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Unwetter trifft Sölden und das Pitztal: Murenabgänge, Evakuierungen und gesperrte Straßen

Schwere Gewitter mit Hagel und extremen Regenfällen haben am Mittwochabend große Schäden im Ötztal und Pitztal verursacht. Besonders Vent, ein Dorf in der Gemeinde Sölden, wurde hart getroffen. Dort mussten etwa 30 Personen evakuiert werden, nachdem eine große Mure nur knapp an Wohnhäusern vorbeizog. Auch die Straße in den hinteren Teil des Pitztals wurde an mehreren Stellen verschüttet.

Kurz zusammengefasst

  • Ein schweres Unwetter zog am Mittwochabend, den 29. Juli 2026, über das Ötztal und Pitztal hinweg.
  • In Vent mussten etwa 30 Menschen vorübergehend evakuiert werden.
  • Eine große Mure blockierte die Straße, verschüttete einen Parkplatz und beschädigte vermutlich mehrere Autos.
  • Keller und Tiefgaragen in verschiedenen Teilen von Sölden standen unter Wasser.
  • Die Kläranlage bei Vent ist möglicherweise schwer beschädigd.
  • Im Pitztal wurde die L16 zwischen Weißwald und Mandarfen blockiert.
  • Etwa 1.000 Einwohner und Gäste im hinteren Teil des Pitztals waren vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten.

Großer Murenabgang bei Vent

Vent wurde am Mittwochabend am schwersten getroffen. Gegen 20:45 Uhr ging bei den Rofenhöfen eine große Mure aus Schlamm und Geröll nieder. Diese verfehlte die Wohnhäuser nur knapp, beschädigte aber möglicherweise Teile der Bebauung. Vorsorglich wurden etwa 30 Personen an einen sicheren Ort gebracht. Sie konnten vorübergehend in einem Hotel unterkommen. Es gab keine Verletzten.

Die Mure verschüttete einen Parkplatz und blockierte die Straße nach Vent. Vermutlich wurden dabei mehrere Autos beschädigt. Zudem fiel im Dorf der Strom aus, der jedoch später am Abend wiederhergestellt werden konnte.

Keller und Tiefgaragen unter Wasser

Nicht nur Vent war von den Folgen der enormen Regenfälle betroffen. Auch in anderen Teilen der Gemeinde Sölden standen Keller und Tiefgaragen unter Wasser. Das Wasser führte große Mengen an Schlamm, Steinen und anderem Material mit sich. Daher müssen Einsatzkräfte und lokale Betriebe nicht nur Wasser abpumpen, sondern auch dicke Geröllschichten entfernen.

Am Donnerstagmorgen waren an mehreren Stellen Bagger und andere Fahrzeuge mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Ein vollständiger Überblick über die Schäden lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.

Große Sorge um die Kläranlage

Die größten Sorgen bereitet derzeit die Kläranlage bei Vent. Bürgermeister Ernst Schöpf bezeichnete die Situation dort als „Desaster“. Die Anlage ist von Schlamm und Steinen umgeben. Die Brücke zum Gelände blieb zwar intakt, über den Zustand der technischen Anlagen im Gebäude war am Donnerstagmorgen jedoch noch wenig bekannt.

Zwei Bagger versuchen, den Zufahrtsweg freizumachen. Nach ersten Einschätzungen könnten die Schäden am Gebäude erheblich sein. Die Situation am Rofenbach hatte sich in der Nacht jedoch stark verbessert. Kurz nach dem Unwetter verwandelte sich der reißende Wasserstrom bereits wieder in einen kleinen Bach.

Warnung über Sirenen und Mobiltelefone

Aufgrund der gefährlichen Situation wurde gegen 22:30 Uhr Zivilschutzalarm ausgelöst. Zudem erhielten Personen im hinteren Ötztal über AT-Alert eine Warnung auf ihr Mobiltelefon. Einwohnern und Besuchern wurde geraten, im Haus zu bleiben und sich in höhere Stockwerke zu begeben. Etwa anderthalb Stunden später konnte die Warnung aufgehoben werden. Gegen Mitternacht waren die schwersten Schauer aus dem hinteren Ötztal abgezogen. Die Situation blieb danach im Laufe der Nacht ruhig.

Auch große Murenabgänge im Pitztal

Fast zeitgleich zog ein schweres Gewitter mit Hagel über den hinteren Teil des Pitztals. Vor und hinter dem Dorf Plangeroß gingen zwei große Muren nieder. Die L16 Pitztalstraße wurde zwischen Weißwald und Mandarfen teilweise verschüttet. Auch der Fluss Pitze wurde durch das mitgerissene Material vorübergehend aufgestaut.

Wohnhäuser wurden laut Gemeinde nicht getroffen und Evakuierungen waren nicht erforderlich. Durch die Straßensperrung waren jedoch etwa 1.000 Einwohner und Gäste im hinteren Teil des Tals vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten.

Straße möglicherweise Donnerstagnachmittag wieder offen

Die Aufräumarbeiten im Pitztal begannen bereits am Mittwochabend und dauerten bis etwa 02:30 Uhr an. Am Donnerstagmorgen wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Bis Weißwald ist die Straße normal befahrbar. Danach bleibt die L16 vorerst gesperrt. Wenn die Arbeiten planmäßig verlaufen, kann die Straße voraussichtlich gegen Donnerstagnachmittag wieder freigegeben werden. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb eines Monats, dass Murenabgänge eine Sperrung der Pitztalstraße erforderlich machen. Die neuen Schäden liegen etwa 10 km weiter taleinwärts als die zuvor betroffene Stelle.

Schäden werden noch aufgenommen

In Sölden, Vent und im Pitztal sind die Einsatzkräfte am Donnerstag intensiv mit Aufräumarbeiten sowie der Kontrolle von Straßen, Gebäuden und Gewässern beschäftigt. Bislang wurden keine Verletzten gemeldete. Der Gesamtschaden ist noch nicht bekannt. Besonders bei der Kläranlage in Vent und entlang der blockierten Straßen könnte dieser erheblich sein. Besucher, die nach Vent oder in den hinteren Teil des Pitztals reisen, müssen mit vorübergehenden Sperrungen und lokalen Behinderungen rechnen.

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