Viel Sonne, wenig Schnee: Winter in Tirol geht auffallend warm zu Ende

Der meteorologische Winter geht heute zu Ende und die Bilanz für Tirol und Südtirol ist eindeutig: viel Sonne, wenig Niederschlag und überdurchschnittlich milde Temperaturen. Das geht aus Zahlen der österreichischen und südtiroler Wetterdienste hervor. Besonders der Dezember und Januar verliefen auffallend trocken, mit Folgen für die Schneehöhen und den Saisonstart. Für Wintersportler war es ein Winter mit großen regionalen Unterschieden und auffallend viel Sonne im Westen Österreichs.

Im Überblick:

  • Der Winter in Tirol und Südtirol war sonnig, trocken und zu warm.
  • Tirol verzeichnete 28 % weniger Niederschlag als im Durchschnitt.
  • Die Sonnenstunden in Tirol lagen 14 % über dem Normalwert.
  • Die Temperaturen lagen 1,3 bis 1,5 Grad über dem Durchschnitt.
  • Der März startet mit sonnigem und leicht abkühlendem Wetter.

Tirol: 28 Prozent weniger Niederschlag

Laut Daten von GeoSphere Austria fiel in Tirol diesen Winter 28 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt des Referenzzeitraums 1991–2020. Besonders der Dezember und Januar waren sehr trocken. Auch die Schneezahlen bestätigen dieses Bild. Am Flughafen Innsbruck fielen in einem Winter normalerweise durchschnittlich 73 Zentimeter an täglicher Niederschlagssumme (aufsummiert), in dieser Saison blieb dieser Wert bei 52 Zentimetern stehen – ein Minus von 29 Prozent. Dieses Defizit war vor allem in tiefer gelegenen Talgebieten spürbar, wo die Skigebiete stark auf Kunstschnee angewiesen waren.

Tirol auffallend sonnig

Während der Osten Österreichs an einigen Stellen mit hartnäckiger Bewölkung zu kämpfen hatte, profitierte Tirol von außergewöhnlich vielen Sonnenstunden. In Imst wurden diesen Winter 370 Sonnenstunden gemessen. Noch auffälliger war es am Hinteren Brunnenkogel in den Ötztaler Alpen (3.473 Meter), wo sage und schreibe 491 Sonnenstunden registriert wurden. Insgesamt schien die Sonne in Tirol etwa 14 Prozent mehr als im Durchschnitt. Für Wintersportler bedeutete das viel blauen Himmel, aber auch eine schnellere Verschlechterung der Schneequalität an Südhängen.

Temperaturen deutlich über dem Normalwert

Mit einer durchschnittlichen Abweichung von +1,3 Grad war der Winter in Tirol relativ mild. Die höchste Wintertemperatur wurde am 26. Februar in Innsbruck gemessen, wo das Quecksilber auf 17,6 Grad stieg. Der niedrigste Wert unter 1.000 Metern wurde Anfang Januar in Ehrwald mit –21,4 Grad registriert. Die Berggebiete waren über den gesamten Winter gesehen deutlich wärmer als im langjährigen Durchschnitt.

Südtirol: milder Winter, Niederschlag kam erst später in Gang

Auch in Südtirol (Italien) war der Winter überdurchschnittlich mild. Laut dem Landeswetterdienst lagen die Temperaturen über die gesamte Saison etwa 1,5 Grad über dem Durchschnitt von 1991–2020.

Der Winter war dort zweigeteilt:

  • Die erste Hälfte war sehr trocken.
  • Erst Ende Januar sorgten mehrere Mittelmeertiefs für eine Aufholjagd beim Schneefall.

Letztendlich erreichte Südtirol etwa 70 bis 80 Prozent des normalen Winterniederschlags. Die höchste Temperatur wurde am 23. Februar in Latsch mit 19 Grad gemessen, unter anderem durch Föhneinfluss. Der niedrigste Wert wurde Anfang Januar in Sexten mit –18,8 Grad verzeichnet.

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