Rund 75 Kilometer von Marrakesch entfernt liegen die Pisten von Oukaïmeden – dem bekanntesten Skigebiet Afrikas. Doch schon seit Jahren geht es mit dem Gebiet auf und ab. Nun liegt ein neuer Plan auf dem Tisch: Mit einer Investition von etwa 9 bis 10 Millionen Euro soll Oukaïmeden in ein modernes Bergziel umgewandelt werden, das das ganze Jahr über Besucher anzieht.
Im Überblick:
- Neue Ausschreibung für die Renovierung des Skigebiets Oukaïmeden.
- Investition von rund 9 bis 10 Millionen Euro.
- Weniger Fokus auf Skifahren, mehr auf Ganzjahrestourismus.
- Ausgerichtet auf Anfänger, Familien und neue Zielgruppen.
Dritter Versuch zur Rettung des Skigebiets
Es ist nicht das erste Mal, dass Marokko versucht, dem Skigebiet neues Leben einzuhauchen. Frühere Pläne scheiterten unter anderem an technischen und finanziellen Hindernissen. Nun wurde erneut eine internationale Ausschreibung gestartet, mit angepassten Plänen und einem höheren Budget.
Vom Skigebiet zum Bergziel
Die neue Strategie ist klar: Oukaïmeden soll weniger abhängig vom Schnee werden. Anstatt auf eine großflächige Ski-Infrastruktur liegt der Fokus nun auf einem breiteren Angebot.
So wird das geplante Liftprojekt deutlich reduziert. In früheren Plänen war noch von einem langen Sessellift und mehreren Schleppliften die Rede, doch nun wird ein kürzerer Lift und weniger Pisten gewählt. Gleichzeitig rücken Pläne für weitläufige Skigebiete weitgehend in den Hintergrund. Stattdessen kommt ein Mix aus Aktivitäten: Wanderrouten, Mountainbike-Strecken, Spielzonen und einfache Skihänge für Anfänger. Ziel ist es, das ganze Jahr über Besucher anzulocken.
Ausgerichtet auf neue Wintersportler
Auffallend ist, dass Oukaïmeden sich ausdrücklich an eine andere Zielgruppe als traditionelle Skigebiete richtet. Anfänger und Familien stehen im Mittelpunkt, ebenso wie einheimische Touristen. Mit Aktivitäten wie Rodeln, Tubing und niederschwelligen Pisten soll das Gebiet für Menschen ohne Skierfahrung zugänglicher werden. Das passt zu einem breiteren Trend, bei dem Skigebiete ihr Angebot erweitern.
Erreichbarkeit und Infrastruktur werden angegangen
Neben der Neuentwicklung des Skigebiets selbst wird auch kräftig in die Erreichbarkeit investiert. Die Straßen in Richtung Oukaïmeden werden verbreitert und verbessert, was die Reisezeit und Sicherheit optimieren soll. Insgesamt fließen mehr als 30 Millionen Euro in das Gesamtprojekt, inklusive Infrastruktur. Damit hofft Marokko, letztendlich rund 200.000 Besucher pro Jahr anzuziehen.
Skiurlaub in Afrika unter Druck
Oukaïmeden liegt auf einer Höhe zwischen 2.500 und 3.200 Metern und hat im Durchschnitt etwa 60–90 Schneetage pro Jahr. Dennoch bleibt die Schneesicherheit eine Herausforderung. Deshalb entscheidet sich Marokko nun bewusst für ein Modell, das weniger vom reinen Skiurlaub abhängig ist. Wenn der Plan aufgeht, könnte Oukaïmeden zu einem Vorbild für andere Reiseziele außerhalb der traditionellen Alpenregionen werden.






