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Über eine Hängebrücke zur Piste: Dieses Skigebiet war nach zwei Tagen schon wieder dicht

Ein offizielles Eröffnungsdatum gibt es nicht und auch das Saisonende lässt sich kaum vorhersagen. Das winzige Skigebiet Manganui auf der Nordinsel Neuseelands öffnet nur, wenn zufällig genug Naturschnee liegt. Am vergangenen Wochenende war es so weit, aber zwei Tage später waren die Pisten schon wieder grün.

Kurz zusammengefasst

  • Manganui liegt an den Flanken des 2.518 Meter hohen Mount Taranaki.
  • Das Gebiet wird größtenteils von Freiwilligen betrieben.
  • Es gibt keine Beschneiungsanlage und der höchste Lift endet auf 1.618 Metern.
  • Nach Schneefällen konnten am vergangenen Wochenende alle Lifte kurzzeitig geöffnet werden.
  • Am ersten Tag kamen etwa hundert Skifahrer und Snowboarder.
  • Zwei Tage später war fast der gesamte Schnee schon wieder verschwunden.
  • Besucher laufen eine halbe Stunde zum Skigebiet und überqueren dabei eine Hängebrücke über eine tiefe Schlucht.

Nur geöffnet, wenn der Schnee es zulässt

Manganui funktioniert völlig anders als die meisten Skigebiete. Es gibt kein festes Eröffnungsdatum, keine garantierte Anzahl an Skitagen und auch keinen vorab angekündigten Schließungstag. Erst wenn genügend Schnee fällt, werden die Freiwilligen des Stratford Mountain Club aktiv. Sie kontrollieren das Gelände, bereiten die Pisten vor und prüfen, ob Steine und Felsen ausreichend bedeckt sind. Nur wenn Skifahren verantwortbar ist, wird über die sozialen Medien bekannt gegeben, dass die Schlepplifte öffnen.

Wintersportler müssen daher flexibel sein. Manchmal kann Manganui schon früh im neuseeländischen Herbst öffnen, während das Gebiet in einem anderen Winter kaum oder gar nicht in Betrieb geht. Es kam sogar schon vor, dass der erste Skitag erst im Frühjahr stattfand, nachdem größere Skigebiete ihre Saison bereits beendet hatten.

Zwei Tage Skifahren nach Neuschnee

Am vergangenen Samstag fiel genug Schnee am Mount Taranaki, um mit den Vorbereitungen zu beginnen. Einen Tag später konnten alle Lifte von Manganui geöffnet werden. Etwa hundert Skifahrer und Snowboarder nutzten ihre Chance und kamen zum Berg. Am nächsten Tag waren es noch etwa fünfzig. Der Spaß dauerte jedoch nicht lange: Am Dienstag war der Schnee bereits größtenteils verschwunden und die Lifte konnten nicht mehr laufen. Für Manganui ist eine so extrem kurze Skisaison nicht außergewöhnlich. Durch die begrenzte Höhe, die wechselnden Temperaturen und das Fehlen von Kunstschnee kann eine Schicht Naturschnee in kurzer Zeit wieder verschwinden.

Skigebiet auf einem alten Vulkan

Manganui liegt an der Ostseite des Mount Taranaki, eines alten Vulkans, der bis auf 2.518 Meter Höhe reicht. Die Pisten und Lifte befinden sich jedoch viel tiefer. Der höchste Schlepplift endet auf etwa 1.618 Metern. Das macht das Gebiet anfällig für milde Luft und Regen. Während höher gelegene Skigebiete eine warme Periode manchmal noch überstehen können, kann der Schnee in Manganui innerhalb weniger Tage vollständig wegschmelzen. Das Gebiet verfügt zudem nicht über Schneekanonen. Manganui ist daher vollständig von natürlichem Schneefall abhängig und kann eine dünne Unterlage nicht künstlich ergänzen oder wiederherstellen.

Alternative für Skifahrer auf der Nordinsel

Die bekanntesten Skigebiete Neuseelands liegen auf der Südinsel, rund um Ziele wie Queenstown und Wānaka. Für Bewohner der Nordinsel sind die Möglichkeiten deutlich begrenzter. Die größten Skigebiete liegen rund um den Mount Ruapehu: Whakapapa, Tūroa und das kleinere Tukino. Diese Gebiete liegen höher als Manganui und können teilweise technische Beschneiung nutzen.

Manganui ist eine kleinere Alternative im Westen der Insel. Durch die Lage nah an der Küste kann das Wetter dort schnell umschlagen. Dieselben Tiefdruckgebiete, die Schnee zum Mount Taranaki bringen, sorgen bei New Plymouth regelmäßig für starken Wind und gute Wellen. Lokale Sportler müssen sich dann manchmal zwischen Skifahren auf dem Vulkan und Surfen am Meer entscheiden.

Eine halbe Stunde Fußweg zu den Liften

Auch die Anreise zu den Pisten ist besonders. Besucher können nicht mit dem Auto bis zu den Liften fahren. Das Auto bleibt auf dem Plateau Car Park stehen, gefolgt von einer etwa dreißigminütigen Wanderung. Unterwegs überqueren Skifahrer und Snowboarder die Manganui Gorge über eine Hängebrücke, die 2024 eröffnet wurde. Die Brücke hängt am höchsten Punkt etwa 50 Meter über dem Boden der Schlucht.

Wintersportler müssen ihre Skier oder ihr Snowboard nicht die ganze Strecke selbst tragen. Am Anfang der Brücke steht ein Materiallift, in den die Ausrüstung gelegt werden kann. Das Equipment wird anschließend zur Basis des Skigebiets transportiert.

Keine Saison, die man im Voraus buchen kann

Manganui ist kein Ziel, für das Wintersportler Monate im Voraus einen Skiurlaub buchen. Das Gebiet eignet sich vor allem für lokale Fans, die die Wettervorhersage verfolgen und schnell aufbrechen können, sobald die Freiwilligen grünes Licht geben.

Nach der sehr kurzen Öffnung am vergangenen Wochenende bleibt nichts anderes übrig, als erneut zu warten. Sobald ein nächstes Tiefdruckgebiet genug Schnee hinterlässt und das Gelände sicher präpariert werden kann, können die Lifte wieder gestartet werden. Das kann in ein paar Tagen passieren, aber genauso gut erst viel später im Winter.

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