Ein bekannter Name aus dem Nachtleben von Sölden verschwindet. Die Diskothek Katapult, jahrelang eine der bekanntesten Ausgehmöglichkeiten des beliebten Skiurlaubsdorfes, ist insolvent und wird nicht mehr öffnen. Die Schulden belaufen sich auf über 1,6 Millionen Euro, und etwa 65 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen.
Kurz zusammengefasst
- Die Diskothek Katapult in Sölden ist insolvent.
- Die Location wird definitiv nicht mehr öffnen.
- Es stehen über 1,6 Millionen Euro an Schulden offen.
- Rund 65 Gläubiger sind an dem Verfahren beteiligt.
- Als Ursachen werden sinkende Besucherzahlen und ein verändertes Konsumverhalten genannt.
- Auch das Restaurant Liebelei könnte von einem separaten Insolvenzantrag betroffen sein.
- Derzeit sind keine Mitarbeiter mehr beschäftigt.
Bekannter Name im Nachtleben von Sölden verschwindet
Für viele Wintersportler dreht sich ein Skiurlaub in Sölden nicht nur um das Skifahren auf dem Gletscher und lange Tage auf der Piste. Auch das lebhafte Nachtleben ist ein wichtiger Bestandteil des Reiseziels. Das Katapult gehörte jahrelang zu den bekanntesten Adressen für alle, die nach dem Skifahren noch weiterfeiern wollten. Diese Ära geht nun endgültig zu Ende. Am Landesgericht Innsbruck wurde am Montag, den 3. August, ein Insolvenzverfahren über das Einzelunternehmen hinter der Diskothek eröffnet. Ein Neustart ist nicht vorgesehen. Der Eigentümer hat angegeben, dass der Betrieb nicht fortgeführt wird, und das Gebäude wird bereits geräumt.
Die letzte Party stieg bereits Ende April
Dass das Katapult in Schwierigkeiten steckte, kam nicht völlig unerwartet. Ende April veranstaltete die Diskothek bereits einen letzten Partyabend unter dem Motto „Der letzte Tanz“. Kurz darauf gab das Unternehmen bekannt, dass die Türen für immer geschlossen bleiben würden. Der finanzielle Hintergrund dieser Entscheidung war damals noch nicht öffentlich bekannt. Durch den Insolvenzantrag ist nun mehr Klarheit über die Situation entstanden. Das Katapult war ein Saisonbetrieb und schloss am Ende des vergangenen Winters. Seitdem war das Lokal nicht mehr geöffnet.
Schulden belaufen sich auf über 1,6 Millionen Euro
Laut Insolvenzantrag belaufen sich die offenen Verbindlichkeiten auf mehr als 1,6 Millionen Euro. Rund 65 Gläubiger haben noch Geld zu fordern. Rechtsanwalt Christopher Fink aus Imst wurde vom Gericht als Masseverwalter bestellt. Er muss die finanzielle Situation prüfen und feststellen, welche Vermögenswerte noch vorhanden sind, um einen Teil der Schulden zu begleichen. Da keine Fortführung geplant ist, scheint eine Rückkehr des Katapult unter dem derzeitigen Eigentümer ausgeschlossen.
Ausgehverhalten änderte sich nach der Corona-Zeit
Als Hauptursache werden die rückläufigen Einnahmen seit der Corona-Pandemie genannt. Den eingereichten Unterlagen zufolge kamen strukturell weniger Gäste, und auch das Ausgabeverhalten der Besucher änderte sich. Das trifft große Diskotheken besonders hart. Sie haben hohe Fixkosten für Miete, Energie, Technik, Sicherheit und Instandhaltung, während die Einnahmen stark von belebten Winterabenden abhängen. Lange Schlangen vor dem Eingang waren jahrelang ein gewohntes Bild, doch das reichte offenbar nicht aus, um den Betrieb finanziell gesund zu halten.
Keine Mitarbeiter betroffen
Aktuell sind keine Mitarbeiter direkt von der Insolvenz betroffen. Alle Angestellten waren bereits zum Ende der Wintersaison abgemeldet worden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Schließung keine Folgen für das Nachtleben in Sölden hat. Das Katapult war eine große Location und bot im Winter Platz für viele Partygäste. Für die kommende Skisaison verschwindet damit ein bekannter Name aus dem Angebot. Andere Après-Ski-Bars, Cafés und Clubs bleiben im Dorf natürlich weiterhin aktiv.
Möglicherweise auch Folgen für das Restaurant Liebelei
Der Eigentümer des Katapult ist ebenfalls Gesellschafter und Geschäftsführer der Cosmo Entertainment GmbH. Dieses Unternehmen betreibt das Restaurant Liebelei in Sölden und hat ebenfalls einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Es ist daher möglich, dass die finanziellen Probleme über die Diskothek hinausgehen. Was dies genau für das Restaurant bedeutet, wird sich im weiteren Verfahren zeigen. Eine endgültige Schließung oder eine mögliche Fortführung des Liebelei ist auf Basis der aktuellen Informationen noch nicht bestätigt.
Sölden verliert große Ausgehmöglichkeit
Sölden bleibt eines der bekanntesten Ziele für den Skiurlaub in Österreich und zieht jede Saison auch viele niederländische Wintersportler an. Das Dorf ist bekannt für die Kombination aus einem großen Skigebiet, Gletscherskifahren, Events und einem ausgeprägten Nachtleben. Die Schließung des Katapult ändert dieses Gesamtbild nicht unmittelbar, aber Stammgäste werden die Diskothek im kommenden Winter vermissen. Besonders für Gruppen, die nach dem Skifahren bis tief in die Nacht feierten, war das Katapult jahrelang eine feste Adresse. Ob langfristig eine neue Location in das Gebäude einzieht, ist noch nicht bekannt.






