Letzte Woche stand der Schneezähler in Portillo noch bei über 5 Metern, aber mittlerweile wurde erneut eine bemerkenswerte Grenze überschritten. Das chilenische Skigebiet meldet nun 602 cm Schnee seit Saisonbeginn. An Skifahren ist dort vorerst jedoch nicht zu denken: Beide Zufahrtsstraßen sind gesperrt und kein einziger Lift ist in Betrieb.
Kurz zusammengefasst
- Portillo hat in dieser Saison mittlerweile 602 cm Schnee registriert.
- In den letzten sieben Tagen fielen weitere 255 cm.
- Die aktuelle Schneehöhe beträgt 260 cm am Hotel und 270 cm auf dem Plateau.
- Die Zufahrtsstraßen von Santiago und Mendoza aus sind immer noch gesperrt.
- Alle Lifte in Portillo stehen momentan still.
- Valle Nevado hat inzwischen 30 der 45 Pisten geöffnet.
- Im argentinischen Las Leñas ist seit dem 25. Juli das gesamte Skigebiet verfügbar.
Schneezähler steigt auf 602 cm
Die offizielle Schneemessung von Portillo zeigt am Montag, den 27. Juli, erneut beeindruckende Zahlen. In den vergangenen 24 Stunden fielen 22 cm Schnee und über die letzten sieben Tage wurden 255 cm registriert. Seit Beginn der Saison steht der Zähler mittlerweile bei 602 cm.
Damit ist seit dem Meilenstein von über 5 Metern erneut eine ordentliche Menge hinzugekommen. Der oft genannte durchschnittliche Schneefall in Portillo beträgt etwa 508 cm über eine gesamte Saison. Diese Grenze wurde jetzt schon überschritten, obwohl die Skisaison normalerweise noch bis Ende September dauert.
Keine 6 Meter Schneedecke
Die 602 cm bedeuten nicht, dass überall eine Schneeschicht von über 6 Metern auf dem Boden liegt. Es handelt sich um den gesamten Schneefall seit Saisonbeginn, alles zusammengerechnet. Neuschnee setzt sich mit der Zeit, wird komprimiert und kann durch starken Wind verweht werden. Beim Hotel Portillo wird derzeit eine Schneehöhe von 260 cm gemessen. Auf der Plateau-Piste liegen etwa 270 cm. Für die höheren Teile des Berges wurden noch keine zuverlässigen aktuellen Dicken veröffentlicht.
Auch eine Schneehöhe von über 2,5 Metern ist außergewöhnlich. Gebäude, Lifte und Fahrzeuge sind dadurch teilweise eingeschneit, und die Mitarbeiter müssen riesige Schneemengen entfernen, bevor alles wieder normal funktionieren kann.
Portillo bleibt komplett abgeriegelt
Trotz der enormen Schneemengen ist Portillo immer noch nicht für neue Gäste zugänglich. Die Straße von Santiago aus ist gesperrt, und auch von Mendoza in Argentinien aus kann das Skigebiet nicht erreicht werden. Der internationale Grenzübergang Cristo Redentor ist ebenfalls als geschlossen gemeldet.
Das Skigebiet ist seit dem 14. Juli abgeriegelt. Portillo berichtete zuvor, dass Dauer und Intensität des schlechten Wetters sehr ungewöhnlich seien und dass es lange Zeit kein sicheres Wetterfenster gab, um Gäste sicher über die Straße oder durch die Luft zu befördern. Laut aktuellem Liftbericht sind 0 % der Lifte geöffnet.
Erst Schnee räumen und Lawinengefahr prüfen
Sobald sich das Wetter ausreichend bessert, kann Portillo mit den umfangreichen Vorbereitungen für eine Wiedereröffnung beginnen. Nicht nur die Pisten müssen präpariert werden: Auch die Liftanlagen, Gebäude und Wege müssen ausgegraben werden.
Zudem müssen lawinengefährdete Hänge kontrolliert werden. Bei einer Schneedecke, die in kurzer Zeit um mehrere Meter wächst, können schwache Schichten tief unter dem Neuschnee liegen. Eine schnelle Öffnung des gesamten Skigebiets ist daher unwahrscheinlich.
Portillo hat noch kein Datum genannt, an dem die Straßen oder Pisten wieder geöffnet werden. Die Behörden entscheiden letztlich, wann die Route von Chile aus sicher genug ist, um den Verkehr zuzulassen.
Gäste sitzen immer noch im Hotel Portillo fest
Im Hotel Portillo halten sich immer noch Gäste auf, die bereits vor Ort waren, als die Zufahrtsstraße am 14. Juli gesperrt wurde. Sie können das Skigebiet vorerst nicht verlassen, während auch keine neuen Besucher zugelassen werden. Portillo meldete zuvor, dass es aufgrund des anhaltenden schlechten Wetters keine sichere Möglichkeit gab, Gäste über die Straße oder per Hubschrauber zu transportieren. Wie viele Gäste sich derzeit im Hotel aufhalten, wurde nicht bekannt gegeben. Wenn es die Bedingungen zuließen, konnte für die anwesenden Gäste zeitweise ein Lift laufen, aber offiziell ist das Skigebiet immer noch geschlossen.
Valle Nevado öffnet immer mehr Pisten
In Valle Nevado, östlich von Santiago, können Wintersportler ihren Skiurlaub mittlerweile genießen und von den Schneemassen profitieren. Dort steht der Saisonzähler bei 368 cm. In den letzten sieben Tagen fielen 157 cm, davon 19 cm in den letzten 24 Stunden. Am 26. Juli waren 30 der 45 Pisten und 9 der 13 Lifte geöffnet. Das Skigebiet arbeitet noch an der Inbetriebnahme weiterer Bereiche.
Die Zufahrtsstraße G-251 ist offen, aber nur einspurig befahrbar. Der Verkehr wird geregelt und Schneeketten sind Pflicht. Zwischen 13:00 und 15:00 Uhr wird die Straße für Räumungsarbeiten an Schnee und Eis gesperrt.
El Colorado fast vollständig geöffnet
Auch in El Colorado hat sich die Situation nach dem Schneefall stark verbessert. Laut aktuellem Pistenbericht sind 92,9 % der Pisten geöffnet. Von den Liften sind 93,8 % in Betrieb und insgesamt stehen 45,5 Pistenkilometer zur Verfügung. Auch der Weg zum Skigebiet ist offen.
Der Kontrast zu Portillo ist daher groß. Während Skifahrer rund um Santiago mittlerweile einen Großteil des Geländes nutzen können, sorgen die noch größeren Schneemassen in Portillo gerade für einen kompletten Stillstand.
Las Leñas öffnet das gesamte Skigebiet
Auch auf der argentinischen Seite der Anden hat der Schneefall der Saison einen ordentlichen Schub gegeben. Las Leñas gab bekannt, dass ab Samstag, dem 25. Juli, alle drei Sektoren des Skigebiets verfügbar sind. Damit kann das gesamte Skigebiet zum Skifahren und Snowboarden genutzt werden, auch wenn temporäre Schließungen bei schlechtem Wetter möglich bleiben.
Am Montag, den 27. Juli, meldete Las Leñas eine Schneehöhe von 50 cm an der Talstation, 85 cm auf halber Höhe und 2,5 Meter am Gipfel. Das zeigt auch hier, wie groß die Unterschiede zum Anfang Juli sind, als nur wenige Pisten und Lifte öffnen konnten.
Von der Traummenge zum logistischen Albtraum
Für den Rest des Winters bildet der Schneefall eine hervorragende Basis. Dennoch beweist Portillo erneut, dass es auch so etwas wie zu viel Schnee in zu kurzer Zeit gibt.
Mehr als 6 Meter gefallener Schnee liefern spektakuläre Bilder, bedeuten aber nicht automatisch, dass sofort Ski gefahren werden kann. Erst wenn die Straßen geräumt sind, die Lawinengefahr beurteilt wurde und die Liftanlagen ausgegraben sind, kann sich das Gebiet auf eine Wiedereröffnung vorbereiten.
Mit noch fast zwei Monaten Winter vor sich kann der Saisonzähler von Portillo zudem noch viel weiter ansteigen. Wann das Skigebiet tatsächlich wieder erreichbar sein wird, ist vorerst noch unklar.
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