Österreichisches Skigebiet droht nach Abstimmung kommenden Winter geschlossen zu bleiben

Die Zukunft des österreichischen Skigebiets Schetteregg ist erneut ungewiss. Zwei wichtige Vereinbarungen mit den Grundeigentümern erhielten bei einer Abstimmung nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Laut Investor Jürgen Sutterlüty fehlt dadurch die Sicherheit für weitere Investitionen. Unter den aktuellen Umständen bleibt das Skigebiet im Winter 2026/2027 geschlossen, auch wenn eine neue Verhandlungsrunde nicht ausgeschlossen wird.

Kurz zusammengefasst

  • Zwei Verträge erhielten 58 und 60 % Zustimmung, benötigten jedoch eine Zweidrittelmehrheit
  • Ohne Sommerbetrieb sieht der Investor keine wirtschaftlich tragfähige Zukunft
  • Nur eine schnelle neue Einigung kann die Wintersaison möglicherweise noch retten

Vom Konkurs zum geplanten Neustart

Die Egger Liftgesellschaft, die Betreibergesellschaft hinter Schetteregg, meldete im Mai 2025 Insolvenz an. Danach war lange Zeit unklar, ob das kleine Familienskigebiet im Bregenzerwald noch eine Zukunft hat. Im Juni 2026 schien eine Lösung gefunden. Der Unternehmer Jürgen Sutterlüty war bereit, die Liftanlagen zu übernehmen und das Gebiet weiterzuentwickeln. Die Arbeiten für den Neustart sollten diesen Sommer beginnen.

Sommerbetrieb als Bedingung

Sutterlüty wollte Schetteregg zu einer Destination entwickeln, die sowohl im Winter als auch im Sommer Besucher anzieht. Seiner Meinung nach kann ein Skigebiet auf dieser Höhe wirtschaftlich nicht überleben, wenn es nur im Winter betrieben wird.

Die Pläne umfassten unter anderem einen Bikepark mit mehreren Downhill-Strecken, einen Bewegungspark, zugängliche Alpkäsereien und einen angepassten Lift. Der Bikepark sollte im Frühjahr 2027 eröffnen. Die dafür notwendigen Verträge hatten eine Laufzeit von 20 Jahren.

Erforderliche Mehrheit knapp verfehlt

Die Agrargemeinschaft Alpe Gemeine Brongen und Tristen stimmte im März 2026 noch mit großer Mehrheit dem Sommerkonzept zu. Auf dieser Grundlage wurden Pläne ausgearbeitet, Behördenverfahren eingeleitet und Verträge aufgesetzt. Am 14. Juli sollten auch die letzten offenen Absprachen mit dem Vorstand und dem Verwalter getroffen worden sein.

Während einer außerordentlichen Versammlung am 10. August wurde formal über zwei Vereinbarungen abgestimmt. Diese erhielten jeweils 58 und 60 % der Weiderechte hinter sich. Das war zwar eine deutliche Mehrheit, aber nicht die statutarisch erforderliche Zweidrittelmehrheit. Einwände richteten sich wohl vor allem gegen die Laufzeit der Verträge, mögliche Kapazitätserweiterungen und den Umfang des Bikeparks.

Keine Öffnung im Winter 2026/2027

Ohne die Verträge fehlt laut Sutterlüty die notwendige langfristige Sicherheit. Die geplanten Investitionen und Vorbereitungen für die kommende Saison werden daher vorerst nicht gestartet. Unter den aktuellen Umständen wird Schetteregg im Winter 2026/2027 nicht öffnen.

Eine Schließung betrifft mehr als nur die Skilifte und Pisten. Die Liftgesellschaft übernahm auch Aufgaben wie die Schneeräumung, das Präparieren von Winterwanderwegen und die Verwaltung der Parkplätze. Zudem gibt es bereits Buchungen von Unterkünften, die möglicherweise storniert werden müssen.

Neue Gespräche bleiben möglich

Die Tür ist noch nicht ganz zu. Die Gemeinde Egg will weiter vermitteln, und auch innerhalb der Agrargemeinschaft soll die Bereitschaft bestehen, erneut mit dem Investor ins Gespräch zu kommen. Sutterlüty glaubt nach eigenen Angaben weiterhin an das Potenzial von Schetteregg.

Viel Zeit bleibt nicht. Für eine Winteröffnung müssen innerhalb weniger Wochen Entscheidungen über Personal, Maschinen und andere Vorbereitungen getroffen werden. Ohne eine schnelle Einigung wird eine reguläre Wintersaison immer unwahrscheinlicher.

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