Zermatt stoppt Sommerskibetrieb mit sofortiger Wirkung

Zermatt hat den öffentlichen Sommerskibetrieb auf dem Theodulgletscher mit sofortiger Wirkung eingestellt. Anhaltende Hitze, fehlende nächtliche Abkühlung und wiederholte Gewitter machen laut den Zermatt Bergbahnen einen sicheren und qualitativ hochwertigen Skibetrieb unmöglich. Touristen können die Sommerpisten vorerst nicht mehr nutzen; einige Skiteams dürfen jedoch eingeschränkt weiter trainieren.

Kurz zusammengefasst

  • Zermatt stoppt den öffentlichen Sommerskibetrieb auf dem Theodulgletscher mit sofortiger Wirkung.
  • Ursache: hohe Temperaturen, keine nächtliche Abkühlung und wiederholte Gewitter.
  • Die Schnee- und Gletscherbedingungen sind zu schlecht für sicheres Skifahren.
  • Ausgewählte Teams von Swiss-Ski dürfen eingeschränkt weiter trainieren.
  • Sobald es die Bedingungen zulassen, will Zermatt den Sommerskibetrieb wieder aufnehmen.
  • Die Schweizer Skiteams fliegen am 27. August wie geplant nach Chile.

Außergewöhnliche Wetterbedingungen

Die Zermatt Bergbahnen verweisen auf die Wetterbedingungen der letzten Wochen. Hohe Temperaturen, das Ausbleiben nächtlicher Abkühlung und wiederholte Gewitter haben die Schnee- und Gletscherbedingungen stark beeinträchtigt. Laut dem Betreiber ist ein sicherer und qualitativ hochwertiger Skibetrieb für Gäste daher momentan nicht mehr möglich.

Die Schneeschicht auf dem Gletscher ist zu dünn geworden. Zudem sorgen große Gletscherbewegungen für mehr Spaltenaktivität, was die Trainingspisten unbrauchbar macht. Die Einstellung gilt ausschließlich für den öffentlichen Betrieb; Touristen müssen bis auf Weiteres auf das sommerliche Pistenvergnügen verzichten. Zermatt liegt im Schweizer Kanton Wallis und gehört zu den größten und höchstgelegenen Skigebieten der Alpen. Der Theodulgletscher ist einer der wenigen Orte, an denen man im Sommer auf Skiern stehen kann.

Gestern wurde bereits bekannt, dass Trainingslager in Zermatt abgesagt wurden.

Swiss-Ski darf eingeschränkt weitertrainieren

Ganz geschlossen wird das Gebiet nicht. Ausgewählte Teams von Swiss-Ski dürfen die präparierten Trainingspisten in den kommenden Tagen eingeschränkt weiter nutzen. „Wir sind sehr dankbar, dass zumindest einige unserer Teams auch in den nächsten Tagen die Möglichkeit haben, trotz der herausfordernden Bedingungen Trainingseinheiten in Zermatt zu absolvieren“, sagt Hans Flatscher, Alpin-Direktor von Swiss-Ski.

Die Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter steht laut CEO Martin Hug von den Zermatt Bergbahnen an erster Stelle. Sobald diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind, wird der Betrieb an die natürlichen Gegebenheiten angepasst. Der technische Unterhalt der Liftanlagen läuft weiter und auch die Vorbereitung der Gäste- und Trainingspisten geht weiter.

Folgen für die Schweizer Skiauswahl

Der Stopp trifft auch die Sommervorbereitung der Schweizer Weltcup-Skifahrer, die normalerweise auf dem Gletscher trainieren. „Es war letzte Woche schon weit entfernt von dem, was wir für den Winter brauchen“, sagte Riesenslalom-Spezialist Justin Murisier gegenüber Blick.

Ob die Sommervorbereitung nun komplett umgestellt wird, ist noch nicht klar. Fest steht jedoch, dass die Schweizer Skifahrer spätestens am 27. August weitertrainieren: Dann fliegen sie wie geplant nach Chile, um sich dort auf den Saisonstart vorzubereiten.

Wiedereröffnung bleibt das Ziel

Sobald es die Bedingungen zulassen, will Zermatt den öffentlichen Sommerskibetrieb wieder aufnehmen. Ein konkretes Datum dafür gibt es nicht; dieses hängt vom Wetter und der Erholung des Gletschers ab. Der Sommerskibetrieb hat für die Zermatt Bergbahnen strategische Bedeutung und gilt als wichtige Stütze für den alpinen Skisport, wovon insbesondere der Nachwuchs profitiert.

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