Österreichisches Skigebiet mit über 6 Millionen Euro an Forderungen schafft doch den Neustart

Das Fortbestehen der Abtenauer Bergbahnen ist gesichert. Die Gläubiger haben dem Sanierungsplan zugestimmt, wodurch eine endgültige Schließung des Skigebiets bei Abtenau abgewendet wurde. Die Gläubiger erhalten 20 % ihrer anerkannten Forderungen zurück und der Raiffeisenverband Salzburg übernimmt das Skigebiet.

Kurz zusammengefasst

  • Die Gläubiger haben den Sanierungsplan für die Abtenauer Bergbahnen genehmigt.
  • Sie erhalten 20 % ihrer anerkannten Forderungen.
  • Insgesamt wurden 57 Forderungen im Wert von etwa 6,29 Millionen Euro eingereicht.
  • Davon sind circa 4,47 Millionen Euro anerkannt.
  • Der Raiffeisenverband Salzburg übernimmt das Skigebiet und investiert in die Fortführung.
  • Auch die langfristigen Vereinbarungen mit allen beteiligten Grundeigentümern sind geregelt.
  • Das Unternehmen wurde Anfang Juli nach einer vorübergehenden Schließung bereits wieder eröffnet.

Gläubiger stimmen für Rettungsplan

Während einer Sitzung am Landesgericht Salzburg haben die Gläubiger am Mittwoch, dem 22. Juli, dem neuen Sanierungsplan zugestimmt. Dabei wurden alle gesetzlich erforderlichen Mehrheiten erreicht. Die Gläubiger erhalten eine Quote von 20 % ihrer anerkannten Forderungen. Das Geld wird innerhalb von vierzehn Tagen ausgezahlt, nachdem die Bestätigung des Sanierungsplans durch das Gericht rechtskräftig geworden ist. Damit wurde ein wichtiger rechtlicher Schritt getan, der es ermöglicht, die Schuldenlast abzubauen und den Betrieb des Skigebiets fortzuführen.

Forderungen von über 6 Millionen Euro

Im Insolvenzverfahren haben 57 Gläubiger gemeinsam etwa 6,29 Millionen Euro an Forderungen angemeldet. Davon sind derzeit rund 4,47 Millionen Euro anerkannt. Forderungen mit einem Gesamtwert von circa 1,81 Millionen Euro werden bestritten und sind vorerst kein Teil der anerkannten Schuldenlast. Die vereinbarte Quote von 20 % wird auf Grundlage der Forderungen berechnet, die letztendlich vom Gericht akzeptiert werden.

Schließung drohte noch im Juni

Die Rettung der Abtenauer Bergbahnen schien vor einigen Wochen noch alles andere als sicher. Bei der vorangegangenen Gerichtsverhandlung am 17. Juni waren noch nicht alle Bedingungen für eine Sanierung erfüllt.

Der damalige Vorschlag musste zurückgezogen werden, woraufhin das Gericht das Unternehmen vorläufig schließen ließ. Damit drohte das endgültige Aus für die Lifte und Pisten bei Abtenau. Nach neuen Verhandlungen wurde das wichtigste verbleibende Hindernis doch noch aus dem Weg geräumt. Am 2. Juli gab das Gericht daher die Erlaubnis, den Betrieb wieder aufzunehmen.

Grundeigentümer verlängern Verträge

Ein entscheidender Teil der Rettungsaktion waren die Absprachen mit Landwirten und anderen Grundeigentümern. Verschiedene Lifte, Pisten und Einrichtungen befinden sich auf Grundstücken, die nicht der Bergbahngesellschaft selbst gehören. Für deren langfristige Nutzung sind sogenannte Dienstbarkeiten erforderlich. Alle beteiligten Grundeigentümer haben nun einer langfristigen Verlängerung dieser Rechte zugestimmt.

Ohne diese Vereinbarungen hätte ein neuer Eigentümer nicht genügend Sicherheit gehabt, um Geld in das Skigebiet zu investieren. Das Erreichen einer Einigung mit allen Parteien machte die endgültige Genehmigung des Sanierungsplans möglich.

Raiffeisenverband Salzburg übernimmt Skigebiet

Der Raiffeisenverband Salzburg übernimmt die Abtenauer Bergbahnen und sorgt für die Investitionen, die für die Fortführung des Betriebs notwendig sind. Welche Beträge mit der Übernahme und künftigen Erneuerungen verbunden sind, wurde nicht bekannt gegeben. Die beteiligten Parteien betonen jedoch, dass damit ein wirtschaftliches Fundament für die kommenden Jahre gelegt wurde. Laut Ines Kurz von der Gläubigerschutzorganisation KSV1870 ist das Fortbestehen des Skigebiets von großer Bedeutung für die Region, den Tourismus und die lokale Bevölkerung.

Wichtig für Abtenau und Umgebung

Die Abtenauer Bergbahnen sind nicht nur für Touristen von Bedeutung. Das Skigebiet spielt auch eine wichtige Rolle für Einwohner, lokale Wintersportvereine, Skischulen, Unterkünfte und Gastronomiebetriebe. Eine endgültige Schließung hätte daher Folgen gehabt, die weit über das Verschwinden von Liften und Pisten hinausgegangen wären. Auch die Attraktivität von Abtenau als Winterreiseziel wäre gesunken. Die Genehmigung des Sanierungsplans bedeutet, dass der Betrieb fortgesetzt werden kann und wieder Raum entsteht, um an der Zukunft des Gebiets zu arbeiten.

Letzter formaler Schritt folgt noch

Die Gläubiger haben dem Plan zugestimmt, aber die Bestätigung durch das Insolvenzgericht muss noch rechtskräftig werden. Sobald dies geschieht, kann der Masseverwalter die vereinbarte Auszahlung an die Gläubiger vornehmen. Da das Gericht die Wiedereröffnung bereits am 2. Juli angeordnet hat und die wichtigsten Bedingungen mittlerweile erfüllt sind, gilt das Skigebiet als gerettet.

In der kommenden Zeit muss klar werden, welche Investitionen der Raiffeisenverband Salzburg als neuer Eigentümer tätigt und wie sich die Abtenauer Bergbahnen auf die nächste Wintersaison vorbereiten.

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