Große Änderung geplant: FIS will fast jedes Jahr eine Ski-WM

Der internationale Ski- und Snowboardverband FIS will das Konzept der Weltmeisterschaften grundlegend ändern. Ab 2032 sollen WMs nicht mehr nur in ungeraden Jahren, sondern auch in geraden Jahren ohne Olympische Winterspiele stattfinden. Damit stünde fast jeden Winter ein großes Titelturnier auf dem Programm. Der Plan gilt für die verschiedenen Skiurlaub-Disziplinen der FIS, darunter Ski Alpin, Langlauf, Skispringen, Freestyle und Snowboarden.

Kurz zusammengefasst

  • Die FIS will ab 2032 in jedem nicht-olympischen Jahr Weltmeisterschaften organisieren.
  • Eine zusätzliche WM-Ausgabe im Jahr 2028 wird bereits geprüft.
  • Der Plan basiert auf einer vorläufigen Machbarkeitsstudie, muss aber praktisch noch weiter ausgearbeitet werden.

Bisher nur Weltmeisterschaften in ungeraden Jahren

Weltmeisterschaften in den großen FIS-Wintersportarten finden derzeit alle zwei Jahre statt. In den ungeraden Jahren kämpfen die besten Skifahrer, Snowboarder, Langläufer und Skispringer um die Welttitel. Alle vier Jahre stehen in einem geraden Jahr die Olympischen Winterspiele im Mittelpunkt.

Dadurch gibt es im Skiurlaub derzeit noch gerade Jahre ohne ein globales Titelturnier. In diesen Wintern liegt der Schwerpunkt voll und ganz auf dem Weltcup und dem Kampf um die Kristallkugeln. Wenn der Plan der FIS aufgeht, verschwinden diese Zwischenjahre ab 2032.

FIS stimmt neuem Konzept zu

Der FIS-Vorstand besprach den Plan während einer zweitägigen Sitzung und eines Strategietreffens im Schweizer Thun. Den Mitgliedern wurde dort eine vorläufige Machbarkeitsstudie präsentiert.

Auf dieser Grundlage hat der Vorstand dem Konzept zugestimmt, häufiger Weltmeisterschaften zu organisieren. Ab 2032 sollen die WMs nicht nur in ungeraden Jahren stattfinden, sondern auch in allen geraden Jahren, in denen keine Olympischen Winterspiele abgehalten werden. Das bestätigt die FIS in einer offiziellen Mitteilung.

Der Plan ist also mehr als nur ein loser Gedanke, aber die vollständige praktische Ausarbeitung steht noch nicht fest. Aspekte wie der Wettkampfkalender, die verfügbaren Organisatoren und die Folgen für Athleten und Weltcup-Rennen müssen weiter untersucht werden.

Möglicherweise schon eine zusätzliche WM im Jahr 2028

Das neue Konzept könnte eventuell schon früher sichtbar werden. Die FIS ist offen dafür, die Machbarkeit einer zusätzlichen WM-Ausgabe im Jahr 2028 zu prüfen.

Das bedeutet noch nicht, dass diese Weltmeisterschaft definitiv stattfindet. Zuerst folgt eine umfassendere Bewertung. Die FIS nennt 2032 vorläufig als das Jahr, in dem die erhöhte Frequenz strukturell in Kraft treten soll.

In den kommenden Jahren bleiben die bereits geplanten Meisterschaften im Kalender. 2027 findet die Ski-WM Alpin in Crans-Montana statt, und die nordischen Welttitel werden in Falun vergeben. Die Wettbewerbe für Snowboarder und Freestyler finden in diesem Jahr unter anderem in Montafon und Kühtai statt.

Fast jeden Winter ein großes Titelturnier

Ab 2032 würde der internationale Skiurlaub-Kalender ganz anders aussehen. In einem olympischen Jahr bleiben die Olympischen Winterspiele das wichtigste Titelturnier. In allen anderen Jahren kommen Weltmeisterschaften hinzu.

In der Praxis bedeutet dies, dass Spitzensportler fast jeden Winter um olympische oder Welttitel kämpfen. Lediglich die Orte und Programme unterscheiden sich je nach Disziplin. Es handelt sich nicht um eine gemeinsame Wettkampfwoche, sondern um separate WMs für unter anderem Ski Alpin, nordischen Sport, Snowboard und Freestyle.

Für Fans und Fernsehsender bedeutet das häufiger Medaillenentscheidungen. Gleichzeitig verschwindet ein Teil der Exklusivität, die die Weltmeisterschaften derzeit haben. Auch könnte die zusätzliche Ausgabe Folgen für die Bedeutung und Planung des Weltcups haben.

Kommerzielle Chancen spielen eine Rolle

Die vorläufige Machbarkeitsstudie untersuchte laut FIS drei wichtige Bereiche: den sportlichen Wert, die Auswirkungen auf den Kalender und die kommerziellen Möglichkeiten rund um die Medienrechte.

Weltmeisterschaften ziehen in der Regel mehr Aufmerksamkeit auf sich als ein reguläres Weltcup-Rennen. Durch häufigere WMs entstehen mehr große Fernsehmomente und zusätzliche Möglichkeiten für den Verkauf von Medien- und Marketingrechten.

Die FIS hat noch keine Beträge genannt und auch nicht bekannt gegeben, wie die Einnahmen verteilt werden sollen. Ebenso ist unklar, welche finanziellen Anforderungen künftig für Orte und Regionen gelten, die eine zusätzliche WM ausrichten möchten.

Auch der Weltcup-Kalender wird neu überdacht

Die FIS arbeitet gleichzeitig an einem langfristigen Kalender für den Weltcup. Dabei will der Verband Rennen häufiger pro Region gruppieren. So können mehrere Rennen in benachbarten Ländern oder Gebieten hintereinander organisiert werden.

Das soll unter anderem die Reisebewegungen innerhalb der verschiedenen Wettbewerbe einschränken. Die FIS will dabei ein Gleichgewicht zwischen neuen Skiurlaub-Märkten und dem Schutz traditioneller Austragungsorte finden.

Die zusätzlichen Weltmeisterschaften sollen letztlich in diesen neuen Kalender eingepasst werden. Nach weiterer Ausarbeitung geht der Vorschlag zunächst an das Management der FIS und die Verantwortlichen für die Medienrechte. Anschließend muss der Vorstand den endgültigen Kalender und die praktische Umsetzung noch genehmigen.

Noch viele Fragen zur Umsetzung

Obwohl der FIS-Vorstand dem Konzept zugestimmt hat, sind längst nicht alle Details bekannt. So ist noch unklar, wie viele ausrichtende Regionen Interesse an den zusätzlichen Meisterschaften haben und wie die WMs in den ohnehin schon vollen Skiurlaub-Kalender passen.

Zudem muss sich zeigen, wie Sportler, nationale Verbände und Organisatoren auf den Plan reagieren. Für sie bedeutet ein zusätzliches Titelturnier möglicherweise mehr Rennen, Vorbereitung und organisatorische Kosten.

Die Richtung ist jedoch klar: Die FIS will ab 2032 fast jedes Jahr Weltmeisterschaften abhalten. Ob die Revolution bereits 2028 beginnt, hängt von der ergänzenden Machbarkeitsstudie ab.

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