Was für ein Wetterumschwung: Neuschnee auf dem Gletscher nach wochenlanger Hitze!

Winterliche Bilder aus den Alpen am 21. August! Hoch über Zermatt schneit es heute und die Landschaft rund um das Matterhorn färbt sich vorsichtig weiß. Der Neuschnee fällt nach einer langen Periode mit hohen Temperaturen, die dem Gletscher schwer zugesetzt haben. Obwohl es sich um einen vorübergehenden Wetterumschwung handelt, ist jede Form von Abkühlung in diesem Moment willkommen.

Kurz gefasst

  • Am 21. August schneit es im Hochgebirge oberhalb von Zermatt.
  • Der Schnee fällt vor allem oberhalb von etwa 3.000 Metern; tiefer fällt Regen.
  • Die Abkühlung ist willkommen, stellt aber keine Lösung für die langfristige Gletscherschmelze dar.

Schnee am 21. August

Wer heute Morgen auf die Bilder aus Zermatt blickte, bekam tatsächlich ein wenig Skiurlaub-Gefühl. Rund um das hochgelegene Gletschergebiet wirbeln Schneeflocken herab und die ersten Zentimeter bleiben an einigen Stellen liegen. Auf Instagram sind die aktuellen winterlichen Bedingungen gut zu sehen.

Im Dorf selbst kann von Winterwetter keine Rede sein. Dort liegt die Temperatur deutlich über dem Gefrierpunkt und es regnet. Die Schneefallgrenze liegt laut aktuellen Vorhersagen bei etwa 3.000 Metern, wodurch vor allem das Gebiet rund um den Theodulgletscher und das Klein Matterhorn eine frische Schicht abbekommt.

Abkühlung nach langanhaltender Hitze

Der Schnee folgt auf eine besonders warme Periode in den Alpen. Durch die hohen Temperaturen und das Ausbleiben ausreichender Abkühlung in den Nächten schmolzen Schnee und Eis in hohem Tempo. An manchen Tagen lag die Nullgradgrenze sogar über den höchsten Alpengipfeln.

Laut der aktuellen Vorhersage der Zermatt Bergbahnen ziehen heute Schneeschauer über das Hochgebirge. Gleichzeitig bleiben die Mengen begrenzt und nach der Störung kehrt wahrscheinlich wieder milderes Wetter zurück.

Der Gletscher braucht den Schnee dringend

Der Neuschnee ist vor allem für den Theodulgletscher eine gute Nachricht. Eine Schneeschicht reflektiert mehr Sonnenlicht als das dunkle Gletschereis und kann das darunter liegende Eis vorübergehend vor direkter Einstrahlung schützen. Auch die niedrigeren Temperaturen bremsen die Schmelze, solange das kalte Wetter anhält.

Dabei ist jedoch eine gewisse Nuancierung nötig. Eine dünne Schicht Sommerschnee kann bei steigenden Temperaturen schnell wieder verschwinden. Der heutige Schneefall macht den Schaden der vergangenen warmen Monate also nicht ungeschehen, bietet dem Gletscher aber eine kurze Atempause.

Sommerskifahren früher eingestellt

Der Zustand des Gletschers war diesen Sommer so schlecht, dass Zermatt das reguläre Sommerskigebiet am 1. August schließen musste. Nicht nur die Qualität der Pisten spielte dabei eine Rolle. Durch die starke Gletscherschmelze waren auch die Masten einiger Schlepplifte nicht mehr ausreichend stabil.

Eine begrenzte Anzahl von Teams von Swiss-Ski konnte unter angepassten Bedingungen weiter trainieren. Sie wurden mit Schneemobilen zu speziell präparierten Trainingspisten gebracht. Für Freizeitskifahrer und viele andere Skiteams blieb das Gletschergebiet geschlossen.

Noch keine Rückkehr des Winters

So schön die Bilder auch sind, von einem frühen Wintereinbruch kann noch keine Rede sein. Schneefall im August kommt auf den höchsten Gipfeln der Alpen häufiger vor, wenn vorübergehend Kaltluft einströmt. In den Tälern bleibt es einfach Sommer und auch in der Höhe kann der Neuschnee schnell wieder schmelzen.

Dennoch sind die weißen Bilder nach Wochen der Hitze mehr als willkommen. Für den schwer getroffenen Gletscher zählt in diesem Moment jeder kalte Tag. Und für uns Skiurlauber ist es vor allem eine schöne Erinnerung: Der nächste Winter rückt langsam aber sicher näher.

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