Der italienische Bergrettungsdienst (Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico) warnt Wintersportler und Bergsportler vor den aktuellen Bedingungen in den Alpen. Innerhalb von nur einer Woche sind bei Bergunglücken eine Rekordzahl von 13 Menschen ums Leben gekommen. Bei mindestens 10 dieser Opfer war eine Lawine die direkte Ursache.
Im Überblick:
- Trauriger Rekord: 13 Tote (Skifahrer, Kletterer und Wanderer) innerhalb von nur sieben Tagen.
- Ursache: Neuschnee auf einer äußerst instabilen Unterlage, oft in Kombination mit gefährlichen Triebschneepaketen.
- Risikoregionen: Opfer gab es in den Regionen Trentino, Lombardei, Südtirol, Aostatal und Venetien.
- Wichtige Warnung: Lass dich nicht von kurzen Schönwetterperioden täuschen; die Gefahr lauert direkt unter der Oberfläche.
Tückischer Schneedeckenaufbau durch Wind
Die aktuelle Situation ist laut Sprecher Federico Catania vom Rettungsdienst außergewöhnlich riskant. Frischer Schneefall wurde durch den Wind zu sogenannten Schneebrettern aufgetürmt, die auf einer schwachen, alten Unterlage ruhen. Diese Schichten sind an vielen Stellen so instabil, dass das Gewicht eines einzelnen Skifahrers bereits ausreicht, um eine gewaltige Lawine auszulösen. Diese Gefahrenpunkte sind vom Boden aus oft kaum sichtbar, selbst für sehr erfahrene Alpinisten.
Opfer in mehreren Regionen
Die tödlichen Unfälle ereigneten sich im gesamten italienischen Alpengebiet. Das vergangene Wochenende war besonders tragisch:
- Auf dem Monte Grappa (Venetien) endete es für Wanderer tödlich.
- In der Lombardei kamen zwei Skifahrer ums Leben.
- Im Trentino gab es drei Opfer, darunter zwei separate Lawinenunfälle in der Nähe des Marmolada-Gletschers.
- In der Umgebung von Cortina d’Ampezzo wurde ein 70-jähriger Wanderer tot aufgefunden und im Aostatal kam ein Eiskletterer ums Leben.
Die Tücke des schönen Wetters
Rettungsdienste warnen, dass Wintersportler oft Fehler machen, sobald die Sonne kurz durchbricht. Während dieser kurzen Schönwetterperioden eilen viele auf die unpräparierten Hänge abseits der Pisten von Cortina und Val di Fiemme. Obwohl die offiziellen olympischen Wettkampfstätten intensiv kontrolliert und sicher sind, bleibt das Gelände direkt außerhalb lebensgefährlich.
Ratschlag: zusätzliche Zurückhaltung abseits der Piste
Die italienische Bergrettung ruft zu „maximaler Vorsicht“ auf und rät dringend:
- Beachte die Bulletins: Überprüfe immer den aktuellsten lokalen Lawinenbericht.
- Vermeide steile Hänge: Halte dich von Hängen mit einer Neigung von mehr als 30 Grad fern.
- Warte ab: Verschiebe Touren im Backcountry, bis sich die Schneedecke stabilisiert hat.
Solange die instabilen Schichten nicht gesetzt sind, bleibt die Situation in weiten Teilen der Alpen kritisch.
Dies ist der letzte Bericht von lawinen.report:







