Der Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der Weissen Arena, Reto Gurtner, tätigte eine provokante Aussage: „In zehn Jahren kostet der Tagesskipass 200,– bis 300,– Franken“, was umgerechnet etwa 213,– bis 320,– € für einen Tagesskipass entspricht. Wie wird diese Erhöhung gerechtfertigt und was haben andere Experten dazu zu sagen? Das kannst du hier nachlesen.
Erhöhung der Skipasspreise in den nächsten 10 Jahren
Die Aussage von Reto Gurtner, eine bekannte Größe der Bündner Wintersportbranche, hat in der Schweiz eine Debatte über das Thema Skipasspreise ausgelöst. Die Skipässe werden jedes Jahr teurer, aber sind sie nicht immer noch zu günstig? In Flims-Laax kostete ein Skipass in der letzten Saison durchschnittlich 97,– CHF (aufgrund des dynamischen Preissystems). Das scheint auf den ersten Blick schon teuer genug. Nicht, wenn es nach dem Direktor des Skigebiets Flims-Laax geht. Seiner Ansicht nach sind die Preise immer noch zu günstig. In einer Sendung des Schweizer Fernsehens erklärt er seine Aussagen, die sich primär auf Spitzenzeiten während der Skisaison beziehen, wie die Weihnachtsferien.
Einerseits steigen die Skipasspreise aufgrund der Inflation stark an. Andererseits erwartet Gurtner einen Anstieg aufgrund der steigenden Nachfrage in schneesicheren Skigebieten. Seiner Aussage nach werden SkiurlauberInnen zukünftig bereit sein, die doppelten oder sogar dreifachen Preise zu zahlen, um in schneesicheren Gebieten Ski zu fahren.
Direktor der Seilbahnen Schweiz sieht das anders
Berno Stoffel, Direktor von Seilbahnen Schweiz, ist mit Gurtners Vorhersage nicht ganz einverstanden. Seiner Meinung nach ist es unrealistisch, dass sich die Preise verdoppeln oder verdreifachen. Er hält dies für eher unwahrscheinlich, mit Blick auf alle Schweizer Skiregionen. Laut Stoffel könnte es zu dieser extremen Preissteigerung nur in einigen wenigen Luxus-Skigebieten kommen. Er unterstreicht seine Meindung damit, dass es in den vergangenen 10 Jahren ein Wachstum von durchschnittlich 15 % gab und vermutet, dass dies so bleibt.
Stellungnahme eines Professors für Betriebswirtschaftslehre
Auch Christian Lässer, Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Tourismus an der Universität St. Gallen, geht jedoch auch davon aus, dass die Preise für Skipässe deutlich steigen könnten. Laut Lässer sind Preise von bis zu 200,– CHF für einen Tag Skiurlaub in Zukunft nicht unrealistisch. Aufgrund des Klimawandels müssen die Skigebiete erheblich investieren. Ein höherer Skipasspreis wäre dann eine logische Folge davon. Auf die nächsten 20–30 Jahre gesehen, ist es möglich, dass der Klimawandel dazu führt, dass es immer weniger Skigebiete gibt. Dann wäre es denkbar, dass die höhergelegenen Skigebiete diesen Vorteil nutzen und höhere Skipasspreise veranschlagen. SkiurlauberInnen werden dann keine andere Wahl haben, für garantierte Schneesicherheit auch höheren Skipasspreise zu zahlen.
Preise von bis zu 300,– CHF hält Lässer jedoch für eher unwahrscheinlich. Um solch hohe Preise zu rechtfertigen, müsste es eine Situation wie in den Vereinigten Staaten geben. Dort steigen die Skipasspreise rasant. Er rechnet jedoch nicht damit, dass es in der Schweiz zeitnah zu einer solchen Situation kommt.






