Die Diskussion über die Zukunft des Skifahrens in den Alpen flammt erneut auf. Ein neuer Bericht der Umweltorganisation Legambiente zeigt, wie stark sich die Bedingungen in einigen Bergregionen verändern. Weniger Naturschnee, steigende Kosten und eine wachsende Abhängigkeit von Kunstschnee stellen das traditionelle Skiurlaub-Modell immer häufiger infrage.
Im Überblick:
- Neuer Bericht weist auf eine starke Abnahme von Naturschnee in Teilen der Alpen hin.
- Skigebiete werden immer abhängiger von Kunstschnee.
- Diskussion über die Zukunft tiefer gelegener Skigebiete wächst.
Neuer Bericht: Nevediversa 2026
Im Bericht Nevediversa 2026 wird unter anderem die Situation in der italienischen Region Trentino beleuchtet. Dort wurde zu Beginn der Skiurlaub-Saison 2025/2026 ein Defizit von etwa 67 % an Naturschnee gemessen. Gleichzeitig wächst die Anzahl der Wasserspeicher für die Schneeproduktion, und die Investitionen in die Ski-Infrastruktur gehen weiter.
Weniger Schnee, mehr Kunstschnee
Laut den Forschern wird künstlicher Schnee in vielen Skigebieten immer wichtiger, um die Pisten offen zu halten. Das erfordert große Mengen an Wasser und Energie. In ganz Italien sind mittlerweile 169 Speicher registriert, die speziell für die Produktion von Kunstschnee angelegt wurden. Die Region Trentino-Südtirol zählt mit 61 Wasserbecken die meisten des Landes. Damit gehört das Gebiet zu den Regionen, in denen die Abhängigkeit von technischer Schneeproduktion am größten ist.
Diskussion über tiefer gelegene Skigebiete
Der Bericht weist auch auf die Anfälligkeit tiefer gelegener Skigebiete hin. Einige kleinere Stationen können nur dank erheblicher Investitionen in Beschneiungsanlagen und Infrastruktur offen bleiben. Als Beispiel wird unter anderem Bolbeno genannt, ein Skigebiet, das zwischen 573 und 663 Metern Höhe liegt. Laut den Autoren des Berichts ist es in solchen Gebieten immer schwieriger, eine stabile Skiurlaub-Saison zu garantieren. Nicht jeder teilt diese Kritik. Regionale Politiker betonen, dass der Wintersport nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsmotor für Bergregionen ist.
Alternativen für die Zukunft
Gleichzeitig suchen einige Destinationen nach neuen Modellen für den Bergtourismus. In Garessio 2000 im Piemont wurde beispielsweise auf Pläne für einen großen Wasserspeicher für Kunstschnee verzichtet. Stattdessen konzentriert man sich mehr auf Ganzjahrestourismus mit Aktivitäten im Winter wie im Sommer. Die Diskussion über die Zukunft des Skifahrens spielt zudem vor dem Hintergrund der Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele von Milano-Cortina 2026, für die große Investitionen in die Berginfrastruktur getätigt wurden.
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