über vier Jahrzehnten gilt nun der Zweijahresrhythmus.

Es ist ungewiss, ob eine alte Regelung zurückkehren würde, bei der Olympiasieger gleichzeitig als Weltmeister gewertet wurden. Dies war laut Quellen von 1924 bis 1980 der Fall.

Die Rolle von Oberstdorf 2031

Anlass für die Diskussion ist unter anderem die Vergabe der WM 2031. Dafür hatten sich Oberstdorf und Planica beworben. Die Entscheidung fiel nicht während des FIS-Kongresses im Juni in Belgrad, sondern erst bei einer späteren Sitzung des FIS-Rats im Juli.

Dass der Knoten in Belgrad nicht durchgeschlagen wurde, sorgte für Unmut. Laut BR24 gab es Buhrufe und Pfiffe, als bekannt wurde, dass noch keine Entscheidung vorlag. DSV-Vorstand Stefan Schwarzbach, der vor Ort war, nannte den Vorgang außergewöhnlich: „So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Letztendlich erhielt Oberstdorf den Zuschlag für die WM 2031. Für den Allgäuer Skiurlaub-Ort ist das etwas Besonderes: Die letzte WM dort fand 2021 während der Corona-Pandemie vor leeren Tribünen statt. Für 2031 hofft der Ort auf eine vollwertige WM mit Publikum.

Planica hatte einen ungewöhnlichen Vorschlag gemacht: Die Slowenen wollten sich gleichzeitig für 2031 und 2033 bewerben. In diesem Modell wäre Oberstdorf 2031 an der Reihe gewesen und Planica zwei Jahre später. Der FIS-Rat lehnte diesen Vorschlag ab, rief Planica und andere interessierte Organisatoren jedoch dazu auf, über eine Kandidatur für 2033 nachzudenken – oder sogar für 2032, falls die WM-Regelung angepasst wird.

Ende der FIS-Games?

Eine jährliche WM würde einen früheren Plan weitgehend überflüssig machen. Unter dem mittlerweile abgesetzten FIS-Präsidenten Johan Eliasch wurden die sogenannten FIS-Games ins Leben gerufen: ein gemeinsames Wintersport-Event, das die Lücke zwischen zwei Olympischen Winterspielen füllen sollte. Die Premiere war ursprünglich für 2028 geplant.

Seit Eliasch weg ist, ist dieses Projekt weitgehend aus dem Blickfeld verschwunden. Eine jährliche WM könnte denselben Zweck erfüllen, jedoch mit bestehenden Wettkämpfen und echten Weltmeistertiteln anstelle eines komplett neuen Events.

Was jetzt passiert

Vorerst bleibt alles beim Alten. Die nächsten Nordischen Weltmeisterschaften sind für Falun 2027 und Lahti 2029 geplant, gefolgt von Oberstdorf 2031. Erst wenn der FIS-Rat 2028 eine Entscheidung trifft, könnte ein jährliches Modell frühestens 2032 in Kraft treten. Wir halten dich über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

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