© Pixabay

Unwetter treffen beliebte Urlaubsregionen in Österreich: Dutzende Menschen evakuiert

Schwere Gewitter mit Starkregen haben in verschiedenen Teilen Österreichs für große Probleme gesorgt. Besonders Tirol und das Salzburger Land wurden von Muren, über die Ufer tretenden Bächen und lokalen Überschwemmungen getroffen. In Sölden wurden etwa 30 Personen in Sicherheit gebracht, während bei Bad Gastein Wanderer mit einem Polizeihubschrauber evakuiert werden mussten. In Uttendorf rasten Wasser und große Mengen an Schlamm und Geröll durch Teile des Dorfes.

Kurz zusammengefasst

  • In Tirol und im Salzburger Land sorgten schwere Gewitter für Muren und Überschwemmungen.
  • Soweit bekannt, wurde bei diesen Vorfällen niemand verletzt.
  • Auch am Freitag ist das Unwetter noch nicht ganz vorbei: In den Alpen können erneut kräftige Gewitter entstehen.

Evakuierung bei den Rofenhöfen in Sölden

Das Unwetter sorgte bereits Anfang dieser Woche für große Probleme im Ötztal. In Sölden ging bei den sogenannten Rofenhöfen, nahe dem Bergdorf Vent, eine Mure ab. Laut Bürgermeister Ernst Schöpf wurde eine Straße blockiert, und etwa 30 Personen mussten vorsorglich in Sicherheit gebracht werden. Sie konnten vorübergehend in einem Hotel untergebracht werden.

Ein Parkplatz bei den Rofenhöfen wurde unterspült und mehrere Autos wurden beschädigt. Zudem drang Wasser in einige Tiefgaragen ein. Im Venter Tal wurden Teile der Straße beschädigt.

Gegen 22:50 Uhr wurde für die Gemeinde kurzzeitig ein AT-Alert und Zivilschutzalarm ausgelöst. Den Menschen wurde unter anderem geraten, im Haus zu bleiben, Keller und Tiefgaragen zu meiden und sich von Flüssen und Brücken fernzuhalten. Noch vor Mitternacht konnte die Warnung wieder aufgehoben werden.

Muren blockieren Routen im Zillertal

Einen Tag später war auch das Zillertal an der Reihe. Donnerstagabend gingen an mehreren Stellen Muren ab. In der Marchklamm bei Finkenberg wurde eine Wanderroute in Richtung einer Berghütte blockiert. Auch in Richtung Stillupspeicher sowie rund um Tux und Ginzling kamen Einsatzkräfte zum Einsatz. Bei Brandberg wurde die Straße durch den Zillergrund an verschiedenen Stellen unter Schlamm und Geröll begraben.

Nicht nur in den Bergtälern gab es Probleme. In Innsbruck musste die Feuerwehr wegen überfluteter Keller ausrücken, unter anderem in der Innenstadt, in Reichenau und im Olympischen Dorf. Auch rund um Wattens und Kolsass sowie lokal im Bezirk Kitzbühel gab es Meldungen über Überflutungen.

Tobersbach tritt in Uttendorf über die Ufer

Auch auf der anderen Seite der Grenze zwischen Tirol und dem Salzburger Land hat es am Donnerstagabend heftig eingeschlagen. In Uttendorf im Pinzgau trat der Tobersbach nach einem schweren Gewitter über die Ufer. Wasser, Steine, Geröll und Baumwurzeln schossen mit großer Wucht Richtung Tal. Auf Aufnahmen ist zu sehen, wie sich das Wasser seinen Weg durch Straßen, Höfe und Wiesen bahnt.

Mehrere Gebäude wurden beschädigt und Keller liefen voll Wasser. Auch der lokale Badesee war betroffen. Feuerwehrleute, Freiwillige und Mitarbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung arbeiteten bis tief in die Nacht durch. Mit Baggern wurden Blockaden im Bach entfernt, woraufhin das Wasser teilweise wieder in sein normales Bett geleitet werden konnte. Wie hoch der Schaden genau ist, soll sich am Freitag zeigen. Laut ORF Salzburg wurden keine Verletzten gemeldet.

Auch erhebliche Schäden in Stuhlfelden

Einige Kilometer weiter entstanden ebenfalls Probleme in Stuhlfelden. Bei Pirtendorf wurde der Pirtendorfer Bach durch Steine und Geröll blockiert, woraufhin das Wasser über die Ufer trat. Auch hier waren Wohnhäuser von Wasser und Schlamm betroffen. Einsatzkräfte konnten einen Teil der Blockaden bei einer Brücke entfernen und den Bach teilweise in sein normales Bett zurückführen. Auch in Stuhlfelden gab es nach bisherigem Kenntnisstand keine Verletzten.

Wanderer per Hubschrauber bei Bad Gastein gerettet

In Bad Gastein führte das Unwetter am Donnerstagnachmittag zu einer großen Rettungsaktion im Kötschachtal. Muren und Geröll zerstörten mehrere Brücken und blockierten Wege, wodurch elf Personen bei der Prossauerhütte von der Außenwelt abgeschnitten wurden. Auch die Stromversorgung im Tal fiel aus.

Ein Polizeihubschrauber aus Klagenfurt wurde für die Evakuierung eingesetzt. Gegen 20:30 Uhr konnten sechs Personen aus dem Tal ausgeflogen werden. Bei den restlichen fünf handelte es sich um Mitarbeiter der Berghütte, die vorerst vor Ort blieben. Niemand wurde verletzt. Am Freitagmorgen wird das Ausmaß der Schäden weiter begutachtet. Der ORF berichtet, dass es auch in Goldegg Probleme durch die großen Wassermassen gab.

Blitzschlag vermutlich Ursache für Waldbrand

Das Gewitter sorgte im Salzburger Land noch für ein ganz anderes Problem. In Hintergöriach im Lungau entstand ein Waldbrand, vermutlich nach einem Blitzschlag. Da die Wetterbedingungen einen Hubschraubereinsatz unmöglich machten, mussten etwa 80 Feuerwehrleute zu Fuß in das steile und schwer zugängliche Gelände aufsteigen, um den Brand zu bekämpfen. Auch in der Stadt Salzburg und im Flachgau waren am Donnerstagabend viele Einsatzkräfte unterwegs. Allein in der Stadt Salzburg wurden dreizehn Einsätze registriert, im Flachgau waren es vierzehn.

Hahntennjoch mittlerweile wieder offen

Die Probleme begannen bereits Anfang dieser Woche. Am Sonntag ging an der Hahntennjochstraße (L 246) bei Pfafflar in Tirol eine Mure ab. Die beliebte Bergstraße musste daraufhin vorübergehend komplett gesperrt werden. Die Hahntennjochstraße konnte am Montagnachmittag wieder freigegeben werden. Auch in der Kundler Klamm wurde während dieser ersten Gewitterwelle ein Murenabgang registriert.

Unwetter noch nicht ganz vorbei

Wer am Freitag, dem 7. August, in den österreichischen Alpen unterwegs ist, muss weiterhin mit kräftigen Gewittern rechnen. In Tirol entstehen laut aktueller Wettervorhersage im Laufe des Tages erneut Schauer und örtlich starke Gewitter. Im Salzburger Land ist es vor allem in den Bergregionen erneut wechselhaft.

Am Samstag wird es freundlicher und wärmer, aber besonders in den Alpen bleibt ein einzelner Regenschauer oder ein Gewitter möglich. Am Sonntag wird es wieder sommerlich warm mit viel Sonne, auch wenn über den Bergen lokal erneut ein Schauer entstehen kann.

Teile diesen Artikel:

Wonach suchen Sie?