Insolventes österreichisches Skigebiet hat dennoch Zukunft

Nach Wochen der Unsicherheit gibt es doch noch gute Nachrichten für das Skigebiet Karkogel in Abtenau. In letzter Minute haben der Investor Raiffeisen Salzburg und der letzte Grundstückseigentümer doch eine Einigung erzielt. Damit ist das bankrotte Skigebiet gerettet und eine endgültige Schließung scheint vom Tisch.

Im Überblick:

  • Karkogel in Abtenau wurde in letzter Minute gerettet.
  • Raiffeisen Salzburg übernimmt die bankrotten Bergbahnen.
  • Es werden rund 5 Millionen Euro investiert.
  • Die sechs derzeitigen Mitarbeiter bleiben an Bord.
  • Der Winter 2026/2027 soll einfach weitergehen.

Durchbruch nach Tagen intensiver Gespräche

Noch am Montag schien es, dass die Zukunft der Karkogelbahn endgültig verloren gehen würde. Hunderte Einwohner von Abtenau kamen sogar zusammen, um für den Erhalt ihres geliebten Hausbergs zu plädieren. Das größte Hindernis blieb die Weigerung eines Grundstückseigentümers, einen langfristigen Pachtvertrag bis 2045 zu unterschreiben.

Am Dienstagnachmittag gab es dann doch noch einen Durchbruch. Nach intensiven Verhandlungen setzte auch der letzte Grundstückseigentümer seine Unterschrift. Dadurch kann Raiffeisen Salzburg die für bankrott erklärten Abtenauer Bergbahnen offiziell übernehmen. Laut Raiffeisen waren mehrere Tage intensiver Gespräche nötig, um das Vertrauen zwischen allen beteiligten Parteien wiederherzustellen.

Insolvenz in letzter Minute abgewendet

Das Timing war entscheidend. Wäre am Dienstag keine Einigung erzielt worden, würde ab dem 1. Juli mit dem Verkauf der Konkursmasse begonnen. Damit wäre ein Neustart nahezu unmöglich geworden. Jetzt kann das Sanierungsverfahren doch noch fortgesetzt werden. Die Übernahme verhindert, dass die Liftanlagen abgebaut werden, und bietet sowohl Bewohnern als auch Skiurlaubern eine Perspektive.

Investition von 5 Millionen Euro

Raiffeisen will rund fünf Millionen Euro in die Weiterentwicklung des Skigebiets investieren. Ein wichtiger Bestandteil davon ist die Inbetriebnahme des neuen Wasserspeichers für die Schneeanlagen. Dank dieses Stausees soll das tiefer gelegene Skigebiet in Zukunft viel zuverlässiger Kunstschnee produzieren können.

Das ist wichtig, denn Karkogel liegt zwischen etwa 742 und 1139 Metern Höhe und ist dadurch stark von guter Schneeproduktion abhängig. Auch die sechs derzeitigen Mitarbeiter der Bergbahnen behalten laut den Plänen ihren Job.

Mehr Fokus auf Sommer und Winter

Der neue Betreiber will nicht nur auf die Wintersaison setzen, sondern auch den Sommer weiterentwickeln. Vor allem die beliebte Rodelbahn soll ein wichtiger Publikumsmagnet bleiben, sobald das Insolvenzverfahren vollständig abgeschlossen ist. Eine Sommersaison ist in diesem Jahr aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens wahrscheinlich noch nicht möglich. Zusätzlich wird die Geschäftsleitung mit Ernst Brandstätter, ehemaliger Direktor der Bergbahnen in Flachau, verstärkt. Seine Erfahrung soll zu einer finanziell gesünderen Zukunft des Skigebiets beitragen.

Wichtig für die Region

Für Abtenau bedeutet die Rettung viel mehr als nur den Erhalt eines Skigebiets. Der Karkogel ist seit Jahrzehnten der Ort, an dem viele Kinder ihre ersten Schwünge machen, und stellt eine wichtige Einrichtung für Schulen, Skiclubs und die lokale Bevölkerung dar. Auch wirtschaftlich ist der Neustart für das Lammertal wichtig. Durch die Kombination aus Winter- und Sommertourismus hoffen die neuen Eigentümer, das Gebiet in den kommenden Jahren wieder strukturell profitabel zu machen.

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