Die österreichische Langläuferin Katharina Engelhardt beendet im Alter von 18 Jahren ihre Profikarriere. Während eines Trainings erlitt sie einen Herzstillstand und musste etwa 40 Minuten lang reanimiert werden. Im Krankenhaus folgte ein zweiter Herzstillstand, woraufhin Engelhardt vier Tage lang im Koma lag.
Kurz zusammengefasst
- Katharina Engelhardt hört im Alter von 18 Jahren mit dem Wettkampf-Langlauf auf.
- Sie erlitt während eines Trainings einen Herzstillstand.
- Rettungskräfte reanimierten sie etwa 40 Minuten lang.
- Im Krankenhaus erlitt sie einen zweiten Herzstillstand.
- Untersuchungen deuteten auf eine Herzmuskelentzündung hin.
- Engelhardt konzentriert sich nun auf ihre Genesung und ihren Schulabschluss.
Herzstillstand während eines Trainings
Engelhardt brach während eines Trainings plötzlich zusammen. Dank des schnellen Handelns der Anwesenden und telefonischer Anleitung durch das Rote Kreuz wurde sofort mit der Wiederbelebung begonnen. Die Österreicherin wurde etwa 40 Minuten lang reanimiert, bevor sie in ein Krankenhaus in Linz gebracht wurde. Dort stellten die Ärzte fest, dass sie einen Herzstillstand erlitten hatte. Im Krankenhaus kam es erneut zu Komplikationen. Engelhardt erlitt einen zweiten Herzstillstand und wurde anschließend vier Tage lang in einem künstlichen Koma gehalten.
Ärzte bangten um ihr Leben
Erst später erfuhr Engelhardt, wie ernst ihre Lage gewesen war. Laut der Langläuferin rechneten selbst die behandelnden Ärzte damit, dass sie nicht überleben würde. In einem Instagram-Post bedankte sie sich bei den Menschen, die sie reanimiert hatten, und bei den Ärzten, die sie behandelten. Inzwischen ist Engelhardt wieder zu Hause und kann viele alltägliche Aufgaben selbstständig erledigen.
Ihre Genesung verläuft nach einem sorgfältig erstellten Plan. Körperliche Anstrengung bleibt begrenzt, da ihr Puls noch schnell ansteigen kann. Nach einigen Wochen zu Hause in Ramsau am Dachstein ist ein dreiwöchiges Rehabilitationsprogramm geplant.
Herzmuskelentzündung
Medizinische Untersuchungen ergaben, dass Engelhardt eine Myokarditis hatte. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Herzmuskels, die die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigen kann. In der Woche vor dem Vorfall war die Langläuferin erkältet gewesen. Nach eigenen Angaben hielt sie dies für eine normale Erkältung und fühlte sich fast vollständig erholt, als sie das Training wieder aufnahm. Zuvor bemerkte sie keine deutlichen Beschwerden, die auf das ernste medizinische Problem hindeuteten.
Engelhardt warnt nun andere Sportler, nach einer Krankheit vorsichtig zu sein. Ihrer Meinung nach sollten Athleten nicht zu früh wieder mit dem Training beginnen, wenn sie sich noch nicht ganz fit fühlen oder unter Druck gesetzt werden, wieder anzufangen.
Vielversprechende Karriere endet abrupt
Engelhardt galt als eine der vielversprechendsten jungen Langläuferinnen im österreichischen Skiverband. Seit 2023 nahm sie an internationalen FIS-Wettkämpfen teil. Sie startete unter anderem bei Juniorenrennen, dem European Youth Olympic Festival und den österreichischen Meisterschaften. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie 2026 bei den nationalen Meisterschaften in Saalfelden, wo sie Zweite im Sprint wurde.
Diese sportliche Karriere geht nun notgedrungen zu Ende. „Leider wird der Spitzensport in meinem Leben keine Rolle mehr spielen“, schrieb sie bei ihrer Bekanntgabe.
Genesung und Schule haben Vorrang
Engelhardt konzentriert sich in der nächsten Zeit voll und ganz auf ihre Gesundheit. Ihre Tage bestehen derzeit aus Ruhe, leichten Übungen und Zeit mit Freunden und Familie. Außerdem möchte sie die Schule abschließen und ihr Abitur machen. Was sie danach machen wird, weiß sie noch nicht. Auch ihre Definition von Erfolg wird sich ändern. Während jahrelang Leistungen und Ergebnisse im Mittelpunkt standen, besteht Fortschritt nun vor allem aus kleinen Schritten während ihrer Genesung.
