Nach Wochen extremer Schneefälle empfängt das chilenische Skigebiet Portillo wieder Gäste. Da die Zufahrtsstraßen immer noch gesperrt sind, werden sie vorerst per Hubschrauber in das abgelegene Skiresort gebracht. Seit Beginn der Saison sind mittlerweile 701 cm Schnee gefallen.
Kurz zusammengefasst
- Portillo empfängt wieder Gäste.
- Die Anreise ist vorerst nur per Hubschrauber möglich.
- Seit Saisonbeginn sind 701 cm Schnee gefallen.
- Aktuell sind 36 % der Lifte geöffnet.
Gäste per Hubschrauber nach Portillo gebracht
Das Hotel Portillo hat nach einer langen Zwangsschließung seine Türen wieder geöffnet. Die ersten neuen Gäste erreichten das Skigebiet am 23. Juli per Hubschrauber. Eine normale Anreise über die Straße ist vorerst noch nicht möglich. Portillo ist durch die extremen Schneefälle bereits seit über zwei Wochen von der Außenwelt abgeschnitten. Berichten zufolge gehört dies zu den längsten Zeiträumen, in denen die Zufahrtsstraße in der Geschichte des Skigebiets gesperrt war.
Als die starken Schneefälle begannen, hielten sich bereits Gäste im Hotel auf. Laut einem Vertreter von Portillo konnten sie wählen, ob sie abreisen oder während eines Großteils des Schneesturms bleiben wollten. Das Resort hatte vorab zusätzliche Vorräte für sowohl Gäste als auch Mitarbeiter eingelagert.
Zufahrtsstraßen bleiben offiziell gesperrt
Die Straßen rund um Portillo sollen mittlerweile schneefrei geräumt sein, aber die chilenischen Behörden haben sie noch nicht freigegeben. Das Skigebiet wartet auf die offizielle Genehmigung, bevor Gäste wieder mit dem Auto oder Bus anreisen können.
Sowohl die Route von Santiago als auch die Verbindung vom argentinischen Mendoza aus sind derzeit als gesperrt gemeldet. Der Weg von Mendoza führt zudem über die internationale Grenze zwischen Argentinien und Chile. Die Erreichbarkeit hängt dort nicht nur von den Straßenverhältnissen ab, sondern auch von den Grenzbehörden und dem Zoll. Portillo rät Reisenden, vor der Abreise die aktuelle Situation beim Hotel oder den lokalen Behörden zu prüfen. Solange die Straßen gesperrt bleiben, ist eine reguläre Reise in das Skigebiet nicht möglich.
Mehr als sieben Meter Schnee seit Saisonstart
Der Schneebericht von Portillo meldet mittlerweile eine Saisonsumme von 701 cm. Das bedeutet nicht, dass überall eine Schneedecke von sieben Metern liegt. Die Saisonsumme ist die Addition aller gefallenen Schneemengen, während die Schneedecke durch Setzung, Wind und Tauwetter niedriger ausfällt.
Beim Hotel Portillo, das auf etwa 2880 Metern Höhe liegt, wird eine aktuelle Schneehöhe von 248 cm gemessen. Auf der höher gelegenen Plateau-Abfahrt liegen 280 cm. In den letzten sieben Tagen kamen dort 94 cm hinzu, davon 5 cm in den letzten 24 Stunden. Die Schneebasis in Portillo gehört damit laut den vorliegenden Berichten aktuell zu den dicksten der Welt. Das nahegelegene argentinische Skigebiet Las Leñas soll etwa 30 cm weniger Schnee melden.
Vorerst nur ein Teil der Lifte offen
Trotz der enormen Schneemengen ist Portillo erst teilweise in Betrieb. Momentan laufen 36 % der Lifte. Conejo, Corralito, La Princesa, Las Lomas und Plateau sind geöffnet. Unter anderem Cóndor, Cumbre, El Puma, Juncalillo, La Laguna und Roca Jack sind noch als geschlossen angegeben. Auch verschiedene andere Anlagen sind vorerst nicht in Betrieb.
Dass ein Teil der Lifte geschlossen bleibt, kann mit den Nachwirkungen des Schneesturms und der eingeschränkten Erreichbarkeit zusammenhängen, aber Portillo nennt hierfür keine konkrete Ursache. Der aktuelle Liftstatus wird täglich aktualisiert.
Vom Schneemangel zur außergewöhnlich dicken Schneeschicht
Die Situation steht in starkem Kontrast zum Beginn des Winters. Portillo musste die geplante Saisonöffnung im Juni mehrfach verschieben, da zu diesem Zeitpunkt gerade zu wenig Schnee lag. Kurz darauf schlug das Wetter komplett um und innerhalb weniger Wochen fielen mehr als sechs Meter Schnee.
Laut einem Vertreter des Skigebiets sind die Bedingungen durch diese Schneefälle voraussichtlich bis Oktober gut. Zuerst muss Portillo jedoch wieder normal erreichbar sein. Wann die Behörden die Straße von Santiago und die internationale Verbindung Richtung Mendoza freigeben, wurde noch nicht bekannt gegeben.
