Du fährst einen Mittelklassewagen und brauchst neue Winterreifen? Dann lohnt sich ein Blick auf den ADAC Winterreifentest 2026 in der Dimension 225/50 R17. Die Unterschiede zwischen den 16 getesteten Modellen sind enorm. Vier Winterreifen erhalten das Urteil „gut“, sechs Modelle fallen dagegen mit „mangelhaft“ durch. Auf nasser Fahrbahn beträgt der Unterschied beim Bremsweg fast zwölf Meter.
In Kürze
- Pirelli gewinnt den Winterreifentest mit der ADAC-Note 2,2
- Vier von 16 Winterreifen erhalten das Urteil „gut“
- Sechs Modelle schneiden „mangelhaft“ ab
- Auf nasser Fahrbahn beträgt der Unterschied beim Bremsweg fast zwölf Meter
Winterreifen für Mittelklassewagen
Die Reifengröße 225/50 R17 kommt bei zahlreichen Mittelklassewagen, Familienautos sowie einigen SUVs und Vans zum Einsatz. Dazu gehören bestimmte Ausführungen von Audi A4, BMW 3er, Mercedes-Benz C-Klasse, Škoda Yeti, Opel Zafira, Peugeot 3008, Volvo S80 und Volkswagen Sharan.
Nicht jede Ausführung dieser Modelle wird automatisch mit derselben Reifengröße ausgeliefert. Kontrolliere deshalb immer die Angaben auf deinen aktuellen Reifen, in der Zulassungsbescheinigung Teil I oder im CoC-Papier.
Der Winterreifentest zeigt große Qualitätsunterschiede. Vier der 16 getesteten Modelle erhalten das Urteil „gut“. Sechs Reifen schneiden „befriedigend“ ab und können mit kleineren Einschränkungen empfohlen werden. Die übrigen sechs Modelle fallen mit dem Urteil „mangelhaft“ durch.
Woher stammt dieser Winterreifentest?
Der Test wird innerhalb eines europäischen Zusammenschlusses von Automobilclubs und Verbraucherorganisationen durchgeführt. Der ADAC übernimmt die praktischen Prüfungen gemeinsam mit verschiedenen Partnerorganisationen. Dazu gehören unter anderem der österreichische ÖAMTC, der Schweizer TCS und der niederländische ANWB.
Die Reifen werden anonym im Handel gekauft. Von jedem Modell werden mehrere Reifensätze bei unterschiedlichen Händlern bestellt. Die Hersteller können deshalb keine speziell für den Test produzierten Exemplare bereitstellen.
Untersucht werden die Fahreigenschaften auf trockener und nasser Fahrbahn sowie auf Schnee und Eis. Außerdem fließen Laufleistung, Reifenabrieb, Kraftstoffverbrauch, Gewicht, Geräuschentwicklung und Nachhaltigkeit in die Bewertung ein.
Die Fahrsicherheit bestimmt 70 Prozent des Gesamturteils, die Umweltbilanz die übrigen 30 Prozent. Wichtig: Beim deutschen ADAC-Notensystem ist ein niedriger Wert besser.
Ergebnisse ADAC Winterreifentest 2026 – 225/50 R17
| Reifenmodell | Richtpreis pro Reifen | Fahrsicherheit (70 %) | Umweltbilanz (30 %) | ADAC-Note | ADAC-Urteil |
| Pirelli Cinturato Winter 3 | € 149,- | 2,1 | 2,5 | 2,2 | Gut |
| Continental WinterContact TS 870 | € 150,- | 2,2 | 2,5 | 2,3 | Gut |
| Goodyear UltraGrip Performance 3 | € 148,- | 2,6 | 2,0 | 2,4 | Gut |
| Michelin Alpin 7 | € 165,- | 2,6 | 2,3 | 2,5 | Gut |
| Bridgestone Blizzak 6 | € 143,- | 2,6 | 2,6 | 2,6 | Befriedigend |
| Hankook Winter i*cept RS3 | € 122,- | 2,6 | 2,8 | 2,7 | Befriedigend |
| ESA+TECAR Supergrip Pro2 | k. A. | 2,9 | 2,2 | 2,7 | Befriedigend |
| Dunlop Winter | € 120,- | 3,4 | 1,8 | 2,9 | Befriedigend |
| Yokohama BluEarth Winter V906 | € 98,- | 3,1 | 3,1 | 3,1 | Befriedigend |
| Vredestein Wintrac Pro+ | € 114,- | 3,1 | 3,2 | 3,1 | Befriedigend |
| Falken Eurowinter HS02 Pro | € 108,- | 4,8 | 3,4 | 4,8 | Mangelhaft |
| Toyo Tires Observe EWS1 | € 108,-* | 5,3 | 2,3 | 5,3 | Mangelhaft |
| Tracmax Ice-Plus S210 | € 68,-* | 5,4 | 2,9 | 5,4 | Mangelhaft |
| Aptany RW211 | € 61,- | 5,4 | 3,1 | 5,4 | Mangelhaft |
| Royal Black Royalwinter UHP | € 85,-* | 5,5 | 2,1 | 5,5 | Mangelhaft |
| Sunwide Snowide | € 116,- | 5,5 | 3,1 | 5,5 | Mangelhaft |
Die angegebenen Preise sind unverbindliche Richtwerte pro Reifen. Die tatsächlichen Verkaufspreise können je nach Händler und Kaufzeitpunkt abweichen. Bei Toyo, Tracmax und Royal Black bezeichnet der ADAC die Preise aufgrund der eingeschränkten Datenlage als nicht repräsentativ. Der ESA+TECAR Supergrip Pro2 wird ausschließlich in der Schweiz vertrieben.

Pirelli gewinnt den Winterreifentest
Der Pirelli Cinturato Winter 3 geht als Sieger aus dem Winterreifentest hervor. Mit der ADAC-Note 2,2 bietet er die beste Fahrsicherheit im gesamten Testfeld.
Besonders auf nasser Fahrbahn setzt der Pirelli Maßstäbe. Er überzeugt mit kurzen Bremswegen, hohen Aquaplaning-Reserven und einem präzisen, berechenbaren Handling. Auch auf trockenem Asphalt sowie auf Schnee und Eis liefert der Reifen ein ausgewogenes Ergebnis.
Gerade auf der Fahrt in den Skiurlaub ist diese Vielseitigkeit entscheidend. Schließlich legst du meist deutlich mehr Kilometer auf trockenen oder nassen Autobahnen zurück als auf vollständig verschneiten Straßen.
Continental, Goodyear und Michelin ebenfalls gut
Der Continental WinterContact TS 870 landet mit der Note 2,3 knapp hinter dem Testsieger. Auch dieser Reifen bietet ein sehr hohes Sicherheitsniveau und kurze Bremswege auf trockener und nasser Fahrbahn. Leichte Abzüge gibt es bei der Lenkpräzision auf trockenem Asphalt und beim Handling im Schnee.
Der Goodyear UltraGrip Performance 3 erreicht die Gesamtnote 2,4. Er kombiniert ausgewogene Fahreigenschaften mit einer hohen Laufleistung und einer sehr guten Umweltbilanz. Lediglich auf Schnee und Eis zeigt der Goodyear kleinere Schwächen.
Der Michelin Alpin 7 komplettiert mit der Note 2,5 die Gruppe der vier guten Winterreifen. Er überzeugt besonders unter winterlichen Bedingungen. Ein etwas weniger präzises Lenkgefühl auf trockener Fahrbahn verhindert eine bessere Platzierung.
Auffällig ist, dass die besten Winterreifen nicht zwangsläufig in jeder einzelnen Disziplin gewinnen. Ihre Stärke liegt in der Ausgewogenheit: Sie bleiben auf trockenem, nassem und verschneitem Untergrund sicher und vorhersehbar.
Sechs Alternativen im Mittelfeld
Bridgestone, Hankook, ESA+TECAR, Dunlop, Yokohama und Vredestein landen mit Gesamtnoten zwischen 2,6 und 3,1 im Mittelfeld. Alle sechs Reifen erhalten das Urteil „befriedigend“.
Der Bridgestone Blizzak 6 und der Hankook Winter i*cept RS3 liegen mit den Noten 2,6 und 2,7 nur knapp hinter den vier besten Modellen. Besonders der Hankook kann mit einem im Vergleich günstigeren Richtpreis von € 122,- interessant sein.
Der ESA+TECAR Supergrip Pro2 erreicht ebenfalls die Note 2,7, ist allerdings nur in der Schweiz erhältlich.
Beim Dunlop Winter fällt die große Differenz zwischen Fahrsicherheit und Umweltbilanz auf. Der Reifen erzielt die beste Umweltwertung im gesamten Test, kann bei der Fahrsicherheit mit der Note 3,4 aber nicht vollständig überzeugen.
Yokohama und Vredestein erreichen jeweils die Gesamtnote 3,1. Sie können gute Dienste leisten, sind jedoch weniger ausgewogen als die Reifen an der Spitze.
Sechs Winterreifen fallen durch
Sechs Modelle erhalten das ADAC-Urteil „mangelhaft“ und können nicht empfohlen werden:
- Falken Eurowinter HS02 Pro
- Toyo Tires Observe EWS1
- Tracmax Ice-Plus S210
- Aptany RW211
- Royal Black Royalwinter UHP
- Sunwide Snowide
Dabei fallen nicht nur unbekannte Billigmarken durch. Auch Falken und Toyo, zwei etablierte Reifenhersteller, zeigen gravierende Schwächen.
Der Toyo Tires Observe EWS1 fährt auf trockenem und nassem Asphalt noch annähernd auf dem Niveau der Premiumreifen. Im Schnee bricht seine Leistung jedoch deutlich ein. Vor allem beim Handling fehlt es an Seitenführung, sodass das Fahrzeug früh unter- oder übersteuert.
Auch der Falken Eurowinter HS02 Pro hat große Probleme beim Handling auf Schnee. Der Tracmax Ice-Plus S210 zeigt gleichzeitig erhebliche Schwächen auf nasser und winterlicher Fahrbahn.
Fast zwölf Meter Unterschied beim Bremsweg
Besonders groß sind die Unterschiede beim Bremsen auf nasser Fahrbahn. Mit dem Pirelli und dem Continental kommt das Testfahrzeug aus 80 km/h bereits nach rund 35 Metern zum Stillstand.
Der Sunwide Snowide benötigt fast zwölf Meter mehr. An der Stelle, an der das Auto mit einem der besten Reifen bereits steht, fährt es mit dem Sunwide noch etwa 40 km/h.
Zwölf Meter entsprechen ungefähr drei Fahrzeuglängen. Im Ernstfall kann das den Unterschied zwischen rechtzeitigem Anhalten und einer schweren Kollision ausmachen.
Bester Schneereifen landet auf dem letzten Platz
Der Sunwide Snowide liefert das überraschendste Ergebnis des gesamten Tests. Auf Schnee erzielt er sogar die beste Einzelnote aller 16 Modelle. Die Bremswege auf Schnee und Eis sind kurz und auch beim Handling bietet der Reifen ordentlich Grip.
Trotzdem landet er mit der Gesamtnote 5,5 auf dem letzten Platz.
Auf trockenem Asphalt fährt sich der Sunwide extrem schwammig. Je nach Kurvenverlauf beginnt das Fahrzeug bereits früh zu unter- oder übersteuern. Gleichzeitiges Lenken und Bremsen oder Beschleunigen bringt das Auto zusätzlich aus der Balance.
Auch auf nasser Fahrbahn fällt der Reifen durch. Der Bremsweg ist lang und die Seitenführung bei Aquaplaning unzureichend.
Das Ergebnis zeigt deutlich: Ein Reifen, der auf Schnee glänzt, ist noch lange kein guter Winterreifen. Erst wenn er unter allen Bedingungen sicher und berechenbar bleibt, verdient er eine Kaufempfehlung.
Dunlop erreicht die beste Umweltbilanz
Bei der Umweltwertung steht nicht der Testsieger Pirelli an der Spitze, sondern der Dunlop Winter. Er verursacht den geringsten Reifenabrieb und erreicht mit rund 59.300 Kilometern die höchste prognostizierte Laufleistung des gesamten Testfeldes.
Auch der Goodyear UltraGrip Performance 3 erzielt mit der Umweltbewertung 2,0 ein sehr gutes Ergebnis.
Der Dunlop zeigt allerdings gleichzeitig, warum du nicht nur auf Laufleistung und Verschleiß achten solltest. Seine Fahrsicherheit wird lediglich mit 3,4 bewertet. Für den Kauf zählt deshalb immer das Gesamtpaket aus Sicherheit, Haltbarkeit und Effizienz.
Sind Ganzjahresreifen eine Alternative?
Gute Ganzjahresreifen können unter bestimmten Voraussetzungen eine Alternative sein. Das gilt vor allem, wenn du nur wenige Kilometer fährst, überwiegend in Regionen mit milden Wintern unterwegs bist und dein Auto bei starkem Schneefall stehen lassen kannst.
Fährst du jedes Jahr mit dem Auto zum Skifahren in die Alpen, bleiben gute Winterreifen in der Regel die bessere Wahl. Auf dem Weg ins Skigebiet können niedrige Temperaturen, Regen, Schneefall, Eis und steile Bergstraßen schnell aufeinanderfolgen.
Achte beim Kauf immer auf einen unabhängigen Test in der passenden Dimension. Der Markenname und das EU-Reifenlabel allein sagen nicht genug über die Gesamtleistung eines Reifens aus.
Immer die richtige Reifengröße kontrollieren
Die Ergebnisse dieses Tests gelten in erster Linie für Winterreifen in der Dimension 225/50 R17. Dasselbe Reifenmodell kann in einer anderen Größe anders abschneiden.
Kontrolliere neben Reifenbreite, Querschnitt und Felgendurchmesser auch den Last- und Geschwindigkeitsindex. Die zugelassenen Reifendimensionen findest du auf der Reifenflanke, in der Zulassungsbescheinigung Teil I und im CoC-Papier.
Du benötigst Winterreifen in der Größe 185/65 R15? Alle 32 getesteten Modelle findest du in unserer großen Übersicht zum ADAC Winterreifentest 2026.






