Schneekanonen laufen seltener als du denkst: Das sind die Zahlen

Schneekanonen laufen nicht automatisch den ganzen Winter über auf Hochtouren. Eine Analyse von TechnoAlpin zeigt vielmehr, dass sich ein Großteil der Schneeproduktion auf einige kurze Zeiträume mit günstigen Wetterbedingungen konzentriert. In 112 untersuchten österreichischen Skigebieten wurden im vergangenen Winter 40 % des gesamten technischen Schnees in nur sechs Tagen produziert. Besonders der November erweist sich als entscheidend für die Vorbereitung der Saison im Skiurlaub.

Kurzgefasst

  • TechnoAlpin analysierte 13.129 Schneekanonen und Schneelanzen in 112 österreichischen Skigebieten.
  • Im Durchschnitt lief jedes Gerät im vergangenen Winter 169 Stunden.
  • Vom 18. bis zum 23. November 2025 wurden 40 % der Gesamtmenge an technischem Schnee erzeugt.
  • 58 % des Schnees wurden bei einer Feuchtkugeltemperatur zwischen -2 und -7 Grad produziert.
  • Nach der Grundbeschneiung werden Pisten vor allem punktuell und bei Bedarf nachgeschneit.

Sechs wichtige Tage im November

Die österreichischen Skigebiete verfügen über tausende Schneekanonen und Schneelanzen, doch diese laufen längst nicht ständig. TechnoAlpin analysierte die anonymisierten Betriebsdaten von 13.129 Schneeerzeugern in 112 Skigebieten. Dadurch handelt es sich nicht um eine Schätzung, sondern um tatsächlich registrierte Betriebsstunden und Produktionsdaten.

Daraus geht hervor, dass der Zeitraum vom 18. bis zum 23. November 2025 außergewöhnlich wichtig war. Innerhalb dieser sechs Tage wurden 40 % des gesamten technischen Schnees der gesamten Wintersaison 2025/2026 produziert.

Dieser Moment fiel in vielen Skigebieten mit der Grundbeschneiung zusammen. Dabei wird vor dem Saisonstart eine solide und gleichmäßige Schneeschicht auf den Pisten angelegt. Auf diesem Untergrund können Pistengeräte anschließend weiter aufbauen.

Nicht den ganzen Winter auf voller Kraft

Im Durchschnitt waren die untersuchten Schneekanonen und Schneelanzen während der gesamten Saison 169 Stunden in Betrieb. Das entspricht etwas mehr als sieben vollen Tagen. In der Realität verteilen sich diese Stunden auf mehrere geeignete Kälteperioden.

Das Bild, dass Schneekanonen den ganzen Winter über ununterbrochen laufen, stimmt also nicht. Die größten Mengen werden in kurzen Wetterfenstern produziert, in denen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wasserverfügbarkeit und Kapazität optimal zusammenkommen.

„In einem kurzen Wetterfenster schaffen die Skigebiete die Schneebasis, auf der die weitere Pistenpräparation aufbauen kann“, erklärt Matthias Illmer, Geschäftsführer von TechnoAlpin Österreich.

Feuchtkugeltemperatur ist entscheidend

Bei technischem Schnee geht es nicht nur um die Temperatur, die auf dem Thermometer steht. Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine wichtige Rolle. Deshalb nutzen Skigebiete die Feuchtkugeltemperatur, um zu bestimmen, ob die Schneeproduktion möglich und effizient ist.

Je trockener die Luft, desto leichter können die kleinen Wassertropfen abkühlen und gefrieren. Dadurch kann unter günstigen Bedingungen manchmal auch technischer Schnee erzeugt werden, wenn die normale Lufttemperatur nur knapp unter oder sogar etwas über dem Gefrierpunkt liegt.

Laut der Analyse wurden 58 % des gesamten technischen Schnees bei Feuchtkugeltemperaturen zwischen -2 und -7 Grad produziert. Gerade in diesem Temperaturbereich sind eine präzise Abstimmung und automatische Steuerung der Anlagen wichtig.

Nach der Eröffnung vor allem punktuell nachschneien

Sobald die Basisschicht liegt und die Saison im Skiurlaub begonnen hat, ändert sich die Art und Weise, wie Schnee produziert wird. Die Anlagen werden dann vor allem an Stellen eingesetzt, an denen die Schneeschicht dünner wird oder wo durch intensive Nutzung viel Schnee verschwindet.

Man denke beispielsweise an belebte Talabfahrten, Verbindungspisten, steile Passagen und Zonen rund um Liftstationen. Ob ein Nachschneien erforderlich ist, hängt vom Wetter, dem natürlichen Schneefall, der Qualität der bestehenden Schneeschicht und der Anzahl der Skifahrer auf der Piste ab.

Die Zahlen zeigen vor allem, wie wichtig einige kalte Novembertage sein können. Wenn Skigebiete während eines solchen kurzen Wetterfensters ausreichend Schnee produzieren können, liegt direkt eine solide Basis für einen Großteil der Wintersaison.

Teile diesen Artikel:

Wonach suchen Sie?