Ein Skigebiet für nur 2 € kaufen? Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, aber im österreichischen Bundesland Steiermark liegt tatsächlich ein solcher Vorschlag auf dem Tisch. Die Gemeinde St. Barbara im Mürztal will den Betrieb des Skigebiets Brunnalm – Hohe Veitsch für einen symbolischen Betrag an zwei neue Eigentümer übertragen. Der Grund ist weniger erfreulich: Die Gemeinde kann die anhaltenden finanziellen Verluste nicht länger tragen. Heute, am Freitag, den 16. Oktober 2026, muss der Gemeinderat entscheiden, ob die ungewöhnliche Übergabe zustande kommt.
Kurz zusammengefasst
- Die österreichische Gemeinde St. Barbara im Mürztal will die Betreibergesellschaft des Skigebiets Brunnalm – Hohe Veitsch für nur 2 € übertragen.
- Aufgrund jahrelanger Verluste und hoher Schulden kann die Gemeinde das Skigebiet finanziell nicht länger unterstützen.
- Zwei Interessenten wollen den Betrieb übernehmen. Heute, am 16. Oktober 2026, stimmt der Gemeinderat über den Vorschlag ab.
Skigebiet zum symbolischen Preis von 2 €
Im österreichischen Mürztal wird derzeit an einer auffälligen Lösung gearbeitet, um ein Skigebiet zu erhalten. Die Gemeinde St. Barbara im Mürztal ist Eigentümerin der Freizeitbetriebe Veitsch GmbH, dem Unternehmen, das für den Betrieb der Brunnalm – Hohe Veitsch verantwortlich ist.
Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen. Um die Skilifte in Betrieb zu halten und bestehende Kredite abzubezahlen, musste die Gemeinde immer wieder Geld zuschießen. Auch das Land Steiermark hat in den vergangenen Jahren finanzielle Unterstützung geleistet.
Doch damit ist nun Schluss. Laut Bürgermeister Arno Russ ist es der Gemeinde nicht länger möglich, die Defizite weiter aufzufangen. Ohne eine andere Lösung droht der Betreibergesellschaft die Insolvenz, wodurch auch der Skibetrieb eingestellt werden müsste.
Deshalb will die Gemeinde das Unternehmen für einen symbolischen Betrag von 2 € an neue Eigentümer übertragen.
Zwei Interessenten wollen das Skigebiet übernehmen
Der Bürgermeister hatte zuvor nach Investoren gesucht und dafür unter anderem andere Skigebiete und Unternehmer aus der Region angesprochen. Auch außerhalb der Region wurde nach Parteien gesucht, die bereit waren, den Betrieb zu übernehmen.
Großes Interesse gab es anfangs nicht. Die finanziellen Probleme und die Kosten, die mit der Verwaltung eines Skigebiets verbunden sind, machten eine Übernahme wenig attraktiv.
Dennoch haben sich im vergangenen Sommer zwei Interessenten gemeldet: Margret Kraischek und Michael Stoppacher. Sie wollen die Freizeitbetriebe Veitsch übernehmen und damit den Fortbestand des Skigebiets ermöglichen.
Gegenüber der österreichischen Zeitung Kleine Zeitung bestätigt Kraischek, dass die Pläne inzwischen eingereicht wurden und sie bereitstehen, um loszulegen.
Der symbolische Betrag von 2 € klingt verlockend, aber laut Kraischek müssen die neuen Betreiber sofort mit erheblichen Kosten rechnen. Die Übernahme ist also alles andere als ein Geschenk.
Gemeinde muss erst Schulden begleichen
Die Übergabe ist finanziell komplizierter, als es der Verkaufspreis vermuten lässt. Die Betreibergesellschaft hat nämlich noch einen laufenden Kredit, der getilgt werden muss.
Um das Unternehmen übertragen zu können, muss die Gemeinde selbst einen neuen Kredit aufnehmen, mit dem die bestehenden Schulden beglichen werden. Das Land Steiermark ist bereit, die Gemeinde dabei erneut finanziell zu unterstützen.
Laut dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom sind die Schritte mit dem Land abgestimmt, und diese Lösung wird positiv aufgenommen.
An die Übergabe werden zudem vertragliche Bedingungen geknüpft, die sicherstellen sollen, dass der Skibetrieb erhalten bleibt. Es ist also nicht vorgesehen, dass die neuen Eigentümer den Betrieb einfach so einstellen.
Heute wichtige Abstimmung über die Zukunft
Heute, am Freitag, den 16. Oktober 2026, kommt der Gemeinderat von St. Barbara im Mürztal zu einer Sondersitzung zusammen.
Während dieser Sitzung werden die Pläne für die Übergabe vorgestellt. Danach dürfen die Gemeinderatsmitglieder über den Vorschlag abstimmen.
Für die Genehmigung reicht eine einfache Mehrheit aus. Wird diese erreicht, kann die Gemeinde die Übergabe an Kraischek und Stoppacher fortsetzen.
Ob der Gemeinderat tatsächlich zustimmt, ist derzeit noch nicht bekannt. Zudem muss danach geklärt werden, wie die neuen Betreiber das Skigebiet in den kommenden Wintern finanziell gesund halten wollen.
Was für ein Skigebiet ist Brunnalm – Hohe Veitsch?
Brunnalm – Hohe Veitsch liegt beim Dorf Veitsch im österreichischen Bundesland Steiermark. Es ist ein relativ kleines Skigebiet, das vor allem bei Familien, Anfängern und Leuten aus der Umgebung für den Skiurlaub beliebt ist.
Das Skigebiet verfügt über rund 12 km Pisten, verteilt auf 18 Abfahrten. Die Pisten liegen zwischen etwa 1.050 und 1.450 Metern Höhe.
Eine 4er-Sesselbahn und drei Schlepplifte sorgen für den Transport zu den verschiedenen Abfahrten. Für Anfänger gibt es zudem ein Übungsgelände mit einem kostenlosen Zauberteppich.
Neben blauen und roten Pisten gibt es auch einige schwarze Abfahrten und eine FIS-Rennstrecke. Das Skigebiet verfügt zudem über eine Beschneiungsanlage, um die Pisten bei ausreichend niedrigen Temperaturen mit Kunstschnee zu versorgen.
Auch außerhalb des Winters wird der Berg touristisch genutzt. Im Sommer können Besucher dort wandern, die Berglandschaft genießen und verschiedene Familienaktivitäten nutzen.
Findet die Skisaison 2026/2027 statt?
Das hängt vorerst von der Entscheidung des Gemeinderats und der weiteren Ausarbeitung der Übernahme ab.
Laut Kleiner Zeitung haben die interessierten Übernehmer bereits Pläne für den Betrieb während der kommenden Winter- und Sommersaison eingereicht. Sie wollen die Aktivitäten fortsetzen, müssen dafür aber die finanziellen und organisatorischen Herausforderungen lösen.
Für die Gemeinde ist die Übergabe möglicherweise die letzte Chance, um zu verhindern, dass die Skilifte endgültig stillstehen.
Der besondere Vorschlag zeigt, wie schwierig es für kleinere österreichische Skigebiete sein kann, finanziell zu überleben. Selbst wenn ein Unternehmen für nur 2 € übernommen werden kann, erfordert der Betrieb der Skilifte erhebliche Investitionen.
Ob die Brunnalm – Hohe Veitsch dank dieser Konstruktion eine neue Zukunft erhält, sollte sich in den kommenden Tagen zeigen.






