Extreme Hitze trifft Sommerski in Zermatt: Trainingslager abgesagt

Die anhaltende Hitze sorgt für immer größere Probleme auf dem Gletscher oberhalb von Zermatt. Selbst auf rund 3500 Metern steigen die Temperaturen regelmäßig in Richtung 15 °C. Österreichische Skiteams haben Trainingslager abgesagt und dem Sommerskigebiet droht aufgrund von Sicherheitsproblemen bei den Schleppliften die vorübergehende Schließung.

Kurz zusammengefasst

  • Auf dem Gletscher oberhalb von Zermatt steigen die Temperaturen auf etwa 15 °C.
  • Die beiden Schlepplifte bei Plateau Rosa waren am Freitag noch geöffnet.
  • Vor allem die Liftspuren sollen durch wachsende Gletscherspalten unsicher werden.
  • Ein Trainingslager einer österreichischen Weltcup-Gruppe wurde abgesagt.
  • Eine zweite ÖSV-Trainingsgruppe reist früher aus Zermatt ab.
  • Auch ein geplantes Trainingslager der österreichischen Speed-Frauen findet wohl nicht statt.
  • Eine vorübergehende Schließung des Sommerskigebiets wurde gemeldet, aber von den Bergbahnen noch nicht offiziell bestätigt.

Temperaturen Richtung 15 °C auf 3500 Metern

Die neue Hitzewelle in den Alpen macht sich auch auf den höchsten Gletschern bemerkbar. Oberhalb von Zermatt, wo die Sommerskipisten auf 3500 Metern und höher liegen, steigen die Temperaturen laut österreichischen Medien mittlerweile regelmäßig auf etwa 15 °C.

Am Freitag, den 31. Juli, waren die beiden Schlepplifte bei Plateau Rosa noch geöffnet. Ob das Skigebiet am Samstag wieder in Betrieb gehen kann, war am frühen Nachmittag noch unklar. Die Wärme beeinträchtigt nicht nur die Qualität der Pisten. Auch der Gletscher selbst verändert sich schnell, wodurch es immer schwieriger wird, Lifte und Trainingspisten sicher zu nutzen.

Probleme vor allem bei den Schleppliften

Laut einem anonymen Trainer stellt nicht so sehr die präparierte Piste das größte Problem dar, sondern vor allem die Spur der Schlepplifte. In diesem Teil des Gletschers werden immer mehr und größere Gletscherspalten sichtbar.

Skifahrer müssen bei einem Schlepplift über eine feste Route nach oben gezogen werden. Wenn die Schneebrücken über Gletscherspalten dünner werden oder verschwinden, kann so eine Liftspur nicht mehr sicher genutzt werden. Die Bergbahnen von Zermatt hatten zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch keine öffentliche Erklärung zur Situation abgegeben.

Österreichisches Trainingslager annulliert

Die Probleme haben direkte Folgen für die Vorbereitung verschiedener österreichischer Skiteams. Das Trainingslager der sogenannten WC3-Gruppe, das am Dienstag in Zermatt beginnen sollte, wurde annulliert. Die Gruppe ging am Freitagmorgen noch von einer zehntägigen Trainingsperiode aus. Kurz vor Mittag folgte jedoch die endgültige Absage. Auch die Weltcup-Trainingsgruppe unter der Leitung von Trainer Andi Evers reist wieder aus dem Wallis ab. Diese Skifahrer waren erst am Mittwoch in Zermatt angekommen.

Auch Trainingslager der Speed-Frauen unsicher

Die österreichischen Frauen leiden ebenfalls unter den sich verschlechternden Bedingungen. Das Europacup-Team von Trainer Michael Rahm konnte zuvor noch unter relativ guten Bedingungen trainieren. Ab dem 10. August war ein Trainingslager der WC2-Speedgruppe geplant. Laut Cheftrainer Hannes Zöchling ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch dieses Camp nicht stattfinden kann. Der österreichische Skiverband wird die Vorbereitung daher anpassen müssen. Für Teams, die sich auf die neue Wettkampfsaison vorbereiten, sind geeignete europäische Gletscherpisten im August Mangelware.

Vorübergehende Schließung noch nicht offiziell bestätigt

Skinews.ch berichtet basierend auf einer Nachricht in einer WhatsApp-Gruppe für Schweizer Trainer, dass das Sommerskigebiet wegen der extremen Temperaturen per sofort und auf unbestimmte Zeit schließen würde. Eine offizielle Bestätigung der Zermatt Bergbahnen fehlte heute Nachmittag jedoch noch. Die beiden Schlepplifte waren an diesem Morgen nach den verfügbaren Informationen noch in Betrieb. Daher ist es zum jetzigen Zeitpunkt zu früh, von einer endgültigen Schließung zu sprechen. Klar ist jedoch, dass die Situation von Tag zu Tag neu bewertet wird und dass die Sicherheit der Liftspuren ein ernsthaftes Problem darstellt.

Saas-Fee vorerst noch geöffnet

Einige Kilometer weiter kann auf dem Gletscher von Saas-Fee vorerst noch Ski gefahren und trainiert werden. Aber auch dort sorgen die hohen Temperaturen für immer schwierigere Bedingungen. Saas-Fee startete am 25. Juli mit dem Sommerskiprogramm. Die Pisten sind in dieser Zeit vor allem am frühen Morgen geöffnet, wenn der Schnee nach der Nacht noch am festesten ist. Wie lange Sommerski dort möglich bleibt, hängt von den Temperaturen und dem Zustand des Gletschers ab. Die aktuelle Hitzewelle trifft nämlich den gesamten westlichen Alpenraum.

Teams blicken nach Südamerika

Für die österreichischen Skiteams kommt der schneereiche Winter in Chile und Argentinien daher zu einem günstigen Zeitpunkt. Verschiedene Teams wollen ab Mitte August nach Südamerika reisen. Die enormen Schneemengen der letzten Wochen bieten dort gute Aussichten, auch wenn die Skigebiete den Schnee erst präparieren und lawinengefährdete Hänge sichern müssen. Vorerst müssen die Teams ihr europäisches Trainingsprogramm anpassen. Die Situation in Zermatt zeigt einmal mehr, wie anfällig das Sommerskifahren geworden ist, wenn hohe Temperaturen selbst nachts bis weit über 3000 Meter anhalten.

Lies mehr: So ist die Situation aktuell in Portillo in Chile.

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