Gestern verursachte eine Lawine am Stubaier Gletscher große Bestürzung. Die Schneemasse löste sich im Bereich der Daunscharte, wodurch Teile der Piste 9 bedeckt wurden. Acht Menschen wurden verschüttet, konnten aber glücklicherweise gerettet werden. Was sich viele Menschen in Österreich fragten: Warum gab es keine tägliche Lawinenlagebericht, als es passierte?
Das Fehlen des täglichen Lawinenlageberichts
Obwohl es in den Wochen vor dem Unglück bereits allgemeine Warnungen vor der Lawinengefahr gab, wird der tägliche Lawinenlagebericht des Tiroler Lawinenwarndienstes erst ab Freitag, dem 28. November, also heute, veröffentlicht. Dies wird von vielen als unerwünscht und spät angesehen, vor allem, weil die Lawine in einem Risikogebiet passierte, das bereits als gefährlich markiert war.
Laut Patrick Nairz, dem Leiter des Tiroler Lawinenwarndienstes, wird der tägliche Lawinenlagebericht erst ab Freitagabend, dem 28. November, in Kraft treten, da sich die Situation in Tirol erst kürzlich durch die starken Schneefälle der letzten Tage zu verändern begann. Die Schneebedingungen haben sich in den letzten Tagen so verändert, dass die Lawinengefahr in bestimmten Gebieten exponentiell gestiegen ist. Dennoch gab es bereits eine allgemeine Warnung über Blogbeiträge über die Lawinengefahr, aber diese war nicht detailliert genug, um die Art der Warnung in der App und auf der Website zu aktivieren.
Warum gab es keinen direkten täglichen Bericht?
Die Entscheidung, den täglichen Lawinenlagebericht erst später in der Woche zu starten, wurde insbesondere durch die tatsächliche Situation der Schneedecke und die Wetterbedingungen in den vorangegangenen Wochen erklärt. Laut Nairz gab es bis zum Zeitpunkt der Lawine wenig Änderung im Risiko, aber der intensive Schneefall und die neue Schneedecke veränderten alles in kurzer Zeit. Daher wurde beschlossen, dass die Warnungen über die täglich aktualisierten Berichte erst dann erforderlich sein würden, wenn sich die Risiken tatsächlich spürbar veränderten.
Dies steht im Gegensatz zu anderen Regionen wie der Schweiz, die bereits früher dazu übergingen, detailliertere Lawineninformationen bereitzustellen, was die Frage aufwirft, warum Tirol beschloss, erst später zu beginnen. Laut Nairz ist es jedoch üblich, mit den täglichen Updates zu warten, bis tatsächlich signifikante Veränderungen stattfinden.
Wie funktioniert der Lawinenlagebericht in Tirol?
Tirol verwendet ein Euregio-System, bei dem die Lawinenwarnungen mit Südtirol und dem Trentino koordiniert werden, was bedeutet, dass der Bericht nicht nur auf der Grundlage von Tirol abgegeben wird, sondern auch mit anderen Regionen zusammenarbeitet, um eine einheitliche Warnung zu bieten. In der Praxis wird der Lawinenlagebericht dadurch später aktiviert, aber auch auf die Bedingungen in anderen Teilen der Alpen abgestimmt.
Es ist deutlich, dass, obwohl die Warnungen über Blogposts und Newsletter bereits bereitgestellt wurden, die Verzögerung der täglichen Updates in diesem Fall Probleme verursachte. Das tragische Unglück am Stubaier Gletscher unterstreicht die Notwendigkeit schnellerer und noch deutlicher kommunizierter Warnsysteme für Lawinengefahr, insbesondere zu Beginn der Saison, wenn sich die Bedingungen schnell ändern können.
Lies hier, was genau gestern auf dem Stubaier Gletscher passiert ist.






