Schwere Rodelunfälle in Tirol befeuern Diskussion: Kommt eine Helmpflicht?

Zwei schwere Rodelunfälle in Tirol haben die Diskussion über eine Helmpflicht beim Rodeln neu entfacht. Am vergangenen Wochenende wurden zwei Frauen auf der Rodelbahn des Rangger Köpfls bei Oberperfuss schwer verletzt. Beide Opfer – eine 50-jährige Polin und eine 53-jährige Ukrainerin – trugen keinen Helm. Nun ist die Helmpflicht wieder Gesprächsthema. Ob diese wirklich kommen wird? Wird Österreich dem Beispiel Italiens folgen?

Im Überblick:

  • Zwei Frauen bei Rodelunfällen auf dem Rangger Köpfl in Tirol schwer verletzt
  • Beide Opfer trugen keinen Helm, was die Diskussion über eine Helmpflicht anheizt
  • Rodelverein und Betreiber des Skigebiets plädieren für mehr Verantwortung und klare Regeln
  • Italien kennt bereits eine Helmpflicht für alle; auch Tirol schaut sich nun strengere Gesetze an

„Rodeln ohne Helm ist ein No-Go“

Laut Peter Knauseder, dem Vorsitzenden des Tiroler Rodelverbandes, ist das Tragen eines Helms essenziell. Er betreut diese Woche hunderte Grundschulkinder während des Projekts Rodelfuchs, bei dem die Sicherheit im Mittelpunkt steht. „Bei Kindern ist ein Helm selbstverständlich, bei Erwachsenen und Touristen leider viel weniger“, stellt er fest. Rodeln ohne Helm nennt er schlichtweg unverantwortlich.

Betreiber sieht Grenzen an der Durchsetzung

Die Unfälle ereigneten sich auf dem dritten und schnellsten Teil von Tirols längster Rodelbahn, von Stieglreith ins Tal. Die Bahn war vorübergehend gesperrt, was laut Betreiber Manuel Hujara aber nicht an den Unfällen, sondern am milden Föhnwetter lag. Er räumt jedoch ein, dass hohe Geschwindigkeiten, gerade auf einfachen und übersichtlichen Strecken, zu einer Unterschätzung des Risikos führen können. „Wir können Leute mit ungeeigneten Schlitten aufhalten, aber jemanden verpflichten, einen Helm zu tragen, können wir nicht“, so Hujara. Sie versuchen im Skigebiet die Rodelbahn so sicher wie möglich für Wintersportler zu präparieren, der Rest der Verantwortung liegt wirklich bei den Touristen selbst.

Helmpflicht in Italien

Seit dieser Saison gilt in Italien eine Helmpflicht für alle Wintersportler, also auch für Rodler. Dieses Beispiel wird in Österreich immer häufiger genannt. In sieben österreichischen Bundesländern ist ein Helm bereits für Kinder bis 15 Jahre Pflicht, aber in Tirol und Vorarlberg gilt diese Pflicht noch nicht. Die Politik in Tirol untersucht inzwischen, ob strengere Regeln möglich und wünschenswert sind. Hujara: „Es ist meine persönliche Meinung, aber was spricht gegen eine Helmpflicht? Das war ein großer Schritt in Italien und dieser ist logisch.“

Lies auch: Italien führt Skihelmpflicht für alle Altersgruppen ein

Mehr Klarheit auf der Rodelbahn

Neben einer möglichen Helmpflicht plädiert der Rodelbund für einheitliche Richtlinien und Gütesiegel für Rodelbahnen. Mit deutlichen Schildern, Schwierigkeitsgraden und Sicherheitsregeln soll das Risiko besser verdeutlicht werden. Denn eines steht laut allen Beteiligten fest: Rodeln scheint einfach, ist aber alles andere als ungefährlich – besonders ohne Helm.

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