Nachdem bereits Mitte März von einem außergewöhnlichen Lawinenjahr die Rede war, bestätigen die neuesten Zahlen dies erneut: Die Zahl der Opfer ist in Europa weiter auf mindestens 135 Tote angestiegen. Damit geht die Wintersportsaison 2025/2026 definitiv als eine der tödlichsten der letzten Jahre in die Geschichte ein.
Im Überblick:
- Zahl der Lawinentoten steigt von 127 auf 135 Opfer.
- Italien bleibt mit 38 Toten am schwersten betroffen.
- Auch Frankreich (31) und Österreich (30) schwer getroffen.
- Fast eine Verdoppelung gegenüber der letzten Saison (70 Tote).
- Saison nähert sich dem Rekordjahr 2017/2018 (147 Tote).
Zahlen steigen zum Saisonende hin weiter an
In unserem vorherigen Update vom 18. März 2026 lag die Zahl noch bei 127 Toten. Inzwischen sind erneut mehrere Opfer hinzugekommen, wodurch sich die Gesamtzahl laut European Avalanche Warning Service auf mindestens 135 erhöht hat. Und das, obwohl die Saison offiziell erst um Ostern endet. Auch in den letzten Tagen wurden wieder neue tödliche Unfälle gemeldet.
Der Vergleich zum Vorjahr ist konfrontierend:
- Winter 2025/2026: 135 Tote (bis jetzt)
- Winter 2024/2025: 70 Tote
Südtirol bleibt Brennpunkt
Wie schon früher in dieser Saison ist Italien das am schwersten betroffene Land. Die Zahl der Opfer stieg von 33 auf 38 Tote, insbesondere in Südtirol. Dort ereignete sich auch das schwerste Unglück an der Vertainspitze (3545 Meter), bei dem fünf Bergsportler ums Leben kamen. Auch in anderen Alpenländern bleibt die Zahl der Opfer hoch:
- Schweiz: 15 Tote
- Frankreich: 31 Tote
- Österreich: 30 Tote
Off-Piste bleibt größter Risikofaktor
Was erneut auffällt: Der Großteil der Opfer verunglückte abseits der Pisten. Aktivitäten wie Skitouren, Freeriden und Off-Piste-Skifahren bleiben die größten Risikofaktoren. Gerade dort spielen instabile Schneeschichten, Triebschneeansammlungen und die Geländewahl eine entscheidende Rolle.
Ursachen bleiben gleich – aber Effekt größer
Die Ursachen, die bereits Mitte März genannt wurden, bleiben auch jetzt relevant – doch die Auswirkungen erweisen sich als größer als gedacht.
- Instabiler Schneeaufbau durch Temperaturwechsel
- Viel Wind → gefährliche Schneebretter
- Perioden mit intensivem Schneefall
- Zunehmende Beliebtheit des Off-Piste-Fahrens
Zudem spielt möglicherweise auch der Klimawandel eine Rolle, da Schneeschichten häufiger zwischen Tauwetter und Frost wechseln.
Auch im April noch Lawinengefahr
Obwohl die Saison dem Ende zugeht, ist das Risiko sicher noch nicht gebannt. Im Frühjahr nimmt die Gefahr oft sogar wieder zu durch: Erwärmung tagsüber, Nassschneelawinen und Schwachschichten in größeren Höhen. Besonders in den Mittagsstunden kann das Risiko schnell ansteigen.
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