Der außergewöhnliche Schneesturm in den Anden ist noch viel gewaltiger geworden, als man vor ein paar Tagen dachte. Während Portillo zuvor 309 cm in 72 Stunden meldete, stand der Zähler nun schon bei über 4,5 Metern. Das chilenische Skigebiet bleibt komplett abgeriegelt, während Valle Nevado nach fast 2,5 Metern Schnee vorsichtig und unter strengen Auflagen den Betrieb wieder aufnimmt.
Kurz zusammengefasst
- Portillo meldete mehr als 4,5 Meter Neuschnee.
- Das Skigebiet und die Zufahrtsstraße bleiben aus Sicherheitsgründen geschlossen.
- In Valle Nevado fielen in sieben Tagen 244 cm Schnee.
- Dort sind inzwischen 12 der 45 Pisten und 7 der 13 Lifte geöffnet.
- Die Straßen in Richtung Valle Nevado sind nur kontrolliert und für bestimmte Gruppen zugänglich.
- Auch nach diesen Schneemassen blieb neuer Schnee in der Vorhersage stehen.
Von 3 auf über 4,5 Meter Schnee
Anfang dieser Woche schrieben wir noch, dass in Portillo in nur 72 Stunden 309 cm Schnee gefallen waren. Dabei blieb es nicht. In einem neuen Update lässt das Skigebiet wissen, dass der gesamte Schneefall inzwischen auf über 4,5 Meter angewachsen ist. Die Intensität und vor allem die lange Dauer des Sturms werden von Portillo als sehr ungewöhnlich beschrieben. Zudem änderte sich die Wettervorhersage ständig. Daher konnte das Skigebiet noch nicht vorhersagen, wann eine ausreichend lange Phase mit ruhigem Wetter eintreten würde, um die Erreichbarkeit wiederherzustellen. Auch für die kommenden Tage wird noch zusätzlicher Schnee erwartet. Die endgültige Menge dieses kompletten Sturmzyklus kann dadurch noch höher ausfallen.
Portillo bleibt komplett abgeriegelt
Die Zufahrtsstraße nach Portillo ist immer noch gesperrt. Das isoliert gelegene Skigebiet kann daher vorerst keine neuen Gäste empfangen. Auch der Zugang aus der Luft ist unter den aktuellen Bedingungen nicht selbstverständlich. Eine Wiedereröffnung erfordert mehr als nur das Räumen der Straße. Lawinengefährdete Hänge müssen kontrolliert, Schneemassen um Gebäude und Lifte entfernt und auch die technische Infrastruktur überprüft werden.
Portillo behält die Wettervorhersage ständig im Auge, konnte aber noch keine Angabe machen, wann das Skigebiet wieder erreichbar sein wird. Die Sicherheit bleibt dabei oberste Priorität.
Auch anderswo mehrere Meter Schnee
Portillo ist nicht das einzige Skigebiet, das während dieses Sturmzyklus enorme Schneemengen erhalten hat. Messungen zeigen für verschiedene Skigebiete in Chile Schneesummen von über drei Metern in fünf Tagen.
La Parva kam diesen Zahlen zufolge auf etwa 368 cm. Ski Arpa meldete circa 328 cm und für Portillo wurden im gleichen Zeitraum etwa 325 cm registriert. Auch Chapa Verde und El Colorado erhielten mehr als 280 cm Schnee. Die Zahlen können je nach Messpunkt und Messzeitraum variieren. Das erklärt auch, warum das offizielle Update von Portillo, das den gesamten Sturmzeitraum berücksichtigt, inzwischen von mehr als 4,5 Metern spricht.
Valle Nevado hat fast 2,5 Meter in sieben Tagen
In Valle Nevado stand der offizielle Zähler am Morgen des 21. Juli bei 244 cm Schnee in sieben Tagen. In den letzten 48 Stunden fielen davon noch 73 cm, wovon 39 cm auf die letzten 24 Stunden entfielen. Der gesamte Schneefall der Saison 2026 stieg damit auf 284 cm. Das ist eine enorme Veränderung im Vergleich zu den mühsamen ersten Wochen des südamerikanischen Winters, als verschiedene Skigebiete noch mit einem großen Schneemangel zu kämpfen hatten.
Valle Nevado ist inzwischen teilweise geöffnet. Laut dem offiziellen Bericht auf der Website des Skigebiets sind 12 der 45 Pisten und 7 der 13 Lifte in Betrieb. Das Skigebiet arbeitet weiter an der Wiederherstellung und sicheren Öffnung von zusätzlichem Gelände.
Straßen nur kontrolliert zugänglich
Die Straßen G-21 und G-251 in Richtung der Skigebiete oberhalb von Santiago sind seit dem 20. Juli kontrolliert geöffnet. Das bedeutet nicht, dass jeder einfach nach oben fahren kann. Der Zugang ist unter anderem nur für Anwohner, Mitarbeiter, Rettungsdienste und Gäste mit einer gültigen Hotelreservierung möglich. Sie müssen bei Kontrollen nachweisen können, dass sie die Bedingungen erfüllen.
Die G-251 war am 21. Juli einspurig geöffnet und der Verkehr wurde reguliert. Das Mitführen geeigneter Schneeketten ist Pflicht. Je nach Wetter, Verkehrslage und Anweisungen der chilenischen Polizei können sich die Regeln kurzfristig ändern.
Lifte öffnen Schritt für Schritt
Valle Nevado warnt, dass die Lifte schrittweise geöffnet werden. Windböen können zudem für vorübergehende Unterbrechungen sorgen. Nach Schneemassen dieses Ausmaßes muss jeder Teil des Skigebiets einzeln bewertet werden. Pistenbullys müssen große Schneemengen verarbeiten, Lifttrassen müssen freigemacht und Lawinenteams instabile Hänge sichern. Dass dort zig Zentimeter leichter Pulverschnee liegen, bedeutet also nicht, dass sofort das ganze Skigebiet öffnen kann. Die erste Priorität liegt bei sicheren Pisten und kontrolliertem Zugang.
Vom Schneemangel zu außergewöhnlichen Schneemassen
Der Umschwung in den Anden könnte kaum größer sein. Zu Beginn der Saison konnten verschiedene Skigebiete nur eine begrenzte Anzahl an Pisten öffnen. Einige Gebiete hatten in den Monaten zuvor noch keinen halben Meter Schnee erhalten.
Innerhalb von weniger als einer Woche verwandelte sich der Schneemangel in eine Situation mit gesperrten Straßen, eingeschneiten Gebäuden und Schneesummen von mehreren Metern. Nevados de Chillán konnte durch den Sturm sogar zum ersten Mal in dieser Saison öffnen, während andere Skigebiete aufgrund der Schneemenge geschlossen bleiben mussten. Der Schnee bildet eine hervorragende Basis für den weiteren Verlauf des Winters.
Aktuelle Bilder!
Webcambilder von gestern Abend in Valle Nevado:








