Neue Skischuh-Technologie fordert BOA und Schnallen heraus

Seit Jahren schließen wir unsere Skischuhe mit Schnallen. Seit einigen Jahren sieht man das immer beliebter werdende BOA-System. Doch nun taucht eine dritte Option auf. Während der Fachmesse Prowinter 2026 in Italien wurde das neue Verschlusssystem RYF (Remember Your Fit) präsentiert. Inzwischen haben zwei große Marken, Lange und Kästle, die Technologie bereits aufgegriffen und in neue Modelle integriert.

Im Überblick:

  • Neues Verschlusssystem RYF bei Skischuhen eingeführt
  • Lange und Kästle bringen erste Modelle auf den Markt
  • Versprechen: immer die gleiche Passform ohne erneutes Einstellen

Was ist RYF und wie funktioniert es?

Das System kombiniert Elemente bestehender Verschlüsse, fügt aber ein auffälliges Prinzip hinzu: das Speichern deiner Einstellung. Die Funktionsweise besteht aus zwei Schritten. Zuerst stellst du die Spannung des Schuhs über ein Kabelsystem ein, vergleichbar mit anderen modernen BOA-Verschlüssen. Danach verriegelst du den Schuh mit einem zentralen Hebel.

Der Unterschied liegt darin, was danach passiert:
Beim Öffnen verschwindet die Spannung vollständig, aber beim Schließen kehrt exakt dieselbe Einstellung automatisch zurück. Während du bei BOA jedes Mal neu drehen musst und bei Schnallen in den Positionen eingeschränkt bist, versucht RYF gerade Konsistenz zu bieten.

Erste Modelle bereits unterwegs

Die ersten Anwendungen zeigen, dass die Marken noch nach dem richtigen Einsatz suchen. Lange nutzt das System vorerst in einer relativ zugänglichen Variante (RYF Easy) innerhalb eines spezifischen Modells. Kästle geht es anders an und entscheidet sich für die umfassendere Version (RYF Core) in der Kollektion für den Winter 2026/2027. Darüber hinaus gibt es sogar schon eine RYF World Cup-Variante, was darauf hindeutet, dass die Entwickler auch auf den Spitzensport abzielen.

Versprechen versus Praxis

Der wichtigste Claim von RYF ist klar: Du musst nicht immer wieder neu nach deinem perfekten Fit suchen. Das klingt logisch, denn viele Skifahrer stellen ihre Schuhe im Laufe des Tages aufgrund von Temperaturunterschieden oder Druck am Fuß mehrfach nach. Das System soll diesen Prozess einfacher machen.

Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich die Technologie in der Praxis bewährt. Unabhängige Tests fehlen noch, und Skischuhe gelten als eines der kritischsten Teile der Ausrüstung. Neue Systeme gewinnen in diesem Markt oft erst nach Jahren echtes Vertrauen.

Ein Dauerbrenner oder nicht?

Mit der Einführung von RYF entsteht zum ersten Mal seit langer Zeit wieder echter Wettbewerb zwischen Verschlusssystemen. Es sieht sicher nicht danach aus, dass Schnallen oder BOA sofort verschwinden, aber die Einführung einer dritten Option zeigt, dass Marken weiterhin nach Wegen suchen, um Komfort und Leistung zu verbessern. Ob RYF zum Standard wird oder eine Nischenlösung bleibt, wird sich in den kommenden Wintern zeigen.

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