Ein Braunbär wurde im österreichischen Ötztal bei Sautens gesichtet. Eine Wildkamera fing das Tier ein, als es eine Wildfütterungsmaschine zerstörte. Es ist bereits der dritte Verdacht auf einen Bären in der Region innerhalb kurzer Zeit, weshalb die Behörden und Jäger die Bevölkerung zur Wachsamkeit auffordern. Besonders in den Wäldern und auf den Almen rund um Umhausen und Sautens.
Mastbetrieb in Sautens zerstört
Am Sonntag fand der Jäger Chris Neurauter im Wald bei Sautens eine völlig zerstörte Wildfütterung. Kurz darauf bestätigte eine Wildkamera seinen Verdacht: Die Aufnahmen zeigen deutlich, wie sich ein Braunbär an dem gelagerten Futter labt. Der Bär stürzte den Automaten um und verstreute das Futter auf dem Boden. Neurauter: „Die Fütterung habe ich zwar wieder provisorisch aufgestellt, wenn der Bär wieder kommt, lässt er sich allerdings sicher nicht davon abhalten, erneut zuzugreifen.“
Mehrere Berichte im Tal
Vermutlich wurde der Bär auch in Roppen gesichtet, wo mehrere Bienenstöcke zerstört wurden. In Umhausen, tiefer im Ötztal, fand ein Jäger kürzlich frische Spuren im Schnee sowie zwei tote Schafe und Lämmer. Der Tierarzt vor Ort geht davon aus, dass sie von einem Bären angegriffen wurden. Es wurden DNA-Proben genommen, die derzeit vom Institut für Wildtierbiologie und Ökologie in Wien untersucht werden. Nach Angaben des Landes Tirol besteht derzeit keine erhöhte Gefahr, aber bei Wanderungen in der Gegend ist Vorsicht geboten. „Alle Bären, die in Tirol in den letzten Jahren festgestellt wurden, zeigten scheues Verhalten. Die Wahrscheinlichkeit in Tirol einem Bären zu begegnen, ist zudem äußerst gering.“
Große Reichweite, wenig Sicherheit
Landesjägermeister Klaus Ruetz bestätigte, dass alle Meldungen gesammelt und untersucht werden. Nur DNA-Analysen können mit Sicherheit feststellen, ob es sich um einen Bären handelt. Auch Wölfe sind in der Gegend aktiv. „Ein Wolf hat Anfang April ein Mufflon in St. Leonhard im Pitztal getötet. Ob es sich dabei um denselben Wolf handelt, der kürzlich in Wenns gesehen wurde, wissen wir noch nicht.“ Sowohl Jäger als auch Behörden bitten Wanderer und Landwirte, alle Sichtungen und Schadensfälle schnell zu melden, damit das Verhalten der großen Raubtiere in der Region besser überwacht werden kann.






