© Winter Games Milano Cortina 2026

Olympische Winterspiele Milano Cortina kämpfen mit riesigem Defizit

Die Olympischen Winterspiele von Milano Cortina 2026 mögen sportlich ein Erfolg sein, doch finanziell bleibt ein ordentlicher Kater zurück. Laut internationalen Berichten blicken die Organisatoren auf ein Defizit von etwa 310 Millionen €. Das IOC will nicht zusätzlich einspringen.

Im Überblick:

  • Milano Cortina 2026 soll ein Defizit von circa 310 Millionen € haben.
  • Das Budget stieg von 1,4 Milliarden € auf 1,7 Milliarden €.
  • Zusätzliche Kosten entstanden vor allem durch Bauverzögerungen und Infrastruktur.
  • Das IOC lehnt zusätzliche finanzielle Unterstützung ab.

Von nachhaltig und kostenneutral zu Millionen-Defizit

Die Winterspiele von Milano Cortina wurden im Vorfeld als eine relativ nachhaltige und kostenbewusste Edition präsentiert. Viele bestehende Standorte sollten genutzt werden und das Projekt sollte finanziell überschaubar bleiben. Dennoch hat sich dieses Bild im Nachhinein deutlich gewandelt. Laut Inside The Games ist das Budget von 1,4 Milliarden € auf 1,7 Milliarden € angestiegen. Es ist die Rede von einem Defizit von etwa 310 Millionen €.

Bauverzögerungen und enttäuschende Einnahmen

Die finanziellen Probleme resultieren laut Berichterstattung vor allem aus zwei Faktoren. Auf der Kostenseite soll es mehr als 230 Millionen € an Mehrausgaben gegeben haben, unter anderem durch Verzögerungen bei Bauprojekten und Anpassungen der Infrastruktur. Die Santa Giulia Arena in Mailand wird dabei als eines der Projekte genannt, die das Budget schwer belasteten. Zudem blieben die Einnahmen hinter den Erwartungen zurück. Sponsoring, Übertragungsrechte und Ticketverkäufe brachten schätzungsweise rund 80 Millionen € weniger ein als erhofft.

IOC will nicht zusätzlich zahlen

Die Organisatoren sollen in Lausanne beim Internationalen Olympischen Komitee um zusätzliche Unterstützung gebeten haben, doch das IOC winkt ab. Laut dem IOC wurde bereits deutlich mehr beigetragen als ursprünglich vereinbart, und die Verantwortung für das operative Budget liege beim lokalen Organisationskomitee.

Das Defizit muss daher vom italienischen Staat und den beteiligten Regionen, Provinzen und Gemeinden aufgefangen werden, darunter die Lombardei, Venetien, Trient, Bozen, Mailand und Cortina.

Auch offene Rechnungen

Der finanzielle Druck wird durch offene Forderungen noch größer. Das Italienische Olympische Komitee und das Italienische Paralympische Komitee sollen zusammen noch über 53 Millionen € zugute haben, unter anderem für kommerzielle Rechte und Marketingvereinbarungen rund um die Spiele. Laut Berichterstattung verfügt die Organisation derzeit nicht über ausreichende Mittel, um diese Beträge zu begleichen.

Folgen für zukünftige Spiele

Die Situation in Italien wird auch international mit großem Interesse verfolgt. Für zukünftige Organisatoren, wie Utah 2034, ist dies eine Warnung: Selbst eine Edition, die auf bestehende Standorte und kommerzielle Einnahmen setzt, kann am Ende deutlich teurer ausfallen. Utah betont hingegen, dass für 2034 keine neuen permanenten Sportstätten gebaut werden müssen und ein großzügiger finanzieller Puffer eingeplant wurde.

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